Scherr-Realschüler kochen fürs Dialekt-Wörterbuch
Mundart als wichtige Zutat

Schnippeln und brutzeln fürs Dialekt-Lexikon: Bei der Zubereitung verschiedener Speisen mit typischem Dialekt-Namen legten sich Fachoberlehrerin Maria Schießl (links) und ihre Schüler richtig ins Zeug. In seiner Kochschule "Grünes Gut" vermittelte Andreas Meier verschiedene Tipps und Tricks für die Küchenarbeit. Bilder: slu (3)
Kultur
Neunburg vorm Wald
06.03.2016
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"Dialekt geht durch den Magen." Dieses abgewandelte Sprichwort steht über einer Veranstaltung, die bei Andreas Meier in der Kochschule "Grünes Gut" in Pullenried stattfand. Für die Arbeit am Dialekt-Wörterbuch der Scherr-Realschule kamen "Kejchl" und "Erpflsuppm" in Topf und Pfanne.

Betreut von Fachoberlehrerin Maria Schießl und angeleitet von Koch Andreas Meier schwangen acht Schüler der Gregor-von-Scherr-Schule die Kochlöffel. Für ein Kapitel des im Entstehen begriffenen Sachgruppenwörterbuchs "Lebendige Mundart" wurden traditionelle Gerichte mit einem typischen Dialekt-Namen zubereitet. Vor dem Verzehr setzte Food-Fotograf Michael Heider aus Neunburg die fertigen Gerichte professionell in Szene. Seine Motive werden zu einem Hingucker des Dialekt-Lexikons werden.

Bewusst machen


Das Wörterbuch ist Teil des Projekts "Mundart Wertvoll" der Stiftung Wertebündnis Bayern. Mit der Arbeit an dem Lexikon sollen die beteiligten Jugendlichen zu vielfältiger und facettenreicher, handlungsorientierter und interaktiver Auseinandersetzung mit dem heimischen Dialekt, dem Nordmittelbairischen, angeregt werden. Im Sinne von Identitätsstiftung und Heimatverbundenheit möchte ein Bewusstsein für die eigene Mundart entwickelt werden. Eines der Teilprojekte neben den Bereichen Hausnamen, Personencharakterisierung, Landwirtschaft und Brauchtum ist "Haushalt", unter anderem mit der Untergruppe "Ernährung". Und eben auf diesem Gebiet geht es darum, alte Gerichte und Rezepte in einen dialektalen und kulturhistorischen Kontext einzubetten.

Tipps und Tricks für Küche


Rund 20 schmackhafte Speisen bereitete die Schülergruppe in der Kochschule in Pullenried bei Oberviechtach zu. Angefangen von "Erpflsuppm" und "Budersuppm" über "Schobberler" und "lumpers Graud" bis hin zu "Kejchl" und "Aousterbraoud". Dabei kam es nicht nur darauf an, das Essen tisch- und verzehrfertig zu gestalten, sondern sich im Vorfeld auch um den Einkauf der Zutaten und im Nachgang um die Aufräumarbeiten zu kümmern.Dieser pädagogische Aspekt wurde vor Ort insofern um eine didaktische Komponente erweitert, als Profikoch Andreas Meier seinen "Kochnovizen" Erläuterungen zur Vorgehensweise, den Gerichten, den Zutaten und zur Hygiene, erweitert um Insidertipps und -tricks gab.

Die Neunburger Schüler meisterten den langen Tag mit Bravour und hatten einen mehrfachen Gewinn davon - sie erhielten Einblick in die Kulturhistorie ihrer Region am Beispiel der Kulinarik, setzten sich bewusst mit dem Dialekt auseinander, bekamen die Zubereitung schmackhafter Gerichte vermittelt und eine bleibende Erinnerung in Form hochwertiger Bilder und einen Gaumenschmauß serviert. Eine rundherum gelungene Sache also.

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Weitere Informationen:

www.wertebuendnis-bayern.de/projekte
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