Musikalische Lesung am Nordgautag zum 100. Geburtstag von Felix Hoerburger
„Senserl“ und „Nonsenserl“

Illustration zu Hoerburgers Geschichte "Vom verliebten Leberknödel und der koktetten Brezn", gezeichnet von Josef Wittmann. Bild: hfz

Von Manfred Knedlik

Neumarkt. Der Bayerische Nordgautag vom 23. bis 26 Juni in Neumarkt ist das zentrale Kulturfest der Oberpfälzer. Und ein Ort für literarische Spurensuche: Eine musikalische Lesung am Freitag, 24. Juni (17 Uhr), erinnert an den Regensburger Poeten und Wortkünstler Felix Hoerburger. Er war ein Wissenschaftler von internationalem Rang, ein Musikethnologe und Erkunder instrumentaler Volksmusik in Bayern und der Welt, der über Jahrzehnte an der Universität Regensburg geforscht und gelehrt hat. Seine Qualitäten als Komponist, geschult an Cesar Bresgen, Carl Orff und Richard Strauss, sind unbestritten, wenn auch praktisch unbekannt, suchte er doch nicht den Weg an die Öffentlichkeit.

In Erscheinung getreten ist er hingegen als Sprachschöpfer. 1975 veröffentlichte Hoerburger sein "Schnubiglbaieirisches Poeticum", Texte in einem wohlklingenden, rhythmischen Dialekt. Doch ist die "Mundart" nur eine Erfindung des Autors, durchaus mit Sinn dahinter, aber losgelöst vom Eigentlichen und Gewohnten. Eine merkwürdig vertraute Kunstsprache begegnet sich hier - Ernst Jandl und Carl Orff, auch Dada lassen grüßen. "Schnubiglbairisch" ist Wortspiel und Klangspiel, das einen eigenwilligen Sog hat. Ein Hörvergnügen sind die "Siauschuacherln" (Kurzgeschichten), "Bambuznschtückln" (Gedichte), "Plembemperer" (rhythmische Stücke) und "Halbschnalzer" (Stücke im Halbwalzer-Rhythmus) allemal. Sie handeln von einem frustrierten Leberknödel, der "Bri-Bra-Brezn", und anderen mystischen bis sinnentleerten Phantastereien.

Zur vollen Geltung kommt der Klangcharakter des "Schnubiglbairischen" im Vortrag, den Beate Himmelstoß, Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk, fulminant beherrscht. Kongenial begleitet wird sie dabei von den Saitenkünstlern der Gruppe "Verzupft", die "Musik von hier und anderswo" spielen.

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Die Lesung ist am 24. Juni (17 Uhr), im Wirtshaus Oberer Ganskeller in Neumarkt, Ringstraße 2. Der Eintritt ist frei.
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