Positive Jahresbilanz des Schwarzachtaler Heimatmuseums
Punkten mit Ortsgeschichte

Besondere Hingucker in der Abteilung "Bäuerliches Hausen" sind die filigran gestickten Riegel- und Goldhauben. Im Schwarzachtaler Heimatmuseum war auch im abgelaufenen Jahr kein Stillstand festzustellen. Bild: Mardanow
Kultur
Neunburg vorm Wald
15.01.2016
79
0
 
Museumsleiter Theo Männer und ein rühriger Arbeitskreis engagieren sich um die vielfältigen Facetten der Heimatgeschichte. Bild: Mardanow

Die Urteile im Gästebuch fallen eindeutig aus: "Ein beeindruckender Ort", "Wir hätten noch Stunden bleiben können" oder "Dies ist unser Lieblingsmuseum". Ohne Zweifel: Das Schwarzachtaler Heimatmuseum hat im abgelaufenen Jahr viele neue Freunde gewonnen.

Weit über den Altlandkreis hinaus haben sich Besucher im Jahr 2015 auf die Neunburger Heimatgeschichte eingelassen. Die Exponate lockten unter anderem Leute aus Weiden, Passau, Frankfurt, Düsseldorf und Berlin ins Museum. Auch bei internationalen Gästen konnte die Sammlung punkten, wie Besucher-Einträge aus London und Belgien und sogar aus dem australischen Brisbane und Beijos (Brasilien) verraten.

"Kommt sehr gut an"


"Der Tourismus spielt für uns schon eine Rolle", stellt Museumsleiter Theo Männer fest, als er dem NT die Jahresbilanz vorlegt. Vor allem in den Sommermonaten seien sehr viele Auswärtige in der Sammlung unterwegs gewesen. Als neuer Anziehungspunkt habe sich die im Mai eröffnete Abteilung "Stadtgeschichte" erwiesen - "die kommt bei unseren Gästen sehr gut an", berichtet Männer. Dass dabei auch schwierige Kapitel wie Nazi-Herrschaft, KZ-Todesmärsche und US-Besatzung nicht ausgespart sind, findet immer wieder Anerkennung.

Über den Winter wird nachgerüstet: So soll dem Thema Stadtentwicklung eine eigene Koje gewidmet werden. Die anderen Bereiche werden um weitere Bildstationen - insgesamt acht - ergänzt. "Die Bildschirme sind bereits gekauft und müssen noch eingebaut werden", erklärt der Museumsleiter. Danach gilt es noch, die Technik mit Daten zu füttern.

In anderen Abteilungen hat sich bereits etwas getan. In der Geologie-Sammlung hängt nun eine verbesserte Übersicht, demnächst folgt als Bereicherung noch die Figurine eines Bergmanns in voller Montur. Die Geschichte des Blaudrucks verdeutlicht eine Aufstellung mit Neunburger Färbereien. Die Vitrine mit filigran gewirkten Riegel- und Goldhauben ist textlich ergänzt worden. In Bearbeitung befinden sind auch die Themenbereiche Schützen, Maße und Gewichte, Schmied/Schlosser, Wirtshäuser/Brauereien und Totenkult.

Zwei Sonderausstellungen präsentierte das Museum: Zur Festspielzeit im Juli/August die von Franz Grundler konzipierte Präsentation "Auf den Spuren der Hussiten" und ab Herbst die Retrospektive auf die Künstlerin Michaela Krinner. Im neuen Jahr möchte das Museum im Kielwasser der Bayerischen Landesausstellung "Bier in Bayern" schwimmen: Zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes plant der Arbeitskreis Museum, die hiesige Wirtshaus- und Brautradition ins Rampenlicht zu rücken. "Da lagert bei uns einiges im Depot", blickt Theo Männer voraus. Weitere Exponate zu dieser Thematik - Krüge, Gläser, Gastronomie-Zubehör - würden ohnehin schon im Museum gezeigt.

Sehr schönes und interessantes Museum mit vorbildlich präsentierten Objekten.Gästebuch-Eintrag des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, München

Lob an den Arbeitskreis


Erneut durfte sich der Arbeitskreis über Neuzugänge freuen: Neben Leihgaben für die Abteilung "Hinterglas" (NT berichtete), fanden wieder zahlreiche Einzelexponate den Weg in die Sammlung. Die Palette reicht von Sterbebildern, Abzeichen und Flaschen bis hin zur Bibel und evangelischen Gebet- und Gesangbüchern. Letztere hat der frühere Pfarrer Joachim Kendzia dem Heimatmuseum überlassen. Theo Männer dankte dem rührigen Arbeitskreis, allen voran Gertrud Stadlbauer, für die "perfekte Verwaltung". Unter anderem koordiniert sie zuverlässig Führungen und Aufsichten.

Nicht vergessen bleibt die seit Jahren geplante Erweiterung des Heimatmuseums, doch dazu müssen erst die Weichen für die Sanierung des alten Landratsamtes gestellt werden. In diesem Zusammenhang, so stellt Theo Männer heraus, müsse auch die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Schloss und damit auch zu Museum und Musikschule in die Überlegungen einbezogen werden.

MuseumsstatistikBesucherzahl: Bis zum Jahresende 2015 rund 1600 Gäste.

Führungen: Bei 15 Terminen geleiteten Otto Reimer, Peter Pauly, Dr. Reiner Reisinger und Theo Männer verschiedene Gruppen durch die Abteilungen.

Arbeitskreis: Bei insgesamt 35 Arbeitseinsätzen - jeweils Dienstag von bis 17 bis 20 Uhr - packten im Schnitt 11 Mitarbeiter mit an. (mp)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.