Neujahrkonzert in Neunburg
Smetana Philharmoniker aus Prag sorgen für "Balsam für die Seele"

Die tschechische Sopranistin Ester Pavlu und der mexikanische Tenor Antonio Rivera, zwei international renommierte Stars, begeisterten das Publikum beim Neujahrskonzert in der Schwarzachtalhalle.
Kultur
Neunburg vorm Wald
04.01.2016
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Mit einem Potpourri weltbekannter Operetten-Melodien begrüßten die Smetana Philharmoniker aus Prag mit Chefdirigenten Hans Richter das neue Jahr. Beschwingt, schmissig und professionell auf die Bühne gebracht, ließ das Konzert keine Wünsche offen.

Bereits zum dritten Mal zündeten die Smetana Philharmoniker aus Prag ein musikalisches Feuerwerk in der Schwarzachtalhalle und setzten damit ein Glanzlicht in der Pfalzgrafenstadt und darüber hinaus. Bürgermeister Martin Birner freute sich über die große Resonanz und wünschte den zahlreichen Besuchern ein gutes, erfolgreiches neues Jahr. Dann übernahm Chefdirigent Hans Richter, ein gebürtiger Neunburger, das Ruder. Charmant und witzig meisterte er auch die Moderation des Abends, für die der mittlerweile verstorbene Altbürgermeister Wolfgang Bayerl vorgesehen war.

Schweigeminute


Richter erinnerte an die Zeit, als er von Bayerl mit offenen Armen empfangen wurde und das erste Konzert in der neu gebauten Halle bestritt. "Lieber Wolfgang, wir werden dich in guter Erinnerung behalten", waren seine abschließenden Worte, die eine Schweigeminute nach sich zogen.

Mit der fulminanten Ouvertüre zur Oper "Carmen" von Georges Bizet wurde das zweistündige Konzert der Extraklasse eröffnet. Die zu den großen Nachwuchstalenten zählende Sopranistin Ester Pavlu, Gewinnerin zahlreicher Wettbewerbe und Festivals, brachte Habanera aus "Carmen" zu Gehör.

Mit feuriger Note


Mit Antonio Rivera ging die Reise weiter nach Russland. Der mexikanische Tenor, auf den Richter durch glänzende Zeitungskritiken aufmerksam geworden war, überzeugte mit perfekt geführter Stimme beim Wolgalied aus "Zarewitsch" von Franz Léhar. Natürlich durfte bei dem Neujahrskonzert der unsterbliche Walzerkönig Johann Strauß nicht fehlen.

Mit "Rosen aus dem Süden" und "An der schönen blauen Donau" erklangen zwei der schönsten Konzertwalzer von Johann Strauß. Eine feurige ungarische Note brachte seine bekannte Polka "Eljen a magyar" ins Spiel. Der Operettenkomponist Johann Strauß war mit der Ouvertüre aus "Eine Nacht in Venedig" und dem bekannten "Gondellied" mit von der Partie, das Antonio Rivera sehr gefühlvoll darbot. Zuvor hatte Hans Richter die Gäste ins Venedig des 18. Jahrhunderts geführt und die Oper als Verwechslungskomödie mit allerlei Verwirrungen vorgestellt. Zwei weitere Weltschlager der leichten Muse waren mit Tassilos Lied aus "Gräfin Mariza" von Emmerich Kalman und mit dem wunderschönen Duett "Lippen schweigen" aus "Die lustige Witwe" von Franz Léhar zu hören.

Bis Fernost, in das "Land des Lächelns", führte die musikalische Tour. Die berühmteste Arie aus dieser Operette von Franz Léhar, "Dein ist mein ganzes Herz", riss das Publikum zu Bravo-Rufen und Beifallsstürmen hin. Viel zu schnell war das Programm zu Ende. Richters Dank galt Karl Stumpfi und Bürgermeister Martin Birner für die Organisation des Abends.

"Balsam für die Seele"


Mit "La Danza" von Giaccomo Rossini gab es eine Zugabe, bevor das Neujahrskonzert mit dem zum Mitklatschen animierenden Radetzky-Marsch von Johann Strauß Vater ganz nach dem Vorbild des Wiener Neujahrskonzerts zu Ende ging. Ein lang nachwirkendes musikalisches Highlight, das mit viel Applaus und Kommentaren wie "großartig", "wunderschön" und "Balsam für die Seele" gewürdigt wurde.
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