Kabarettist Markus Veith beleuchtet Wilhelm Buschs Leben und Werk
Philosoph mit spitzer Feder

Der Schauspieler, Schriftsteller und Kabarettist Markus Veith stellte in der Versöhnungskirche mit vorzüglicher Schauspielkunst verschiedene Figuren aus dem Werk von Wilhelm Busch dar. Bild: weu
Kultur
Neunburg vorm Wald
09.06.2016
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Wer kennt sie nicht, die Geschichten von Max und Moritz, der frommen Helene oder dem Maler Klecksel? Ein vergnüglicher Abend in der evangelischen Kirche war ganz ihrem geistigen Vater gewidmet.

Was für ein Mensch war dieser Wilhelm Busch, den der Schauspieler, Schriftsteller und Kabarettist Markus Veith in dem Theaterstück "Wilhelm Busch: Ein jeder Narr tut was er will" verkörperte? Einerseits war er ein erfolgreicher, wegweisender Karikaturist, der zurückgezogen als Junggeselle gelebt hat. Andererseits war er ein an seinem Talent zweifelnder Maler, der 1000 Ölbilder gemalt hatte, sie aber für "nicht gut" hielt und niemandem zeigte. Er war augenzwinkernder Dichter wie auch ernster Philosoph, der die Menschen sehr gerne beobachtete.

Ausdrucksvolle Sprache


Markus Veith stellte diese vielschichtige Künstlerpersönlichkeit in vielen Facetten vor. Dabei konzentrierte er sich vor allem auf zwei Werke des großen Humoristen, auf den "Maler Klecksel" und auf "Balduin Bählamm, den verhinderten Dichter". Mit Buschs eigenen Gedichten bekam die Bühnen-Sprache eine besondere Ausdruckskraft. Veiths glanzvolles Pantomimespiel und seine Mimik verliehen dem Stück den besonderen Reiz.

Maler Klecksels Spruch "die Sorge, wie man Anerkennung findet, ist häufig nicht unbegründet", zeigte die mangelnde Selbstsicherheit auf, die Busch in der Bewertung seiner Bilder hatte. Er machte sich lustig über die Menschen, die mit übertriebenen Kommentaren die Gemälde bewerteten. Aussprüche wie "Oft war ich hoffnungsvoll und froh, doch dann lief es doch nicht so" und "wer sagt, die ganze Welt ist schlecht, hat recht" ließen erahnen, dass Busch auch als Dichter kritisch und manchmal unzufrieden ans Werk ging. Obwohl Veith alleine auf der spartanisch ausgestatteten Bühne agierte, ließ er ganze Scharen von Buschs Figuren auftreten und erweckte sie mit vorzüglicher Schauspielkunst zum Leben.

Ein Dichter ohne Ruhe


Beeindruckend, wie er den Balduin Bählamm, vierfachen Vater und Schreiber, beim Herumtollen mit seinen "Kindern" darstellte. Da er zu Hause keine Ruhe zum Dichten fand, setzte sich Bählamm in den Zug und fuhr aufs Land. Seine Hoffnung, "will schreiben von Wind und Sonne, des Frühlingsabends wahre Wonne", wurde nicht erfüllt. Grauer Himmel, Donner und Regen, von Veith mit dem Mund authentisch zu Gehör gebracht, machten einen Strich durch die Rechnung.

Auch sein Kampf mit den Mücken brachte das Publikum zum Lachen. Schließlich hatte der Dichter mit Zahnschmerzen zu kämpfen; da fuhr er wieder nach Hause, wo seine Frau ihn unsanft aus seinem Traum weckte. "Was will der Dichter damit sagen?", fragte Veith frei nach Wilhelm Busch. Die Antwort: "Werde niemals Ehemann. Keine Frau hindert dich, gibt dir weise Lehren." In der Pause bot Pfarrer Beck eine Kirchenführung an und die Gäste konnten sich mit Getränken erfrischen.
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