Die Proben für das Festspiel "Vom Hussenkrieg" laufen auf Hochtouren
Sattelfest bis zur Premiere

Nicht nur die Pferde müssen sich wieder an die Geräuschkulisse und das Geschehen auf der Bühne gewöhnen. Auch für die berittenen Darsteller heißt es, konzentriert die Fecht-Szenen hoch zu Ross zu proben. Bild: Mardanow
Kultur
Neunburg vorm Wald
14.06.2016
177
0

Der 34. Festspielsommer im Schwarzachtal rückt näher. Seit Anfang Mai arbeitet das "Hussenkrieg"-Ensemble mittlerweile Woche für Woche an der Inszenierung. Für Regisseur Nikol Putz haben sich vor allem die Bühnen-Neulinge ein Lob verdient.

Unter Schwerterklirren, Kampfgeschrei und Textpassagen mischte sich am Wochenende auch Hufgetrappel: Mit einer Reitprobe im Burghof begann für insgesamt sechs Pferde die Gewöhnungsphase an das Bühnengeschehen. Mit Blick auf die Sicherheit wird viel Sorgfalt darauf verwendet, um ein neues Tier aus dem Rodinger Reitstall Grüneis an Schlachtenlärm, Feuersäulen und Explosionen heranzuführen. Auch die berittenen Darsteller müssen sich wieder mit den Reaktionen der Vierbeiner sowie dem Theaterspielen und Fechten hoch zu Ross vertraut machen.

Mit Probenverlauf zufrieden


Von Juli bis August werden auf der Bühne wieder die Geschehnisse rund um die Hussitenschlacht von Hiltersried im Jahr 1433 erzählt. Das über 130 Köpfe zählende Ensemble hat bisher vier Proben-Wochenende hinter sich gebracht. "Bisher läuft es eigentlich sehr gut", beschreibt Regisseur Nikol Putz bei einem Pressegespräch. Lediglich die Intermezzi-Proben am vergangenen Samstag mussten wegen eines Wolkenbruchs ins alte Landratsamtes verlegt werden.

Die Probenarbeit im 34. Festspieljahr ist geprägt von etlichen Neu- und Umbesetzungen. Doch vor allem mit dem Blick auf die "Hussenkrieg"-Neulinge ist der Regisseur guter Dinge: "Unsere Neuen stellen sich sehr gut an, sind mutig und zeigen bisher gute Ergebnisse." Auch innerhalb des Ensembles seien die neuen Mitspieler gut aufgenommen worden, so sein bisheriger Eindruck. Nach gut einmonatiger Probenarbeit sei "insgesamt ein guter Stand erreicht", so Putz, doch bis zur Premiere am Samstag, 2. Juli, bleibe trotzdem noch viel zu tun. Der Regisseur lobt den Elan und die Schauspiel-Begeisterung seiner Mitwirkenden, die allesamt ehrenamtlich in ihrer Freizeit auf der Bühne stehen. "Sie halten zusammen, um zu einem guten Ergebnis zu kommen."

Mit den Durchlaufproben ab Freitag beginnt der Endspurt der Bühnen-Vorbereitung: Dafür fordert Nikol Putz höchste Konzentration von allen Spielern, "diese Gelegenheiten müssen wir nutzen". Ebenso dazu gehört auch eine ausführlich Kritik am Ende einer jeden Probe. "Was die künstlerische Arbeit angeht, hab' ich keine Bedenken", so Putz. Etwas Sorgen bereitet ihm allerdings das derzeitige "Wetter-Lotto". Er hofft, dass die ständigen Regenschauer keinen Strich durch den Probenplan macht - "es wäre schlimm, wenn wir eine Probe wegen Schlechtwetter verlieren würden". Als Alternative kämen dann wohl nur Stellproben "in irgendeiner Halle" in Frage.

Auch hinter den Kulissen greifen die Rädchen bereits wieder ineinander: "Kostüm-Abteilung, Maske und Requisite arbeiten schon wieder ganz hervorragend zusammen", berichtete der Regisseur. In seine anerkennenden Worte schloss der Regisseur auch die Pferde-Lieferanten Grüneis und Zimmermann ein. Bei nötigen Absprachen hätten sie sich sehr kooperativ gezeigt. "Das sind Pferde-Experten, die aber auch ein Bewusstsein für die Theaterarbeit haben."

Rollenbesetzung geglückt


Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, zeigte sich zufrieden darüber, dass es wieder gelungen ist, eine komplette Besetzung auf die Beine zu stellen - "auch wenn es heuer sehr schwierig war". Er verriet, dass - rechtzeitig zu den Durchlaufproben - die "Bekleidungskammer" einige Rollen mit neuen Kostümen ausstattete, darunter auch die "Pfalzgräfin Beatrix" (Beate Seifert).

Wie Mardanow verdeutlichte, ist das Festspiel-Ensemble in den Wochen bis zur Premiere auch abseits der Bühne gefordert: Unter anderem fährt eine Abordnung am Sonntag, 26. Juni, nach Neumarkt, um die Farben der Stadt Neunburg beim Nordgautag zu vertreten - und natürlich die Werbetrommel für das Spiel "Vom Hussenkrieg" zu rühren.

Platz Zwei als Regieanweisung


Nachdem der Neunburger Festspielsommer in den ersten zwei Wochen mit der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich zusammenfällt, hofft das Ensemble, dass es nicht zum Duell "König Fußball kontra Pfalzgraf Johann" kommt. "Natürlich drücken wir der deutschen Elf die Daumen", versichert Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins. Doch im Hinblick auf die Aufführungstermine baut er darauf, dass die Nationalmannschaft in ihrer Vorrunden-Gruppe C "nur" als Tabellenzweiter ins Achtelfinale einzieht. Dann nämlich würden die Deutschen ihr Viertelfinale schon am Donnerstag, 30. Juni, bestreiten. Würden Jogis Jungs aber Gruppenerster, überschneide sich deren Viertelfinal-Partie ausgerechnet mit der "Hussenkrieg"-Premiere am 2. Juli.

Und aus den Vorjahren wissen die Festspieler, dass es an solchen Fußball-Abenden immer schwer ist, die Zuschauerränge im Burghof voll zu bringen. (mp)

Termine und KartenAufführungen

Premiere am Samstag, 2. Juli; weitere Aufführungen: 9., 15., 23. und 29. Juli sowie 5. und 6. August.

Eintrittskarten

Vorverkaufsstellen sind in Neunburg die Buchhandlung am Tor, Telefon 09672/91133, das Büro- und Pressezentrum, Telefon 09672/5229, oder in Oberviechtach das Reisebüro Koller, Telefon 09671/3007900.

Weitere Auskünfte erteilt die Tourist-Information Neunburg unter Telefon 09672/9208421.
Weitere Informationen auf www.facebook.com/hussenkrieg
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.