Als Lernort und Ausflugsziel

Im Naschgärtchen pflückte Bürgermeister Martin Birner (links) eine der ersten Erdbeeren.
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.06.2015
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Das Schmuckkästchen mitten im Ort soll vom Staub befreit werden und mit neuen Marketingmaßnahmen mehr Besucher anlocken. Im Bauabschnitt II sind mehrere Sanierungen für das bäuerliche Heimatmuseum Oberpfälzer Wald in Seebarn geplant.

Bei einem Pressegespräch holte sich der harte Kern der Freunde und Förderer des Museums Rat und Hilfe bei Bürgermeister Martin Birner. Vorsitzender Adolf Greiner machte klar, dass der Heimatverein auf Unterstützung und Fördermittel aus dem Leader-Programm angewiesen sei.

"Der Ranklhof soll ein lebendiger Lernort und attraktives Ausflugsziel werden", beschrieb er das Ziel der geplanten Umbauvorhaben. Gleichzeitig wollen er und seine treuesten Helfer Claudia Falk, Margarete Zwicknagel und Monika Becher die vielen Ausstellungsstücke der Nachwelt erhalten. Da fehle es aber an Vitrinen und Regalen, um die Exponate wirksam und geschützt präsentieren zu können, erklärte Falk. Sie fragte deshalb bei Birner an, ob die Stadt einen kleinen festen Zuschuss von 1000 bis 2000 Euro pro Jahr gewähren könnte.

"Dann wäre es möglich, jedes Jahr einen der Räume im Pfarrhof neu zu gestalten", sagte die Schriftführerin des Vereines. Birner war dafür sofort aufgeschlossen und versprach, sich für diesen Antrag einzusetzen. Er war nach Seebarn gefahren, um sich einen Überblick zu verschaffen und dankte den Vertretern des Museumsteams für ihre Arbeit. Zuvor zeichnete Dr. Hajo Steffens ein eher düsteres Bild der momentanen Situation.

"Das Museum krankt an mehreren Stellen", führte er aus. Nicht viele Besucher fänden an den Sonntagen den Weg in das Heimatmuseum; wenige Mitglieder mit geringen Beiträgen und der Hauptgrund, eine falsche Werbung, ließen keinen Spielraum für wichtige Renovierungen, zählte der Gönner auf. Für seine Stiftung und Spenden sagte Greiner nochmals Dank und bestätigte, dass es ohne diese Zuwendungen gar nicht ginge. Für Dr. Steffens stehe die Werbung an oberster Stelle, dann müssten attraktive Aktionen her und der Bauabschnitt II sollte schnellstens in Angriff genommen werden.

Unterstützung zugesagt

Dem stimmte der Bürgermeister vollkommen zu und sagte die Unterstützung der Stadt zu. Er regte an, dass sich die Seebarner mit dem Arbeitskreis Museum in Neunburg treffen und alle Angebote noch mehr vernetzt werden sollten. In Sachen Werbung müsse noch Kontakt mit Tourismusamtsleiter Werner Dietrich aufgenommen werden, der den Termin am Mittwoch initiiert hatte, da aber im Urlaub war. Bei einem Rundgang erläuterte Greiner mit seinen Damen die geplanten Sanierungen am Gebäude.

Im Ranklhof wird mit der Wiederherstellung der Dachkonstruktion ein Trocken- und Lagerraum für heimische Kräuter und alte Getreidesorten entstehen. Diese wachsen in dem aufwendig hergerichteten Bauerngarten hinter dem Haus. Falk zeigte ein kleines Kartoffelfeld und daneben aufgehenden Champagnerweizen, schwarzen Emmer, Flachs und Hanf. Bei den Museumstagen werden bereits Führungen durch das Nasch- und Duftgärtchen angeboten. Stolz verwies Zwicknagel auf einen 70 Jahre alten Quittenbaum, der erfolgreich verpflanzt worden war.

Auch die reiche Ernte der Gemüsebeete sollen im museumspädagogischen Angebot zum Einsatz kommen. Für Kindergärten, Schulen, Vereine, die Akademie und Gruppenreisen entsteht in der Ranklscheune ein grünes Klassenzimmer oder auch Aufenthaltsraum. Der Boden erhält dort einen rustikalen Bretterbelag, wo jetzt noch provisorisch Teppiche liegen und eine funktionelle Theke wird eingebaut. Dann punkte das Heimatmuseum mit weiteren Highlights bei seinen Führungen. Wenn der am Marktplatz gelegene ehemalige Bräukeller mit Fördermitteln wieder zugänglich gemacht werden kann, würde auch er eine außergewöhnliche Attraktion sein.

Viele Möglichkeiten

Das Museumsteam betreute bereits erfolgreich Urlaubsgäste aus dem Panoramahotel Greiner, die mit Fackeln nach Seebarn wanderten und dann bei Lagerfeuer bewirtet wurden. Es gäbe auch die Möglichkeit, Schulungen, Vorträge und Kurse in verschiedenen Räumen abzuhalten. Ganz wichtig wäre auch, die Juwelen des Schatzkästchens "Heimatmuseum" in einem modernen Flyer neu zusammenzustellen.
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