Landrat Thomas Ebeling übernimmt Schirmherrschaft beim Festspiel "Vom Hussenkrieg"
"Fürst Thomas" gibt sich die Ehre

Mit Streitkolben und hussitischem Mantel ist Landrat Thomas Ebeling für seine Aufgabe als Schirmherr des Festspiels "Vom Hussenkrieg" bestens gerüstet. Über seine Zusage freuten sich (von rechts) Festspiel-Vorsitzender Helmut Mardanow, Pfalzgraf Johann (Peter Pauly), Gräfin Beatrix (Beate Seifert) und Bürgermeister Martin Birner. Bilder: Mardanow (2)
Kultur
Neunburg vorm Wald
17.04.2016
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Ein würdiger Schirmherr: Thomas Ebeling meisterte die Aufgabe, das historische Volkslied "Vom Hussenkrieg ein Gesang" auf der Laute zu begleiten und mitzusingen.

Er glänzte mit historischem Fachwissen und stellte sogar Minnesänger-Qualitäten unter Beweis: Landrat Thomas Ebeling hat eindrucksvoll gezeigt, dass er ein würdiger Schirmherr für das Festspiel "Vom Hussenkrieg" sein wird. Dafür erhielt er am Samstag sogar den Ritterschlag.

Neunburg/Schwandorf. Der erste Akt des Schirmherrnbittens für die 34. Festspielsaison spielte sich bei der Schwandorfer Biermesse ab. Begleitet von dumpfen Trommelschlägen hielt der Tross aus Rittern, Hussiten, Bogenschützen, Ratsherren und Mägden in der Oberpfalzhalle Einzug. Vor dem versammelten Volk unterzog Pfalzgraf Johann (Peter Pauly) den Kandidaten für das Schirmherrn-Amt einer "hochnotpeinlichen Befragung".

Wissen um Geschichte


Doch Landrat Thomas Ebeling zeigte, dass er als "Fürst von Schwandorf und Herrscher im Gäu" sich mit der Geschichte der Region auskennt. So konnte er unter anderem das Datum der Hussitenschlacht von Hiltersried, die der historische Hintergrund für das Festspiel ist, auf den Tag genau nennen - es war der 21. September 1433. Selbst Bürgermeister Martin Birner musste einräumen, dies nicht gewusst zu haben.

Danach stand ein Szenenwechsel an, wurde der offizielle Teil im Landratsamt fortgesetzt. Die Eskorte des Landrats dorthin übernahm ein Trupp Hussiten, der Thomas Ebeling kurzerhand in den hölzernen Prangerwagen steckte. Zumindest aber durfte der "Gefangene" auf edlem Tuch Platz nehmen.

In der Kantine der Behörde ging die Schirmherrn-Tauglichkeitsprüfung weiter: Da den Festspielern zu Ohren gekommen war, dass der Landrat ein Mann mit vielen Talenten sei, sollte er - unterstützt durch Georg Schmid, Darsteller des pfalzgräflichen Schreibers und Sängers Ott Ostmann, auf der Laute das überlieferte Volkslied "Vom Hussenkrieg ein Gesang" begleiten. Das klappte nach einem Probe-Versuch schon ganz gut und zu den Saiten-Klängen sang schließlich die ganze Delegation kräftig mit.

Unter dem donnernden Applaus der "Hussenkrieger" bestätige schließlich Pfalzgraf Johann, dass sich der künftige Schirmherr überaus würdig für seine Aufgabe erwiesen habe. Dies untermauerte er mit einem Ritterschlag für "Thomas von Schwandorf", indem er mit der Klinge seines Schwerts drei Mal die Schultern des Landrats berührte.

Kulturelle Bereicherung


Für die Stadt Neunburg als Veranstalter des Festspiels, ergriff Bürgermeister Martin Birner das Wort. Er verdeutlichte, dass der "Hussenkrieg" seit über drei Jahrzehnten das kulturelle Leben im Landkreis bereichere. Mit einem scherzhaften Hinweis auf die Kreisumlage, die Neunburg zu zahlen habe, hoffte Birner, dass der Landrat heuer "etwas ,Diridari' für unser Festspiel übrig hat".

Es sei "eine Ehre, bei diesem ganz besonderen Festspiel Schirmherr zu sein", bekannte Thomas Ebeling. Allerdings sei es auch eine schwierige Aufgabe seit das Tribünendach fehle, meinte er mit einem Augenzwinkern - "da hab' ich wirklich was zu tun". Er habe den "Hussenkrieg" bereits drei Mal gesehen und sei von der Leistung und hohen Professionalität des Ensembles beeindruckt gewesen.

Über das Ja des Landrats zur Schirmherrschaft freute sich Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins. Er überreichte die Replik eines hussitischen Streitkolbens und einen schwarzen Umhang als "Machtinsignien" an Thomas Ebeling. Bei einer deftigen Brotzeit wurde schließlich die erfolgreiche Übertragung der Schirmherrschaft gefeiert. Die musikalische Begleitung des offiziellen Akts hatte das historische Ensemble "Der Kelch" übernommen.
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