Frühlingskonzert in der Schwarzachtalhalle
Mit Mozart auf Augenhöhe

Solist beim Frühlingskonzert ist der rumänische Pianist Costin Filipoiu.
Kultur
Neunburg vorm Wald
07.04.2016
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Im Gedenkjahr zu seinem 100. Todestag ist dem Oberpfälzer Komponisten Max Reger das Frühlingskonzert in der Schwarzachtalhalle gewidmet. Bilder: hfz (2)

Dem großen Oberpfälzer Komponisten Max Reger - er starb vor 100 Jahren - ist das sinfonische Frühlingskonzert in der Schwarzachtalhalle gewidmet. Wie der Musiker mit Mozart verquickt ist, wird sich den Zuhörern nun am 23. April erschließen.

Auf der Bühne der Schwarzachtalhalle widmet sich dann um 20 Uhr ein Workshop-Ensemble zusammen mit Profi-Musikern dem großen Oberpfälzer. Seinen populären "Mozart-Variationen" für Orchester werden zwei Meisterwerke von Mozart selbst gegenübergestellt.

Schon länger waren sich Hans Richter, Chefdirigent der Smetana Philharmoniker Prag, und Neunburgs Klassikbeauftragter Karl Stumpfi einig: Im Reger-Gedenkjahr soll ein repräsentatives Spätwerk des Oberpfälzer Meisters in der Schwarzachtalhalle erklingen. Kein leichtes Unterfangen, denn die "Mozart-Variationen" erfordern einen stattlichen Orchesterapparat mit erweitertem Bläser- und Streicherregister.

Kooperation mit Kunst


In Erfüllung geht dieser Wunsch jetzt durch das ehrenamtliche Engagement des Kunstvereins "Unverdorben". Er integrierte das sinfonische Frühlingskonzert mit einem vorgeschalteten Jugend-Musikworkshop in sein Internationales Kulturprojekt "Töne und Farben ohne Grenzen". Die sich über mehrere Monate erstreckende Kunstaktion in enger Kooperation mit Kunstschaffenden aus Tschechien wurde beim Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds in Prag und beim Bayerischen Kulturfonds zur Förderung eingereicht. Finanzielle Unterstützung gewähren auch der Bezirk Oberpfalz, der Landkreis Schwandorf und die Stadt Neunburg.

Das Konzertprogramm am 23. April eröffnet das aus mehrheitlich Neunburger Schülern und Prager Profimusikern gebildete Workshop-Ensemble. Als "Ouvertüre" studieren die rund 25 Instrumentalisten am Nachmittag das "Andante grazioso" von Mozart/Reger ein. Zuerst Holzbläser, dann Streicher exponieren das bekannte Mozart-Thema und stimmen so auf das nachfolgende Hauptwerk des Abends ein.

"Mozart pur" bietet der zweite Konzertteil nach der Pause. Insgesamt 27 Konzerte für Klavier und Orchester stammen aus Mozarts Feder, sie waren sozusagen sein tägliches Brot. Mozart spielte sie auf seinen Wiener Akademien und auf seinen Konzertreisen. Immer bezauberte er sein Publikum sowohl durch eine schier unerschöpfliche Erfindungsgabe und empfindsame Melodik als auch durch seine Virtuosität. Das Klavierkonzert Nr. 20 d-moll komponierte Mozart unter größtem Zeitdruck Anfang 1785 und brachte es selber am 11. Februar in Wien zur Erstaufführung. Heute gilt KV 466 als ein entscheidender Anstoß zur weiteren Entwicklung des Klavierkonzerts im 19. Jahrhundert.

Solo-Künstler am Klavier


Solist beim Neunburger Frühlingskonzert ist der rumänische Pianist Costin Filipoiu. Begleitet wird er von den Prager Smetana Philharmonikern unter Leitung von Hans Richter. Geboren 1979 in Bukarest, hat Filipoiu ab 1998 in Berlin, Lübeck und Nürnberg Klavier studiert. Als Konzertpianist debütierte er mit dem Sinfonieorchester Bukarest und Rachmaninows zweitem Klavierkonzert. Seit Dezember 2009 ist er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik Nürnberg.

Für einen krönenden Abschluss dieses Klassik-Events sorgt eine Aufführung der Sinfonie Nr. 38 D-Dur KV 504, der sogenannten Prager Sinfonie. Das Werk entstand im Dezember 1786 zwischen Mozarts Meisteropern "Figaros Hochzeit" und "Don Giovanni".

Saalöffnung und Abendkasse ab 19 Uhr, Tickets für 20 bis 30 Euro im Internet und bei den örtlichen Vorverkaufsstellen. Gruppenreservierung zu ermäßigten Preisen unter Telefon 09672/208514 (Montag bis Freitag).

Ein Komponist mit Appetit


Zusätzlich zur Musik wird den Besuchern des Frühlingskonzerts im Hallen-Restaurant auch ein kulinarisches Rahmenprogramm geboten: Vor und nach dem Klang-Genuss wartet die Speisenkarte mit einer exklusiven Max-Reger-Hommage auf. Weil doch dem berühmten Oberpfälzer stets auch der Ruf vorauseilte, über einen gewaltigen Appetit zu verfügen. So kam er einmal in eine Gaststätte, blickte kurz in die Karte und winkte den Kellner herbei: "Bringen Sie mir eineinhalb Stunden Roastbeef garniert!"

Max Reger: Ein Oberpfälzer Komponist von WeltruhmSchon zu seinen Lebzeiten erlangte der am 19. März 1873 in Brand bei Weiden geborene Sohn eines Hauptlehrers Weltruhm. Zunächst als begnadeter Orgelvirtuose, danach als genialer Tonsetzer und Hofkapellmeister. Bis heute ist sein Rang als Komponist des Übergangs von der Spätromantik zur Moderne unbestritten. Max Reger ist zudem ein Prototyp des Genussmenschen. Um seinen urwüchsigen Humor ranken sich zahlreiche Anekdoten. Erst im 44. Lebensjahr stehend, starb Reger am 11. Mai 1916 nach akutem Herzversagen in einem Leipziger Hotelzimmer. Ein Jahr zuvor, am 8. Januar 1915 feierte er in Wiesbaden die erfolgreiche Uraufführung seines letzten großen Orchesterwerks: Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132. Reger wählte dazu das bekannte "Grazioso" aus Mozarts Klaviersonate A-Dur KV 331, welches in acht kurzen Sätzen kunstvoll variiert wird, um dann fortissimo in eine prächtige Schlussfuge zu münden. (hfz)


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Weitere Informationen:

www.kunstverein-unverdorben.de
www.reger2016.de
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