Analyse entlang der Wassersäule

Regelmäßig entnehmen Mitarbeiter der technischen Gewässeraufsicht des Wasserwirtschaftsamtes Weiden Gewässer-Proben im Eixendorfer Stausee. Die Messwerte geben Ausschluss über den biologischen und chemischen Zustand der Talsperre. Bild: Wasserwirtschaftsamt Weiden (hfz)
Lokales
Neunburg vorm Wald
14.10.2015
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Was ist drin im Eixendorfer Stausee? Dieser Frage geht das Wasserwirtschaftsamt alle drei Jahre auf den Grund. Von April bis Oktober werden den Fluten regelmäßig Proben entnommen. Wenn die Mitarbeiter den Gewässer-Zustand untersuchen, werfen sie auch feinmaschige Netze aus.

Die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union schreibt für Seen ab 50 Hektar Oberfläche ein regelmäßiges Monitoring vor. Mit seinen rund 100 Hektar muss auch der Eixendorfer Stausee immer wiederkehrend unter die Lupe genommen werden. Alle drei Jahre wird eine Vielzahl an Daten zur Gewässer-Chemie gesammelt, um den Zustand des Sees beurteilen zu können.

Mehrere Messstellen

Zur Entnahme der Proben rücken Teams des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Monat für Monat am Stausee an: Das Untersuchungsintervall reicht von April bis Oktober, in dieser Zeit fahren im Schnitt drei bis vier WWA-Mitarbeiter regelmäßig hinaus. "An mehreren Messstellen im See messen sie alle gewässerökologisch relevanten Parameter", erklärt Dr. Stephan Bahl, der zuständige Fachbereichsleiter. Dabei wird die gesamte Wassersäule - von der Oberfläche bis hinab auf den Grund - in den Fokus gerückt.

Die Messstellen sind genau festgelegt, erläutert Bahl. Die Hauptmessstelle liege am tiefsten Punkt des Sees, etwa 150 Meter vor der Hauptsperre. Während dort bei jedem Termin Proben entnommen werden, sind weitere Messstellen oberhalb und unterhalb der Vorsperre nur bei Sonderuntersuchungen gefragt.

Ermittelt werden unter anderem Temperatur, Leitfähigkeit, pH-Wert und die Sauerstoffsättigung des Gewässers. Von Interesse ist ein spezieller Chlorophyll-Wert, der Rückschlüsse auf die Algenbiomasse erlaubt, ebenso wird die Nährstoffkonzentration (Phosphat, Ammonium, Nitrat, Silikat usw.) untersucht. Aber auch Metallen und Spurenelementen gilt ein Augenmerk.

Für ihren Auftrag sind die Mitarbeiter entsprechend gerüstet: Um die wasserchemischen Parameter ermitteln zu können, werden Wasserschöpfer verwendet, mit denen Proben aus definierten Tiefenstufen des Sees entnommen werden können. Physikalische Parameter wie pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur und Sauerstoffgehalt werden in den Fluten mit einer Multisonde gemessen. Plankton-Proben holen die Fachleute mit eng geknüpften Netzen ins Boot: Lediglich zwischen 20 und 55 Mikrometer groß sind die Maschen eines Planktonnetzes.

Gewässerzustand beurteilen

"Die gewonnenen Daten werden verwendet, um den Gewässerzustand in biologischer und chemischer Sicht kontinuierlich beschreiben und beurteilen zu können", führt Dr. Stephan Bahl aus. Die regelmäßige Überwachung soll es außerdem ermöglichen, giftige oder unerwünschten Substanzen im See frühzeitig zu entdecken, um dann Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Besondere Ausreißer seien bei den gewonnenen Messwerten aus dem See bisher nicht festzustellen. "Die Blaualgenblüte ist ein Problem, das schon seit dem Bau der Talsperre in vielen Sommern aufgetreten ist", so Bahl. Zwar sei die Nährstoffbelastung im See in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, "sie befindet sich aber nach wie vor auf einem zu hohen Niveau".
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