Alte "Kulturorte" im Visier

Lokales
Neunburg vorm Wald
07.12.2014
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Moderner Tanz und Aktionstheater auf dem Brauereigelände: Das schwebt dem Kunstverein "Unverdorben" als neues Projekt vor. Doch die Mitglieder haben noch weit mehr ehrgeizige Ziele.

Nach einem Rückblick auf vielfältige Aktivitäten in den vergangenen Wochen und Monaten richtet "Unverdorben" den Fokus auf das neue Kunstjahr. Bei der Mitgliederversammlung dankte Vorsitzender Martin Schmid allen, die an der ersten Mitglieder-Werkschau im Frühjahr, der Glaskunstausstellung mit Weinlaube im Sommer sowie am zweiten Neunburger Kunstherbst mitgewirkt haben.

Kunst wertet Image auf

Es sei insgesamt gelungen, mit diesen Aktionen eine positive Außenwirkung zu erzielen. "Das alles wird in der Region sehr gut wahrgenommen, das Feedback war super", freute sich der Vorsitzende. Ein Sonderlob zollte Schmid jenen Mitgliedern, die sich auch aktiv in die Programmgestaltung einbrachten, beispielsweise bei der neu konzipierten Kunstprozession "Ahoj 14", der Themenwoche zum Ersten Weltkrieg oder beim erfolgreichen "Blauen Montag".

Das ohnehin sehr beachtliche Spektrum sei durch neue Ausdrucksformen der Kunst noch bereichert worden. In diesem Zusammenhang hob Schmid die Vorreiterrolle beim laufenden Stadtmarketingprozess hervor. Einerseits werde das Image Neunburgs durch Kunst aufgewertet, andererseits erhalte die Kunst in der Kommune einen neuen Stellenwert.

Die "Künstler" gönnen sich jetzt nur eine kurze Atempause. Schon Mitte Januar beginnen die Vorbereitungen für das neue Kunstjahr. Die Werkschau am Ostermarkt-Wochenende (22./23. März) soll im Kunstquartier Im Berg 7 eine Neuauflage erfahren. Die organisatorischen Fäden laufen bei Renate Ullmann zusammen. Fortgesetzt wird auch die Kooperation mit der Akademie für Natur und Industriekultur. Im Zentrum steht das Jahresthema "Stein", dazu gibt es eine internationale Künstler-Begegnung, die am 20. August mit einer Lesung des Ostbayerischen Kulturpreisträgers Friedrich Brandl beginnt, zum Altstadtfest-Wochenende fortgesetzt wird und mit einer bis Mitte September dauernden "Stein"-Ausstellung nahtlos zum dritten Kunstherbst überleitet. Ansprechpartnerin für den Kunstverein ist Kuratorin Veronika Riedl.

Brauerei als Spielort

Eine große Herausforderung für den 45 Mitglieder zählenden Verein ist das Engagement beim länderübergreifenden Projekt "Treffpunkt Kulturorte" in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kulturhauptstadt Pilsen 2015. Hintergrund ist die Bespielung in Vergessenheit geratener und brachliegender alter Produktions- oder Kulturstätten. Im Visier ist das Gelände der ehemaligen Frankbrauerei mit der angrenzenden Jakobikirche am Aign. Dort soll am 17. oder 18. September unter dem Motto "Tanzen frank und frei" eine Tanzperformance und ein Aktionstheater als Höhepunkt der "Ahoj-15-Kunstprozession" zum Auftakt des Kunstherbstes inszeniert werden.

Dieses Projekt wurde zur Förderung durch den EU-Kulturfond des Freistaats Bayern eingereicht. Angeregt wurde ferner, eine Tagesfahrt nach Pilsen - entweder mit dem "Kultur-Zug" oder mit dem Bus - ins Jahresprogramm 2015 aufzunehmen.
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