Letzte "Hussenkrieg"-Aufführung im 34. Festspieljahr
Auf der Bühne kehrt Ruhe ein

Im 20. Jahr hat Regisseur Nikol Putz (links) das Neunburger Festspiel "Vom Hussenkrieg" inszeniert. Bei der Abschlussfeier überreichten (von rechts) Vorsitzender Helmut Mardanow, Örtlicher Spielleiter Hans-Werner Habel und Bürgermeister Martin Birner Ehrennadel und Urkunde. Bilder: Mardanow (2)
Kultur
Neunburg vorm Wald
07.08.2016
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Von der "unendlich' Gschicht'" des Tribünendachs bis zu vergessenen Requisiten: Die "Wagenburg-Spatzen" - Bruno Spitzhirn, Christian Voith, Norbert Jonas und Philipp Mardanow (von rechts) nahmen Anekdoten abseits des Scheinwerferlichts aufs Korn.

Die Scheinwerfer sind dunkel, die Bärte rasiert und die Schminke ist abgewaschen: Nach sieben Aufführungen fiel der Vorhang für das Festspiel "Vom Hussenkrieg". Das Publikum hat das Ensemble mit stehendem Beifall in die Theaterpause verabschiedet.

Als die letzte Schlacht geschlagen war, erhoben sich viele Zuschauer von den Plätzen: Minutenlang erfüllten begeisterter Applaus und Bravo-Rufe den Burghof. "Ein tolles Publikum, das wird gleich für nächstes Jahr engagiert", kommentierte kurz darauf Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, bei der Abschlussfeier des 34. Theaterjahres. Seine ersten Worte galten mehreren "Hussiten", die sich heuer im Theaterbetrieb oder zu Hause verletzt hatten. Unter anderem fiel Andreas Vitzthum, Darsteller des Hussiten-Anführers "Rzitka", nach einem Sturz vom Pferd für diese Saison aus. Ein Dank galt allen Mitwirkenden für ihren Einsatz.

"Leider nass und nicht so erfolgreich", sei heuer der Mittelaltermarkt verlaufen. Mardanow dankte dem Organisationsteam um Karin und Franz Binder sowie Bauhof und Stadtwerken für die Unterstützung. Eine Auszeichnung mit Ehrennadel und Urkunde erhielt Regisseur Nikol Putz, der heuer den "Hussenkrieg" im 20. Jahr inszenierte. Den begeisterten Applaus der letzten Aufführung schrieb der Vorsitzende zu einem großen Teil Putz' Arbeit zu.

Angesichts der Ausfälle sprach Bürgermeister Martin Birner all jenen ein Kompliment aus, die kurzfristig Rollen übernommen hatten. Das Festspiel sei ein absolut positiver Werbeträger für die Region, merkte Birner mit Blick auf Zuschauer aus Hemau und Neumarkt an diesem Abend an. Er sei "stolz auf unser Festspiel" und nannte auch die tolle Atmosphäre beim Mittelalterlichen Markt "einen Traum". Dem Ensemble wünschte er nun eine ruhige Zeit, schließlich stehe im nächsten Jahr - zusätzlich zur Neunburger 1000-Jahr-Feier - der 35. Festspielgeburtstag vor der Tür.

"Zu gutem Ergebnis"


"Es war keine einfache Probenzeit", ließ Regisseur Putz die vergangenen Monate Revue passieren. Nach so langer gemeinsamer Arbeit könne es schon einmal zu Spannungen komme, die sich heuer "in einem Knall" entladen hätten, räumte er ein. Dafür entschuldige er sich bei allen Darstellern; im Endeffekt sei das Ensemble wieder zu einem guten Ergebnis gekommen, die Vorstellungen seien gut gelaufen.

Endlich wieder ein Dach


Nikol Putz brachte den Wunsch nach einem Dach über den Zuschauerrängen deutlich zum Ausdruck. Er sei sich aber sicher, dass die Stadt und die Kooperationspartner auf europäischer Ebene alles in ihrer Macht stehende dafür täten. Zusätzlich wünschte er sich, alle bei den Proben im nächsten Jahr wiederzusehen.

"Habt Dank", wandte sich Marktorganisator und "Zunftmeister" Franz Binder an die Festspieler und stellte die Einsatzbereitschaft beim Aufbau von Markt und Lagerleben heraus. Trotz des Regens am Sonntag habe man sich die Stimmung nicht vermiesen lassen, das sei bei weitem nicht selbstverständlich. Auch die Teilnehmer hätten sich beim Lagern im Stadtpark wohlgefühlt. Zum Finale der Abschlussfeier nahmen die "Wagenburgspatzen" zur Melodie der "alten Rittersleut'" Anekdoten und Vorgänge abseits des Scheinwerferlichts aufs Korn.
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