Neue Sonderausstellung "Brauereien, Wirthäuser und Sommerkeller"
Auf Wirtshaustour im Museum

Die Brau-Tradition und die Gastronomie-Geschichte im Altlandkreis spielen heuer die Hauptrolle im Schwarzachtaler Heimatmuseum. Mit der Sonderausstellung "Brauereien, Wirtshäuser und Sommerkeller" leistet das Museum einen Beitrag zum Jubiläum "500 Jahre Reinheitsgebot". Im Vorfeld der Eröffnung am kommenden Sonntag prostet Museumsleiter Theo Männer den Besuchern schon einmal symbolisch mit einem alten Steinkrug zu. Bilder: Mardanow (2)
Kultur
Neunburg vorm Wald
17.05.2016
68
0
 
Mit prachtvollen Zinndeckeln, aus Steingut oder Glas: Eine Sammlung verschiedenster Bierkrüge ergänzt die Sonderausstellung.

Vom Braunen Brauhaus bis zur Kurfürstlichen Brauerei und vom Hirschenwirt bis zum Posthalter: In einer Sonderausstellung rückt das Schwarzachtaler Heimatmuseum die Brau-Tradition und die Wirtshaus-Historie im Altlandkreis in den Mittelpunkt.

Der Arbeitskreis Museum um Leiter Theo Männer entführt die Besuch in eine Zeit, in der etwa in der Hauptstraße fast jedes dritte Haus eine Gastwirtschaft war. Die Sonderausstellung mit dem Titel "Brauereien, Wirtshäuser und Sommerkeller" ist ab Sonntag, 22. Mai, zu sehen. Das Museum klinkt sich damit in die Feierlichkeiten zum Erlass des Reinheitsgebots vor 500 Jahren ein.

Von Krug bis Bierfilzl


Beim Rundgang durch die Ausstellung lässt sich in die einstmals vielfältige Brauereien- und Wirtshauslandschaft in Stadt und Umland eintauchen. So ist die frühere Frankbrauerei mit einer eigenen Vitrine vertreten, Exponate finden sich vom Weißen Brauhaus, in dem bis 2015 gebraut wurde. Kleinere Bier-Fabriken sind mit alten Fotos, Krügen oder Bierfilzln vertreten, antiquierte Pläne dokumentieren die frühere Lage der heute nicht mehr existenten Brauereien.

Pläne aus dem Staatsarchiv


Allein 10 Brauereien waren früher in Neunburg ansässig, weitere 15 im gesamten Altlandkreis. Im Pressegespräch erinnert der Museumsleiter beispielsweise an den Klosterbräu, eine Kurfürstliche Brauerei sowie zwei Braune Brauhäuser. In der Ausstellung werden sie durch Pläne aus dem Staatsarchiv Amberg aus dem Vergessen geholt. Von der Landbrauerei in Egelsried hat es ein Gedenkstein ins Museum geschafft.

Noch vielfältiger war die Wirtshauskultur: Über 60 Wirtschaften sind - nur in Neunburg - aus Vergangenheit und Gegenwart dokumentiert. Namen wie Posthalter, Doffl, Blom, Rieder, Kreuzwirt, Posthorn oder Adlwirt sind vielfach nur noch älteren Zeitgenossen ein Begriff. In den Vitrinen im Museum vermitteln Fotos, Bierkrüge aus Steingut oder Glas, Etiketten, Bierdeckel, Bierzoigl und Schilder dieses Kapitel Gastronomie-Geschichte.

Eine Hauptrolle in der Sonderausstellung spielen auch die sogenannten Sommerkeller. Diese Felsengewölbe, meist am Stadtrand gelegen, dienten ursprünglich zur Lagerung des Gerstensaftes, waren aber vielfach auch mit einer kleinen Wirtschaft kombiniert, verfügten häufig sogar über eine Kegelbahn. Auch Musik und Tanz gehörte zum Treiben auf den Sommerkellern, von denen der Gänswirtskeller, der Mapplkeller oder der Adlwirtskeller zu den populärsten gehörten.

Diese Sommerkeller sind aus der Gastro-Szene total verschwunden. "Einzig der Dorrerkeller ist noch erhalten", berichtet Theo Männer. Von den anderen seien nur noch teilweise Reste vorhanden.

Für die Sonderausstellung kooperiert das Heimatmuseum mit dem Reklamemuseum in Thanstein. Sammler Herbert Männer hat dafür eine Reihe von Email-Reklameschildern verschiedener Brauereien aus der Region zur Verfügung gestellt. Fässer und Zubehör-Teile für den Brau- und Wirtshausbetrieb vervollständigen die Leihgabe. Weitere Exponate sind unter anderem eine Sammlung von Email-Einsätzen für Zinndeckel sowie früher verwendete Bierflaschen.

Marcus Jacob ist Schirmherr


Eröffnet wird die Ausstellung zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 22. Mai. Die Schirmherrschaft hat Marcus Jacob von der gleichnamigen Familienbrauerei in Bodenwöhr, übernommen.

Die SonderausstellungName: "Brauereien, Wirtshäuser und Sommerkeller"

Eröffnung: Sonntag, 22. Mai; 10 Uhr im Schlosssaal mit Einführung durch Museumsleiter Theo Männer. 11 Uhr - Eröffnung und Besichtigung der Ausstellung. 12 bis 14 Uhr - Mittagessen im Burghof oder "Hussitenkeller". Musikalische Begleitung: Günter Schmid, Johannes Bauer.

Öffnungszeiten: Sonntag von 10 bis 12 Uhr von 14 bis 17 Uhr, Mittwoch von 14 bis 17 Uhr. Eine Besichtigung ist auch nach Vereinbarung im Museum, Telefon 09672/4183 oder per Mail museum-neunburg@gmx.de möglich. (mp)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.