Mit den Farben des Sommers

Sonja und Karlheinz Höflich umrahmten als "Duopoli-art in duo" die Eröffnung musikalisch und lockerten den Rundgang mit Swing-Musik auf.
Kultur
Neunburg vorm Wald
18.09.2016
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Die Jungkünstlerin Teresa Wurmstein als Vincent van Gogh (rechts) und Nina Dembianny als Joseph Beuys führten die Kunstprozession durch die Neunburger Altstadt an. Peter Wunder informierte sich über die bemerkenswerten Werke, die Teresa Wurmstein stolz präsentierte.

Der Startschuss für den Neunburger Kunstherbst fiel bei der Eröffnung der Kunstausstellung "Ahoj 16". An der Kunstprozession durch die Innenstadt nahmen auch "Joseph Beuys" und "Vincent van Gogh" teil.

Im gut besuchten Foyer der Schwarzachtalhalle begrüßte die Vorsitzende des Kunstvereins Unverdorben, Beate Seifert, besonders den Stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl sowie Bürgermeister Martin Birner und seine Stellvertreterin Margit Reichl. "Warum Kunst im Herbst?", fragte Seifert bei der Eröffnung der Kunstprozession und erklärte gleich darauf: "Im Herbst verbindet man Farben und Eindrücke, die man im Sommer gesammelt hat, man fasst zusammen und erinnert sich. Im Herbst wird daraus etwas Ganzes. Da ist man offen für Kunst."

Künstler aus Pilsen


Ihr Dank galt neben den Künstlern auch den Geschäften, die ihre Schaufenster für die Straßengalerie zur Verfügung stellten, sowie den Sponsoren und den aktiven Mitgliedern des Kunstvereins. In ihrer Vorstellungsrunde der Künstler begann sie mit "ArtVrch" aus Pilsen. Diese hatten im Juli beim internationalen Malworkshop "Artists in Residence" mit den Schülern der Mittelschule und der Gregor-von-Scherr-Realschule gemeinsam Bilder gemalt. An mehreren sommerlichen Tagen haben Künstler und Schüler markante Neunburger Häuser, Plätze, Straßen und Sehenswürdigkeiten malerisch eingefangen. Titel wie "Stadtpark-Studien", "Ice-Cream" (Neunburger Eisdiele), "Kirche im Berg" und "Burgtor" vermitteln liebenswürdige Ansichten, Szenen und Eindrücke, die den Betrachter zum Lächeln bringen.

Seiferts weiterer Gruß galt Jungkünstlerin Teresa Wurmstein, einem "Neunburger Kind", die allerdings erst später in Erscheinung trat. Als aktives Mitglied im Festspielverein und frischgebackene Abiturientin möchte sie den Weg der Kunst in allen Facetten bestreiten. Mit vielfältiger künstlerischer und schauspielerischer Begabung ausgestattet, probiert sie alle Formen, Techniken, Stile, Epochen und Materialien aus. Großzügige, farbgewaltige Acrylbilder, angelehnt an große Meister, wechseln sich ab mit filigranen Bleistiftzeichnungen, Gipsplastiken und surrealistischen Fantasien.

Als Gastkünstler aus Weiden stellte Beate Seifert dann Jürgen Fischer und Sandra Hosol vor, zwei vielseitige Künstler, die mit ihren Werken immer wieder überraschen. Zentrales Thema Fischers ist die Wahrnehmung der heimatlichen Landschaft, die er in großformatigen Bildern in der Schwarzachtalhalle zur Schau stellt. Verträumte Posen und melancholische Blicke darzustellen, ist Sandra Hosols Stärke beim Malen. In ihren Zeichnungen kommen absurde, manchmal auch tragische Gesichter vor, und sie verbindet Symbole wie die Schlange mit skurrilen Karikaturen oder clownesken Figuren.

Musikalisch umrahmten Sonja Höflich (Saxophon) und Karlheinz Höflich (Trompete) als "Duopoli-art in duo" die Eröffnung mit bekannten Swing-Nummern von Glenn Miller bis Duke Ellington.

Straßengalerie


Nach der Eröffnung zog die Kunstprozession, angeführt von dem plötzlich erscheinenden "Joseph Beuys" (Nina Dembianny, Kollegin von Teresa Wurmstein), von der Schwarzachtalhalle durch die Altstadt bis zum Kunstquartier. Die Gäste folgten Beuys durch die Innenstadt, wo an 23 Stationen Bilder in Schaufenstern zu bewundern waren.

Nachdem sich auch "Vincent van Gogh" (Teresa Wurmstein) der Menge angeschlossen hatte, spielten die beiden Künstler kleine Szenen aus ihrem Leben und stritten über den Sinn von Kunst. Aufgelockert wurde die Wanderung durch die Straßengalerie mit einem Sektempfang und Musik in den Arcaden. Ziel der Prozession war das Kunstquartier Im Berg 7, wo sich ein Großteil der 80 Bilder befand. Der Abend klang dann im idyllischen Innenhof gesellig aus.
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