Markus Veith spielt Wilhelm Busch in der Versöhnungskirche
Karikaturist, Poet und Philosoph

Der Schauspieler, Schriftsteller und Kabarettist Markus Veith stellte in der Versöhnungskirche mit vorzüglicher Schauspielkunst verschiedene Figuren aus dem Werk von Wilhelm Busch dar. Bild: weu
Kultur
Neunburg vorm Wald
26.09.2016
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Er ist der geistige Vater von Max und Moritz und von literarischen Gestalten wie dem Maler Klecksel: Wilhelm Busch und seine Werke sorgten in der evangelischen Versöhnungskirche für einen amüsanten Abend.

Wer kennt sie nicht, die Geschichten von Max und Moritz, dem Lehrer Lämpel oder der Witwe Bolte. Was ihr Schöpfer Wilhelm Busch für ein Mensch war, zeigte der Schauspieler, Schriftsteller und Kabarettist Markus Veith mit dem Theaterstück "Wilhelm Busch: Ein jeder Narr tut was er will" im Neunburger Kunstherbst. Einerseits war Busch ein erfolgreicher Karikaturist, der zurückgezogen als Junggeselle gelebt hat. Andererseits ein an seinem Talent zweifelnder Maler, der 1000 Ölbilder gemalt hatte, sie aber für "nicht gut" hielt. Zugleich war er augenzwinkernder Dichter wie auch ernster Philosoph, der die Menschen sehr gerne beobachtete.

Spiel mit Pantomime


Markus Veith stellte diese vielschichtige Künstlerpersönlichkeit in vielen Facetten vor. Dabei konzentrierte er sich vor allem auf zwei Werke des großen Humoristen - auf den "Maler Klecksel" und auf "Balduin Bählamm, den verhinderten Dichter". Mit Buschs eigenen Gedichten, die Markus Veith spielerisch frei rezitierte, bekam die Bühnen-Sprache eine besondere Ausdruckskraft. Veiths glanzvolles Pantomimenspiel verlieh dem Stück den besonderen Reiz.

Aussprüche wie "Oft war ich hoffnungsvoll und froh, doch dann lief es doch nicht so" und "Wer sagt, die ganze Welt ist schlecht, hat recht" ließen erahnen, dass Busch auch als Dichter kritisch und manchmal unzufrieden ans Werk ging. Obwohl Veith nur mit wenigen Kulissen auf der Bühne agierte, ließ er ganze Scharen von Buschs Figuren auftreten und erweckte sie mit vorzüglicher Schauspielkunst zum Leben.

Keine Ruhe für den Dichter


Beeindruckend, wie er den Balduin Bählamm, vierfachen Vater und Schreiber, beim Herumtollen mit seinen "Kindern" darstellte. Da dieser zu Hause keine Ruhe zum Dichten fand, setzte sich Bählamm in den Zug und fuhr aufs Land. Seine Hoffnung "Will schreiben von Wind und Sonne, des Frühlingsabends wahre Wonne", wurde nicht erfüllt. Grauer Himmel, Donner und Regen, von Veith mit dem Mund authentisch zu Gehör gebracht, machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Schließlich hatte der Dichter noch mit Zahnschmerzen zu kämpfen und fuhr wieder nach Hause, wo er von seiner Frau unsanft aus seinem Traum geweckt wurde. "Was will der Dichter damit sagen?", fragte Veith frei nach Wilhelm Busch. Die Antwort: "So nimm denn dein Glas und stoße an, und werde niemals Ehemann". In der Pause versorgte die Kirchengemeinde die Gäste mit Getränken und Snacks.
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