Bionorica Neumarkt stattet deutsche Olympiamannschaft für Rio aus
Ohne Doping-Risiko

Durch intensive Forschung kann das Unternehmen Bionorica aus Neumarkt die pflanzlichen Wirkstoffe so kombinieren, dass sie möglichst frei von Nebenwirkungen sind. Bild: hfz

Im Spitzensport jagt ein Dopingskandal den nächsten; auch auf die Spiele in Rio fallen lange Schatten. Ein Oberpfälzer Unternehmen stärkt erneut die deutsche Olympiamannschaft im Krankheitsfall: Die pflanzlichen Arzneimittel von Bionorica sind über jeden Doping-Verdacht erhaben.

Wie wird ein mittelständisches Unternehmen aus dem oberpfälzischen Neumarkt "offizieller Lieferant" für die olympischen Spiele? Vor mehr als zehn Jahren fragte Professor Bernd Wolfarth, Leiter der Abteilung Sportmedizin an der berühmten Charité in Berlin und leitender Arzt der Deutschen Olympiamannschaft, bei Bionorica an: Die Qualität der pflanzlichen Arzneimittel und ihr "unproblematisches Nebenwirkungsprofil" hatten sich in der Sportbranche herum gesprochen.

Viele Menschen greifen bei Erkältung mit Husten und Schnupfen auf Bionorica-Produkte wie Sinupret, Bronchipret oder Imupret zurück. Auch erkältete Spitzensportler können die pflanzlichen Präparate von Bionorica ohne Bedenken einnehmen: Im Gegensatz zu vielen chemisch-synthetischen Arzneimitteln sind sie mit dem strengen Doping-Reglement der World Anti-Doping-Agency (Wada) voll vereinbar. Die Erzeugnisse von Bionorica stehen auch auf der "Beispielliste zulässiger Medikamente" der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) in Deutschland. Deshalb unterstützt Bionorica die deutsche Olympia-Equipe in Rio de Janeiro - 425 Sportler, 350 Betreuer, 43 Physiotherapeuten - mit zehn verschiedenen Medikamenten.

Als Vorteile dieser sogenannten Phytopharmaka gelten ein "größeres therapeutisches Wirkungsspektrum, geringe Nebenwirkungen und seltener auftretende Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln". Unternehmenssprecher Jürgen Hoffmeister: "Bionorica überprüft die therapeutische Wirksamkeit, die Qualität und die Unbedenklichkeit seiner Präparate mit hohem wissenschaftlichen Aufwand." Der macht sich offenbar bezahlt. 2015 war für Bionorica das "bislang erfolgreichste Jahr".

Cannabis-Wirkstoffe


Die Apotheken verkauften 13 Prozent mehr Bionorica-Präparate und der Marktanteil legte um 14 Prozent zu. Nach Auskunft von Hoffmeister waren vor allem Sinupret (plus 10 Prozent) und Bronchipret (plus 22 Prozent) nachgefragt. "Besonders freut, dass unser schlafender Riese Canephron, ein pflanzliches Arzneimittel gegen unkomplizierte Harnwegsinfektionen, aufgewacht ist und beim Marktanteil deutlich von 7,9 auf 9,4 Prozent zulegte", sagt Hoffmeister. Damit übernahm das Medikament die Marktführerschaft. Entwicklungspotenzial traut Bionorica auch Cannabis-Wirkstoffen wie Dronabinol zu. Dronabinol wird zur Linderung von Symptomen bei Schwerstkranken eingesetzt.

"Phytoneering"


Bionorica lässt die pflanzlichen Rohstoffe meist auf eigenen Feldern bzw. bei zertifizierten Vertragslandwirten anbauen. Die Neumarkter forschen dem Vernehmen nach an eigenem Saatgut, um die Pflanzen und deren Wirkstoffe zu "optimieren". Die Rohstoffe kommen u. a. aus Deutschland, Polen, Spanien (Mallorca), Serbien, Ungarn, Rumänien, Kosovo, Frankreich, Österreich, Ägypten und Albanien. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt das Familienunternehmen bei der Forschung das "Phytoneering": die Entschlüsselung des großen Wirkstoffpotenzials von Pflanzen (phytos) durch den Einsatz modernster Technologien (engineering). Die Forschungsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Atemwege, Harnwege, Frauengesundheit und Immunsystem. Dazu kommen Arzneimittel bei Beschwerden und Erkrankungen von Leber, Rheuma und Schlaf.

Vorstandsvorsitzender und Inhaber der Bionorica SE ist Professor Dr. Michael Popp. Wiederholt hat das Bayerische Wirtschaftsministerium Bionorica SE als eines der wachstumsstärksten Unternehmen des Freistaats mit der Auszeichnung "Bayerns Best 50" bedacht. Der in hohem Maß sozial engagierte Professor Popp erhielt jüngst den Bayerischen Verdienstorden. Popp ist stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie.

80 Prozent Eigenkapital2015 erzielte die Bionorica-Gruppe gegenüber dem Vorjahr einen um 5,1 Prozent gestiegenen Netto-Umsatz von 244,3 Millionen Euro. Für weiteres "organisches Wachstum" ist Bionorica gerüstet: Das Unternehmen verfügt über eine Eigenkapitalquote von nahezu 80 Prozent. In Deutschland wurden 2015 - wie in den Vorjahren - erneut mehr Mitarbeiter eingestellt (plus 6,4 Prozent): Das sind weltweit mehr als 1500 Beschäftigte, davon rund 900 in Deutschland. (cf)
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