Stifter und Leihgeber bereichern die Ausstellung
Neue Facetten fürs Museum

Brigitte und Karl Leitl stellten dem Heimatmuseum zwei Hinterglasbilder und ein Kruzifix (links oben) aus dem Nachlass des letzten Winklarner Glasmalers Georg Schwab zur Verfügung. Leiter Theo Männer (rechts) bedankte sich für die Bereicherung der Ausstellung. Bild: Mardanow
Kultur
Neunburg vorm Wald
11.12.2015
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Kostbarkeiten aus Glas, ein Exponat auf Schienen und eine Kindheitserinnerung: Stifter und Leihgeber haben im Schwarzachtaler Heimatmuseum für eine vorgezogene Bescherung gesorgt. Die neuen Schätze sind exklusiv beim Burg-Advent zu sehen.

Über ein "dreifaches Christkindl" freute sich Museumsleiter Theo Männer, als er bei einem Pressegespräch die Neuzugänge vorstellte. So haben Brigitte und Karl Leitl aus Neunburg die Hinterglas-Abteilung bereichert: Auf Leihbasis überließen sie dem Museum zwei Andachtsbilder aus dem Nachlass des Winklarner Malers Georg Schwab und ein handgeschnitztes Kruzifix. Georg Schwab war der Großonkel der Leihgeberin und der letzte Hinterglasmaler in Winklarn. Die beiden Motive zeigen eine Ecce-Homo-Darstellung (Jesus als Schmerzensmann mit Dornenkrone) und eine schmerzhafte Muttergottes. Zusammen mit dem farbig gefassten Holzkreuz hingen beide Bilder einst in der Stube der Schwabs. Zusätzlich stellte die Familie Leitl dem Museum noch rund 30 Risse, das sind gezeichnete Vorlagen für Hinterglasbilder, zur Verfügung.

Mit den Neuzugängen - "eine Gabe von großem Wert" (Theo Männer) - zeigt die Abteilung nunmehr ausschließlich Hinterglasbilder aus Winklarn. Dafür mussten andere Motive, die beispielsweise in Oberbayern und Böhmen gefertigt wurden, ihren Platz räumen und schmücken nun die nachgebaute Bauernstube, die sich einen Raum weiter befindet.

Für eine "schöne Bereicherung" der Sammlung sorgte auch Johannes Wiemann. Der frühere Realschullehrer stiftete ein Eisenbahn-Modell der Spurweite 1 für die Abteilung "Verkehrsachse". Die Lokomotive mit drei Waggons ist im Stil der 30er Jahre gefertigt und ergänzt das Diorama des früheren Neunburger Ostbahnhofs. "Solche Eisenbahnen sind bei uns bis Anfang der 1950er Jahre gefahren", erklärte Wiemann, als er das Modell zusammen mit Oswald Sieber von den Neunburger Eisenbahnfreunden erläuterte. Der Miniatur-Zug soll noch mechanisiert werden, um den Antrieb demonstrieren zu können. "Das wird unsere Eisenbahn-Ecke noch plastischer machen", freute sich der Museumsleiter.

Ein echtes "Neunburger Stück" ist der nächste Neuzugang: Es handelt sich dabei um eine mechanische Krippe, die sich einst in der Spitalkirche befand. Die Apparatur hat der Arbeitskreis Museum in den vergangenen Monaten aufwendig restauriert: Elektriker, Schlosser und Schreiner stellten ihre Fertigkeit unter Beweis. Mit dem Einwurf von 20 Cent lässt sich die Mechanik nun wieder in Bewegung setzen - ein Glockenspiel ertönt, aus einer burgartigen Kirche fährt auf Schienen das Christkind heraus und hat die hölzerne Hand zum Segen erhoben. Und nicht nur beim Museumsleiter weckt dieses Exponat Erinnerungen an die eigene Kindheit: "Diese Krippe war früher bei uns Kindern und Jugendlichen heiß begehrt." Damals reichte noch ein "Zehnerl" um sie in Gang zu setzen. Literarisch verewigt wurde die Jahreskrippe durch Teodoro Caremoli in seinem dritten Band der "Neunburger Leit'". Zuletzt befand sich der Apparat im Besitz des Neunburger Marienheims. Sämtliche Neuzugänge sind heute und am Wochenende während des Burg-Advents zu betrachten.

ÖffnungszeitenZum "Romantischen Burg-Advent" am Wochenende ist das Heimatmuseum am Freitag und am Samstag von 17 bis 20 Uhr geöffnet, am Sonntag von 14 bis 20 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene beträgt einen Euro, Kinder und Jugendliche sind frei. Zusätzlich bietet Museumsleiter Theo Männer am Sonntag um 14.30 Uhr eine Führung durch die Abteilung "Stadtgeschichte" an. (mp)
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