Verdeckte Sonne als enormer Stresstest für Stromnetze
Finsternis elektrisiert

Kippt das Gleichgewicht? Konventionelle Kraftwerke und Solaranlagen hängen im selben Netz. Die Sonnenfinsternis am Freitag setzt das Stromnetz einer extremen Belastung aus. Archivbild: dpa
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Neunburg vorm Wald
19.03.2015
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(nt/az) Die Sonnenfinsternis stellt das Stromnetz auf eine extreme Belastungsprobe. Bei einem klaren wolkenfreien Tag könne die Sonnenfinsternis dazu führen, dass binnen kurzer Zeit die Erzeugung um bis zu rund 19 000 Megawatt schwankt, teilt der Übertragungsnetzbetreiber Tennet mit. Das sei so viel wie 19 Großkraftwerke produzierten.

Sollten Wettervorhersagen mit etwas bewölkten Himmel zutreffen, sei der Einfluss der Sonnenfinsternis auf die Photovoltaik-Einspeisung etwas geringer. Tennet geht derzeit von einer Schwankung von nur 10 000 bis 15 000 Megawatt aus. "Es ist trotzdem sehr ernst zu nehmen", sagte Tennet-Sprecherin Ulrike Hörchens am Dienstag. "Die Anspannung ist sehr groß. Wir sind sehr gut vorbereitet. Aber es besteht immer ein Restrisiko." Experten befürchten, dass der plötzliche Wegfall großer Solarstrommengen im schlimmsten Falls zum Blackout führen kann. "Es ist ein enormer Stresstest für die Netze", sagte Hörchens.

Von einer "besonderen Herausforderung" spricht auch das Bayernwerk. In den Netzleitstellen der Bayernwerk AG in Dachau (Hochspannung) und Neunburg vorm Wald (Mittelspannung) stünden die Experten in erhöhter Bereitschaft. "Die größten Herausforderungen im Netzbetrieb sind die schnelle Verdunkelung, wenn der Mondschatten auf das Netzgebiet trifft, und der noch rasantere Leistungszuwachs beim Austritt aus dem Schatten."
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