Lehrreiche Wanderung mit Gebietsbetreuern
Schätze im Naturwald aufspüren

Über 70 Teilnehmer machten sich mit den beiden Gebietsbetreuern auf den Weg durch das Taubenwiesbachtal hinauf zum Schwarzwihrberg. Bild: hfz
Freizeit
Neunburg vorm Wald
11.06.2016
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Die Landschaft und Naturschönheiten am Wegesrand bescherten viele Eindrücke. Für ein tolles Erlebnis sorgten die Gebietsbetreuer Markus Kurz und Anette Lafaire bei der Wanderung zum Schwarzwihrberg. Auch der Grusel-Faktor kam nicht zu kurz.

Neunburg/Rötz. Über 70 Teilnehmer zeigten sich von der Landschaft und den Sehenswürdigkeiten am Weg sehr beeindruckt. Bei der geführten Tour ging es vom Taubenwiesbachtal bei Neunburg auf den Schwarzwihrberg bei Rötz. Angeboten wurde die Veranstaltung von den beiden Gebietsbetreuern Anette Lafaire, zuständig für den Naturpark Oberer Bayerischer Wald, und Markus Kurz, tätig im Naturpark Oberpfälzer Wald und im Oberpfälzer Seenland.

Für den Schwarzstorch


Zunächst stand das Taubenwiesbachtal, ein kleines Seitental der Schwarzach, im Mittelpunkt. Vor gut zehn Jahren war begonnen worden, die noch offenen kleinen Waldwiesen innerhalb eines Bayern-Netz-Natur-Projekts zu optimieren. Eine Tierart, die hier besonders gefördert werden soll, ist der in den umliegenden Wäldern brütende Schwarzstorch. Die Mahd der Waldwiesen, der Waldumbau zugunsten eines naturnahen Mischwaldes oder die Anlage von Tümpeln, hier zum Beispiel durch Sprengung, sind nur einige der umgesetzten Maßnahmen.

Projektpartner sind die Bayerischen Staatsforsten als Haupt-Eigentümer der Flächen, der Naturparkverein, die Naturschutzbehörden sowie die Berufsschule in Neunburg mit ihren Auszubildenden zum Forstwirt, die bereits viele Aktionen vor Ort gestemmt haben. Dazu gehört auch die Anlage eines Baumartenlehrpfades, das Aufhängen von Fledermauskästen oder das Mähen von Wiesenbereichen. Der weitere Weg führte im Landkreis ab der Sattelhütte auf dem Qualitätswanderweg Goldsteig, der auf rund 660 Kilometern von Marktredwitz bis Passau durch die beiden Mittelgebirge Oberpfälzer Wald und Bayerischer Wald verläuft.

Als Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes, erklommen die Teilnehmer die "Steinerne Wand", ein beeindruckendes Naturdenkmal und Geotop mit bis zu 20 Meter abfallenden Seitenwänden. Die Sage von einem hartherzigen Burgherrn der Schwarzenburg, der einst seine Hunde auf einen armen Wilderer hetzte und von diesem dafür verflucht wurde, lies manchem einen kleinen Schauer über den Rücken laufen. Da ein Gewitter im Anmarsch war, wurde die Burg aber nur kurz besucht und deren Geschichte erläutert.

Der Weg führte vorbei an einem Naturwaldreservat, in dem der Wald sich selbst überlassen bleibt und keine Bewirtschaftung mehr stattfindet. Zu Forschungszwecken ist jedoch ein Gebiet von 100 mal 100 Metern umzäunt, in dem alle Bäume nummeriert sind und jede Veränderung dokumentiert wird. So haben in den vergangenen zehn Jahren der Anteil der Buchen und auch des Totholzes stark zugenommen.

Mit vielen Eindrücken


In der Ortschaft Bauhof war dann der Endpunkt der Wanderung erreicht. Eingedeckt mit vielen Eindrücken und Natur-Informationen, zum Beispiel auch über die Winter-Linde als "Baum des Jahres" und den Feuersalamander als "Lurch des Jahres", wurden die zum Glück trocken gebliebenen Teilnehmer zurück zum Ausgangspunkt gefahren. Ein Dank galt den zahlreichen freiwilligen Fahrern, denn mit so vielen Teilnehmern hatte keiner gerechnet.

Lebensräume erhaltenNaturpark- und landkreisübergreifend wurde die Wanderung zum Schwarzwihrberg in der "Woche der Gebietsbetreuung" Ende Mai/Anfang Juni abgehalten. Insgesamt engagieren sich über 35 Gebietsbetreuer hauptamtlich in vielen Regionen Bayerns für den Erhalt ökologisch bedeutsamer Lebensräume. Als ortskundige Experten gehören zu ihren vielfältigen Aufgaben unter anderem das Erfassen und Überwachen seltener Arten, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung.
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