1. September: Antikriegstag am Plattenberg - Mahnende Worte auf dem KZ-Gedächtnisfriedhof
Damit finstere Zeit nicht in Vergessenheit gerät

Die Teilnehmer am Antikriegstag legten an der KZ-Gedenkstätte auf dem Plattenberg Blumen nieder. Bild: frd
Lokales
Neunburg vorm Wald
02.09.2015
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Die Gedenkstunde ist bereits zur Tradition geworden: Zum "Antikriegstag" am 1. September, an dem Tag im Jahr 1939, an dem der Zweite Weltkrieg mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen begann, fanden sich am Dienstag viele Teilnehmer auf dem KZ-Gedächtnisfriedhof am Plattenberg ein, um sich der Gefallenen der Weltkriege zu erinnern und sich für den Frieden in der Welt auszusprechen.

Die Einstimmung übernahm der Juso-Vorsitzende im Städtedreieck, Peter Wein, der zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen auch die beiden Altlandräte Hans Schuierer und Volker Liedtke, begrüßte. Diese Gedenkfeier am 1. September, so Wein, solle Auftrag und Mahnung zugleich sein, damit sich so ein Kriegsausbruch nie mehr wiederholen könne.

Die Zweite Bürgermeisterin der Stadt Neunburg vorm Wald, Margit Reichl, wies darauf hin, dass dieser 1. September an die dunkelste Zeitgeschichte unseres Landes erinnere und es immer noch Zeitzeugen gäbe, die von dieser für sie so schweren Phase erzählen können. Auch im Raum Neunburg mussten viele Menschen während der "Kriegsmärsche" ihr Leben lassen und sind oft in nur provisorischen Massengräbern "verscharrt" worden. Doch auch 70 Jahre später gebe es noch solche Kriegsschauplätze in der Welt. Einige 100 Meter von diesem KZ-Gedenkfriedhof entfernt leben jetzt 150 Flüchtlinge, die vor dem Krieg in ihren Heimatländern geflohen sind. Es sei unsere christliche Pflicht, diesen Menschen wieder in ein menschenwürdiges und friedliches Dasein zu helfen.

Mahnende Worte sprach nach einem Musikstück von Oliver Pronath auch der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Dr. Jörg Skribeleit, der an die vielen Opfer in den Konzentrationslagern erinnerte, die wehr- und hilflos den Schergen des SS-Regimes ausgesetzt und auf grausamste Weise zu Tode gebracht worden sind. Auch der Vater von Altlandrat Hans Schuierer, der bei dieser Gedenkstunde anwesend war, sei einige Zeit im Konzentrationslager Flossenbürg gewesen und habe dort die Grausamkeiten erleben müssen. Unter der Frage "Was bleibt?" mahnte er, sich immer wieder an diese Zeit zu erinnern und alles dafür zu tun, dass so etwas nie mehr geschehen könne.

Nach dem Niederlegen von Blumen an der Gedenkstätte und einem weiteren Musikstück, sprach Willi Rester von der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) das Schlusswort. Er stellte fest, dass Frieden ohne Militär nur ohne Waffen und ohne Kriegshandlungen gelingen könne.
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