"Queenmania" in der Schwarzachtalhalle
Tribut an die Rock-Könige

Die vier Italiener von "Queenmania" erinnerten an eine der größten Bands der Rockgeschichte und reisten mit dem Publikum nahezu durch die gesamte Karriere von "Queen". Bilder: weu (2)
Kultur
Neunburg vorm Wald
17.01.2016
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"Barcelona": Sonny Ensabella und Susi Wiemer bekamen Sonderapplaus für ihre Interpretation des Liedes, das Freddie Mercury für die Sommerspiele im Jahr 1992 geschrieben hatte.

"You can be anything you want to be" - du kannst alles sein, was du willst - heißt es in "Innuendo", einem der letzten Lieder von "Queen". Einfacher gesagt als getan: Denn wenn man ausgerechnet Freddie Mercury sein möchte, ist das nicht zu schaffen. Sonny Ensabella ist ganz dicht dran.

Mit dem Tod ihres charismatischen Frontmanns Freddie Mercury im Jahr 1991 kam auch das Ende der Rock-Könige von "Queen". Zumindest im ursprünglichen Sinne. Dafür, dass die Show weitergeht, sorgen zwei "Queen"-Mitglieder - Brian May und Roger Taylor - die mit wechselnden Sängern auf Tournee gehen, und zum Beispiel "Queenmania", eine Tribute-Band aus Italien.

Unter dem Titel "Forever Queen" erinnern die Musiker am Samstag in der nahezu vollen Schwarzachtalhalle an eine der erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte. Bevor das "Flash"-Intro erklingt und das Konzert einläutet, dauert es wenige Minuten länger. Ein kleines technisches Problem klatscht das gut aufgelegte Publikum aber im "We will rock you"-Rhythmus schnell weg.

Dann ist Showtime: Sonny Ensabella gibt den Freddie Mercury der früheren 80er Jahre: Mit gegeltem Haar und Schnauzbart gockelt er samt seinem abgesägten Mikroständer über die Bühne wie sein berühmtes Vorbild. Seine Stimme ist eine Mixtur aus Mercury mit einem Schuss Axl Rose in den höheren Tönen. Er meistert die schwierige Aufgabe, das für gewöhnlich breite Tonspektrum der "Queen"-Songs zu bewältigen - ein absoluter Ausnahmekönner am Mikrofon!

Hochklassige Musiker


Gleiches gilt für seine Bandkollegen. Vor allem für Tiziano Giampieri: Er hat einen Nachbau der berühmten "Red Special"-Gitarre umhängen, die Vox-AC30-Verstärker aufgedreht, ein Plektron statt einer Sixpence-Münze in der Hand und - wie "Queen"-Gitarrist Brain May - den anspruchsvollsten Job in der Band. Vor allem bei den Stücken aus den 70er-Jahren - der Prä-Pop-Ära von "Queen", als die Gruppe komplett auf Synthesizer verzichtete - muss er alleine den kompletten Klangteppich für die Lieder bereiten - von gelegentlicher Flügel-Unterstützung einmal abgesehen. Die Rhythmus-Sektion ist nicht minder hochklassig besetzt: Andrea Ge am Schlagzeug und Angelo Perini am Bass - er sieht eher nach Metallica aus als nach dem etwas biederen John Deacon - holen sich nicht nur einmal Sonderapplaus ab.

Reise durch die Hits


Was das Quartett auf die Bühne bringt, ist schlichtweg hervorragend. Zu hören gibt es eine Art "Best of" der nahezu gesamten Karriere der vier Briten. Nur die ersten beiden Alben fehlen auf der Setlist, ansonsten ist von jeder Scheibe mindestens ein Song vertreten. Das Spektrum reicht von "Killer Queen" bis hin zu "You don't fool me" vom "Made in Heaven"-Album. Die vier Italiener spielen es in einer Zwischensequenz von "Another one bites the Dust" kurz an. Dazwischen natürlich weitere Meilensteine der Musikgeschichte, die der Gruppe ein Millionenpublikum beschert haben: "Bohemian Rhapsody", "A kind of Magic", Radio GaGa", "Under Pressure" oder "Somebody to love" - um nur ein paar zu nennen.

Auf dem Programm steht auch ein kurzes akustisches Set: "Love of my Life". Im Original eigentlich für Klavier komponiert, entfaltet das Stück seit jeher live mit der Akustik-Gitarre und Publikumsgesang seine wahre Kraft. Auch in Neunburg beweist hier der ein oder andere seine Textsicherheit. Im Anschluss folgt die erste Überraschung des Abends: "Innuendo". Die Musiker starten mit dem Flamenco-Teil, bevor das Lied seinem brachialen Rock-Finale entgegensteuert. Es in seiner ganzen Komplexität und seinem schier erdrückenden Bombast live auf die Bühne zu bringen, zeigt die ganz große Klasse der Musiker. Besonders Gitarrist Giampieri hat sich hier wieder ein großes "Bravissimo!" verdient.

Das gilt auch für die zweite Überraschung des Abends: Sängerin Susi Wiemer. Die klassische Sopranistin singt Brian Mays Part in "Who wants to live forever" und lässt den Song in einem völlig neuen Licht erscheinen. Außerdem übernimmt sie die Rolle der spanischen Starsopranistin Montserrat Caballé in "Barcelona", das Mercury für die olympischen Sommerspiele 1992 als Duett komponiert hatte.

Zwei Zugaben


Fast drei Stunden lang dauert die Reise durch die Rockgeschichte, bevor das Konzert stilecht endet: "We will rock you" und "We are the Champions" als Zugaben, bevor Frontmann Ensabella mit Krone und Königsmantel ins Publikum grüßt und "God save the Queen" erklingt. Das Publikum steht mittlerweile und applaudiert den Ausnahmekönnern auf der Bühne begeistert - und das völlig zurecht.
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