Wenn zum Zwiefachen der Dudelsack klingt

Kultur
Neunburg vorm Wald
21.10.2016
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Ein Feuerwerk an bayerischer Musik, gepaart mit irischen Einflüssen, brannten "Da Huawa, da Meier und I" in der Schwarzachtalhalle ab. Kannte man das Trio bisher als eine erfolgreiche Musik-Kabarett-Gruppe, so erwies sich die Idee, gemeinsam mit fünf erstklassigen Musikern aus Irland zu musizieren, als Volltreffer.

Als das Trio gemeinsam mit "Na Ciotogi" ("Die Linkshänder") auftrat, riss es das Publikum in der Schwarzachtalhalle immer wieder zu Beifallsstürmen hin. An diesem Abend traf das Bayerische auf das Gälische und der Zwiefache harmonierte mit irischer Volksmusik. Die Musik liege gar nicht so weit auseinander, da bayrische Lieder oft im Dreivierteltakt stehen, irische im Sechsachteltakt, wie die Kabarettisten augenzwinkernd feststellten. Mit einem Medley bairisch-irischer Trinklieder begann der Abend. "As guade boarische Bier" mit Reinheitsgebot, das auch für das irische Guiness gilt, wurde besungen.

Lachmuskeln strapaziert


Mathias Meier, der unbestrittene "Showmaker," dem zu jedem Kommentar seiner Kollegen Siegi Mühlbauer ("I") und Christian Maier ("da Huawa") etwas Witziges einfiel, strapazierte die Lachmuskeln der Zuhörer genauso umfangreich, wie er seinen Bauchumfang vor sich her trug. Verkleidet als Mönch - "von der Augustinerflasche herabgestiegen" - begleitete er den musikalischen Beitrag zum Reinheitsgebot, in dem die Zeit der "Rittersleit'" und des "flüssigen Brouds" besungen wurde.

Wie kaum eine andere Musikgruppe verkörpern "Da Huawa, da Meier und I" die typisch-bayrische Mentalität. Ob es um den ewigen Kampf zwischen Anhängern der Traktoren Fendt, John Deere und Lanz geht oder um die Nostalgie über das Verschwinden des "Fensterln", die drei Musikkabarettisten fühlen stets der Gesellschaft auf den Zahn, ganz ohne den moralischen Fingerzeig.

Kongenial ergänzt wurden sie von den fünf irischen Vollblutmusikern, die mit Dudelsack, Pipes, Geigen, Akkordeon und Gesang die grüne Insel auf die Bühne holten. David, Timmy, Taddy, Dan und Tony komplettierten das Kabarett-Trio wunderbar und verschafften dem Abend ein besonderes, nicht alltägliches Klangerlebnis. Irische Tänze, die der 71-jährige Timmy aufführte, lösten Beifallsstürme beim hingerissenen Publikum aus. Beim Lied über die Sportart "Zumba" hatte "da Meier" mit seinen Leggings die Lacher auf seiner Seite, als er im Zebra-Look mit Stirnband Verrenkungen machte. "Zum Schießen" war das englisch gesungene Lied "A Girl named Hasi", das "da Meier" in Gebärdensprache darstellte. Mit Schunkeln und Klatschen wurde das Publikum einbezogen, stehend musste der Refrain "Holladiri duljo, a Halwe, du Resi, für mi" gesungen werden.

Mehrere Zugaben


In einem "upgedateten Text" wurde der "Fensterstock-Hias" vorgestellt, der als "MrBig69" im Chatroom versucht, "Gazelle29" aufzureißen, bis sich herausstellt, dass es sich dabei weder um eine "Gazelle" noch um eine 29-Jährige handelte. Nach zweieinhalbstündigen Lachsalven und mehreren Zugaben ließ das begeisterte Publikum die acht Musiker nur ungern gehen. Ein unvergleichlicher Abend, der nach Wiederholung ruft.
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