Kunstverein Unverdorben will nach positver Bilanz des Kunstherbstes auch 2016 wieder Neues wagen
Keine Angst vor Experimenten

Ein weitere Mal war die Kunst auf dem Vormarsch: Durchaus positiv ist die Bilanz des dritten Neunburger Kunstherbstes ausgefallen. Am 18. September wurde das Saison-Festival mit einer Kunstprozession durch die Altstadt eröffnet. In den Schaufenstern der Geschäfte waren die Werke verschiedener Künstler ausgestellt. Bild: weu
Kultur
Neunburg vorm Wald
11.12.2015
17
0

Die Kunstverein Unverdorben schielt nicht unentwegt nach vollen Sälen, er setzt auf Vielfalt und Qualität und schreckt auch vor neuen Konzepten nicht zurück. Dazu braucht er Verbündete.

"Die bunten Blätter des Neunburger Kunstherbstes sind nun gefallen. Ein überaus vielfältiges und anspruchvolles Programm ist beendet". Mit diesen Worten zieht Beate Seifert, Vorsitzende des Kunstvereins Unverdorben den Schlussstrich unter die dritte Auflage des kulturellen Saisonfestivals in der Pfalzgrafenstadt. In einem ersten Resümee unterstreicht sie den Anspruch der Führungsriege des Vereins, ein breitgefächertes Angebot an Musikdarbietungen, Lesungen, Ausstellungen und Theateraufführungen dem mittlerweile weit über die Grenzen Neunburgs interessiertem Publikum zu unterbreiten.

Mit Kunst Alltag ausblenden


So habe man insgesamt 23 Kunstherbst-Veranstaltungen in drei Monate gepackt und dabei sehr viele Genres bedient. Der Kunstverein Unverdorben habe Kunstinteressierten der Region die Möglichkeit eröffnet, staunend durch Ausstellungen zu streifen, Grenzen überschreitende Menschen und Künstler kennenzulernen, entspannt sich in wunderbaren Konzertabenden wieder zu finden, aber auch an unterhaltsamen Abenden den Alltag kurz auszublenden, Aktuelles und Vergangenes nachdenklich zu betrachten und zu reflektieren, sowie Jugendliche zum kreativen Tun anzuregen. "Wenn man mich fragen würde, welches Kunstherbst-Ereignis mich am meisten berührte, könnte ich dies nicht leicht beantworten", betont Beate Seifert. Neugierig sei sie aber auf jede Darbietung der unterschiedlichen Künstler gewesen - "und jede Veranstaltung hat mich auf ihre Art beeindruckt". In einem kurzen Ausblick auf den Kunstherbst im kommenden Jahr verlieh die Vorsitzende ihrer Hoffnung Ausdruck, dass noch mehr Menschen mit der Programm-Auswahl angesprochen und erreicht werden. In die von Vereinsgremien und ihren Helfern geleisteten Arbeit fließe viel Herzblut, so Seifert. Sie erinnerte deshalb an die alte Binsenwahrheit "Das Brot des Künstlers ist der Applaus". Die Wertschätzung der Tätigkeit eines Kunstvereins zeige sich im Besuch seiner Veranstaltungen.

Operngala tragende Säule


Für Karl Stumpfi, den zuständigen Programm-Koordinator, zählt neben der großen "Ahoj"-Kunstausstellung die Neunburger Operngala zu den tragenden Säulen des Kunstherbstes: "Wir bringen damit Hochkultur und Internationalität in unsere Stadt". Ohne die guten Tschechien-Kontakte der neuen stellvertretenden Vorsitzenden Renata Heimerl und die seit Eröffnung der Schwarzachtalhalle 2012 bewährte Zusammenarbeit mit Chefdirigent Hans Richter (Smetana Philharmoniker Prag) hätte man diese "Rufzeichen" nicht setzen können.

Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem dritten Kunstherbst werden in den Planungen 2016 ihren Niederschlag finden, kündigte Stumpfi an. Eine Diskussion über Ober- und Untergrenzen des Angebots wolle er nicht führen, "denn für uns ist dieses Programm keine Frage der Quantität, sondern der Qualität". Der Neunburger Kunstherbst müsse unterschiedlichen Formaten Platz bieten, dürfe auch vor Experimenten nicht zurückschrecken - und deshalb versichert der Koordinator: "Wir schielen nicht unentwegt nach vollen Sälen".

Nicht zuletzt versteht sich der Neunburger Kunstherbst unter Regie des Kunstvereins als großes Gemeinschaftswerk, welches nur durch Bündelung aller verfügbaren Kräfte auch zur Erfolgsgeschichte werden könne. Deshalb richten die Vorstandmitglieder einen pauschalen Dank an alle Unterstützer aus der heimischen Wirtschaft und an die privaten Sponsoren. Sie sind alle zur Vorweihnachtsfeier willkommen, die am 14. Dezember im Kunstquartier zugleich für einen harmonischen Ausklang des Kunstjahres sorgen wird.

Programm mit vielen GlanzlichternViele organisatorische Fäden des Neunburger Kunstherbstes liefen bei Geschäftsführer und Schatzmeister Peter Wunder zusammen. "Wir sind froh und ein bisschen stolz, ein so vielfältiges Programm mit einem so kurzen Zeitansatz und einigen schnell gelösten Problemen auf die Beine gestellt zu haben", so lautet sein erstes Fazit.

Als besonderen Aspekt stellt er die Kooperation mit der Europäischen Kulturhauptstadt Pilsen heraus., dabei sprang auch eine Förderung durch den Bayerischen Kulturfonds heraus. Als Partner-Organisation war dabei das Schönseer Centrum Bavaria Bohemia mit im Boot. Die "Ahoj 15"-Kunstprozession mit beachtlichen Werken deutscher und tschechischer Künstler, die Pantomimen des Pilsener Theatervereins Klenba und den unvergessenen Auftritt der Regensburger Tanzakademie in der alten Frank-Brauerei, so Wunders Einschätzung, könne man wohl zu den spektakulären Höhepunkten zählen. Auch die Kreativaktion mit Schülern von Mittel- und Realschule, die in vielen Facetten den Minnesänger Peter Unverdorben darstellten, sowie die Themenwoche "Aufbruch 1945" setzten für ihn beachtliche künstlerische und literarische Glanzlichter.

Der Schatzmeister geht davon aus, dass der budgetierte Kostenrahmen von rund 15 000 Euro eingehalten werden kann. Gemeinsam mit seinen Veranstaltungspartnern sei der Kunstverein auf einem guten Weg, Neunburg zu einer profilierten Kulturstadt zu entwickeln. (agr)
Wir bringen damit Hochkultur und Internationalität in unsere Stadt.Karl Stumpfi über Operngala und Kunstausstellungen
Weitere Beiträge zu den Themen: Kunstverein (17)Kunstherbst (4)Unverdorben (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.