Festspiel "Vom Hussenkrieg" startet mit fulminanter Premiere in 34. Saison
Comeback der großen Schlacht

Mit einer erfolgreichen Premiere ist das Neunburger Festspiel "Vom Hussenkrieg" in seine 34. Bühnensaison gestartet. Bild: Gerhard Götz
Kultur
Neunburg vorm Wald
03.07.2016
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Die Hussiten sind zurück: "Bühne frei" heißt es seit Samstag für die 34. Saison des Festspiels "Vom Hussenkrieg". Bei seiner Premiere hat sich das Stück als beeindruckende Alternative zur Fußball-EM präsentiert.

Die Termin-Kollision mit dem Viertelfinale der deutschen Elf hatte im Vorfeld das Schlimmste für den Publikumszuspruch bei der Premiere befürchten lassen. Doch im Vergleich zu früheren EM- und WM-Jahren musste Pfalzgraf Johann heuer "König Fußball" deutlich weniger Tribut zollen. Zwar waren die Zuschauer-Reihen nicht komplett ausverkauft, doch selbst überzeugte Fußball-Fans wie der Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Albert Vetterl, wollten sich das Neunburger Spiel nicht entgehen lassen. Bürgermeister Martin Birner dankte daher in seiner Begrüßung all jenen, "die unserem Festspiel den Vorzug vor dem Fußball gegeben haben".

Regen hört pünktlich auf


Dass der Abend mindestens so spannend wurde wie das Spiel der Deutschen gegen Italien, war auch dem Nervenspiel mit dem Wetter geschuldet. Den ganzen Samstag waren immer wieder Regenschauer herabgeprasselt, und auch noch eine halbe Stunde, bevor sich der Vorhang öffnen sollte, tröpfelte es noch in den Burghof. Doch Landrat Thomas Ebeling rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen als Schirmherr - und aus dem "Hussenkrieg" wurde keine Wasserschlacht. Damit hielt auch eine kuriose Serie: Das mittlerweile dritte Jahr ist das Festspiel ohne Tribünendach, und seither hat es noch bei keiner Aufführung geregnet.

Scheinbar beflügelt vom Wetterglück zeigten die über 140 ehrenamtlichen Darsteller eine mitreißende erste Vorstellung. Spannung, Dramatik und Nachdenklichkeit vereinigten sich durch die Regiearbeit von Nikol Putz erneut in ein packendes und mitreißendes Theater-Erlebnis. Mit der Geschichte rund um die historische Hussitenschlacht von Hiltersried gelang es dem Ensemble, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Das monatelange Feilen am dramaturgischen Ablauf, an Sprache, Mimik und Gestik hat sich ausbezahlt. Eine Vielzahl an Umbesetzungen und neuen Charakteren bereicherten die Inszenierung um weitere Facetten.

Nachdem die erste Schlacht geschlagen war, entlud sich die Spannung im Publikum in minutenlangem Applaus. Die Zuschauer trampelten mit den Füßen; Regisseur, Bürgermeister und Landrat erhoben sich von ihren Plätzen und kamen in den Sand der Festspiel-Arena, um den Darstellern zu ihrem engagierten Spiel zu gratulieren.

"Sieg auf ganzer Linie"


Er habe den "Hussenkrieg" bereits das vierte Mal gesehen - "und ich bin zum vierten Mal begeistert", sprach Landrat und Schirmherr Thomas Ebeling dem Ensemble seine Anerkennung aus. Über einen "Sieg auf der ganzen Linie" freute sich Bürgermeister Martin Birner. Und Regisseur Nikol Putz hatte "eine sehr gute Vorstellung" gesehen. Aus seinem Dank an das Ensemble hob er besonders alle neuen Mitwirkenden sowie Regie-Assistentin Anita Luft heraus.

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