"K-und-K-Tage" beim Kunstverein
Hommage an große Schriftsteller

Beim Pressegespräch mit Karl Stumpfi (links) und Florian Wein über die kommenden Höhepunkte des Kunstherbstes wurde auch das neue Programmheft für Kafkas "Die Verwandlung" vorgestellt. Bilder: weu (2)
Kultur
Neunburg vorm Wald
27.09.2016
33
0
 
Drei regionale Künstler, Wolfgang Pöhlmann, Teresa Weidhas und Teresa Wurmstein, beschäftigten sich mit dem Thema "Kafka". Ihre Bilder sind im Foyer der Schwarzachtalhalle zu sehen.

Mit zwei beachtenswerten Veranstaltungen am 7. und 8. Oktober nimmt der Neunburger Kunstherbst so richtig Fahrt auf. Die "K-und-K-Tage" rücken zwei deutschsprachige Autoren von Weltrang in den Fokus.

Bei einem Informations-Gespräch im Kunstquartier gaben Florian Wein, Regisseur und künstlerischer Leiter des Ovigo-Ensembles, und Karl Stumpfi, Kunstherbst-Koordinator, eine Einführung in "Die Verwandlung" von Franz Kafka und "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus. Damit stehen zwei aus dem Böhmischen stammende deutschsprachige Autoren mit jüdischen Wurzeln, deren Werke zur Weltliteratur zählen, im Fokus dieser "K-und-K-Tage".

Psychologischer Hintergrund


",Die Verwandlung' auf die Bühne zu bringen, war schon immer ein Herzenswunsch. Jetzt geht der Traum in Erfüllung", betonte Florian Wein, der die Bühnenversion selber geschrieben hat. Kafka war der Meinung, dass man "das Monster" nicht darstellen dürfe - Florian Wein zeigt es auf der Bühne. Dabei beschäftigte ihn mehr die Kernfrage, was sich Kafka bei der "Verwandlung" konkret gedacht hat. Sicher spiele die Entfremdung aus der Familie und dem gesellschaftlichen Umfeld eine Rolle. Auf jeden Fall sei das Stück durch einen psychologischen Hintergrund geprägt.

In einem Programmheft erfährt der Zuschauer, wie Kafka gelebt hat und welche Gemeinsamkeiten ihn mit dem Protagonisten des Stückes, Gregor Samsa, verbinden. Wein freut sich auf die Aufführung in der Schwarzachtalhalle am 8. Oktober um 20 Uhr - "es wird ein großes Happening mit Künstlern aus allen Bereichen". Schüler des Ortenburg-Gymnasiums zählen zum Publikum, ebenso Gäste aus der Oberpfalz und darüber hinaus, sogar aus Wien liegt eine Vorbestellung vor. "Es gibt sicher Redebedarf nach dem Stück, und die Interpretation von Experten wird spannend werden", merkte Florian Wein an.

In einem vorgelesenen Teil aus "Die Verwandlung" zeigte er die "kafkaeske Sprache" auf, die ihn besonders fasziniert. Drei regionale Künstler - Wolfgang Pöhlmann, Teresa Weidhas und Teresa Wurmstein - wurden beauftragt, "Die Verwandlung" künstlerisch darzustellen. Die Werke hängen im Foyer der Schwarzachtalhalle und können bei der Aufführung betrachtet werden.

Die Tragödie "Die letzten Tage der Menschheit" des österreichischen Satirikers Karl Kraus stellte in diesem Rahmen Karl Stumpfi vor. In einer szenischen Lesung am Freitag, 7. Oktober, um 20 Uhr in der evangelischen Versöhnungskirche werden die wichtigsten literarischen Reaktionen auf den Ersten Weltkrieg vorgestellt. In diesem monumentalen Stück kommen hunderte von Gestalten, erfundene und historische, zu Wort. Mehr als ein Drittel des Textes hat der Dichter aus Zeitungsmeldungen, militärischen Tagesbefehlen, Verordnungen, Gerichtsurteilen, Anzeigetexten und Gedichten zusammengetragen. In "homöopathischen Dosen" dem Publikum dargeboten, sind die letzten Tage der Menschheit ein Plädoyer für Humanismus und Toleranz, für Wertschätzung, Respekt und Empathie.

Erlös für die Orgel


Den Rezitatorenteil teilt sich Karl Stumpfi mit Wolfgang Huber. Musiker Jürgen Zach interpretiert zwei Original-Lieder aus der Feder von Karl Kraus, sein "Lied von der Presse" und "Mir bleibt doch nichts erspart". Die Orgelpräludien übernimmt Matthias Eckel-Binder, Organist in der evangelischen Kirchengemeinde. Ihr fließen auch die Spenden des Abends für die Orgelsanierung zu.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.