Antraben für Sankt Leonhard

Eine Statue des heiligen Leonhard wird bei der Wallfahrt auf einem Pferdegespann mitgeführt. Bei der Neuauflage des traditionellen Leonhardiritts in Seebarn waren über 100 Teilnehmer hoch zu Ross der Einladung des Heimatvereins gefolgt. Diese Pferdewallfahrt ist bereits seit dem 18. Jahrhundert belegt. Bild: agr
Lokales
Neunburg vorm Wald
09.11.2015
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Großer Aufgalopp für einen Heiligen: Über 100 Teilnehmer auf Pferden und Kutschen waren am Sonntag zum Leonhardiritt nach Seebarn gekommen. Ihr Ziel war ein kleines Kirchlein am Ortsausgang.

Bei mildem Novemberwetter verfolgten zahlreiche Besucher und Pferdefreude die traditionelle Wallfahrt hoch zu Ross. Frühmorgens hatten sich Reiter und Gespanne von der Koppel Turban in Diendorf auf den Weg gemacht, in Gütenland beim Anwesen Ippisch schlossen sich weitere Teilnehmer an. Treffpunkt für sämtliche Wallfahrer war die Dorfkapelle in Seebarn.

Dem Heiligen gefolgt

Unter Musik-Geleit der Blaskapelle Seebarn machten sich die Pilger im Sattel auf den Weg zum Wallfahrtskirchlein Sankt Leonhard. Im Tross der über 100 Teilnehmer befand sich auch ein Gespann mit einer Statue des Heiligen. Wie jedes Jahr nahm auch das Pfalzgrafen-paar aus dem "Hussenkrieg"-Festspiel am Ritt teil. Auch Bürgermeister Martin Birner hatte sich aufs Pferd geschwungen.

Im Festgottesdienst ging Pfarrer Theo Schmucker auf die Lebensgeschichte des Heiligen ein, der im Volksmund auch "Bayerischer Herrgott" genannt wird. Leonhard lebte um das Jahr 500 in Frankreich; der Eremit setzte sich für die Freilassung Inhaftierter ein und galt später als Schutzpatron der Gefangenen. Seit dem elften Jahrhundert wird er als Schutzheiliger für das Vieh, insbesondere der Pferde, geschätzt und verehrt. Die Seebarner Wallfahrt zu Ehren des Heiligen ist bereits seit 1779 belegt.

Nach dem feierlichen Gottesdienst erteilte Pfarrer Schmucker Ross und Reiter seinen Segen. Zum Abschluss überreichten Landrat Thomas Ebeling, Heimatpfleger Theo Männer, Adolf Greiner, Vorsitzender des Heimatvereins, und Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl die Erinnerungsgaben für die Pferdewallfahrt 2015.

Besondere Leckerei

Als besondere Spezialität für die Tiere wurden erneut die "Leonhardi-Zeltln" angeboten: Dieses "Gebäck" ist aus Roggenmehl und Wasser hergestellt, im Backofen getrocknet und an Allerheiligen geweiht worden. Die "Zeltln" werden an die Tiere verfüttert und sollen vor Unglück und Krankheit beschützen. Für die Sicherheit während des Zuges waren die Feuerwehr Seebarn unter der Leitung von Kommandant Georg Gruber und eine Kolonne des Bayerischen Roten Kreuzes zuständig.
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