Auf neuen Wegen zur Belebung

Ein wichtiger Baustein für die Stadtentwicklung soll auch das von Michael Winderl (rechts) geplante "Pfalzgrafencentrum" an der Amberger Straße werden. Beim Pressegespräch mit Bürgermeister Martin Birner ging es aber auch um die künftige Ausrichtung für eine zukunftsfähige Altstadt. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
11.12.2014
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Ein neuer Kurs für die Altstadt soll auch die gesamtstädtische Entwicklung in Schwung bringen. Für konkrete Projekte sind bereits die Weichen gestellt. Die bisher verfolgte Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel soll an anderer Stelle verwirklicht werden.

Bei einem Pressegespräch verwies Bürgermeister Martin Birner auf Neunburgs Funktion als Wirtschaftsstandort: "Wir können es uns nicht leisten, dass nichts passiert." Nachdem aber trotz Veränderungssperre und Schutzbereichs keine Belebung im Einzelhandel in der Altstadt eingetreten sei, soll das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) jetzt neu ausgerichtet werden.

Neue Schwerpunkte

"Bei den kleinteiligen Strukturen in der Altstadt lässt sich großflächiger Einzelhandel nur schwer ansiedeln", gibt Birner zu verstehen. In der ISEK-Fortschreibung, über die der Stadtrat am 18. Dezember abstimmt, soll der Schwerpunkt künftig auf die Bereiche Dienstleistung, attraktives Wohnen für Jung und Alt, Gastronomie, Freizeit und Tourismus, Kunst und Kultur und kleinteiliger Fachhandel gelegt werden. "Wir brauchen Alternativen, um die Altstadt attraktiv zu halten", so der Bürgermeister.

Auftrieb dürfte die neue Marschroute durch mehrere konkrete Projekte erhalten. So plane die Raiffeisenbank den Umzug vom Jobplatz in die Hauptstraße, schon nächstes Jahr soll auf dem früheren Kino-Areal ein Neubau errichtet werden. Gleichzeitig werde die Sparkasse an ihrem Standort in der Innenstadt festhalten und sei auch zur Sanierung bereit, wenn die Stadt im Gegenzug für gute Erreichbarkeit sowie ausreichend Parkplätze sorgt. Gleichzeitig wurde Bereitschaft signalisiert, den der Hauptstraße zugewandten Teil des Sparkassengebäudes an die Stadt zu verkaufen. Damit sei der nächste Schritt zur Planung des multifunktionalen Stadtplatzes möglich.

Bei der Stadtentwicklung mit im Boot ist der Neunburger Unternehmer Michael Winderl. Er hat das Anwesen der früheren Ratsapotheke in der Hauptstraße erworben und wird hier seine eigene Immobilienfirma ansiedeln, außerdem werde eine Kanzlei das Gebäude nutzen. Für Flächen im Erdgeschoss gebe es Interessenten aus dem Handel- oder Dienstleistungsbereich.

Die neue Zielsetzung im Ortskern verschafft auch Winderls Plänen für das Fachmarkt-Konglomerat "Pfalzgrafencentrum" neuen Dampf. Die Stadtverwaltung ist mittlerweile der Ansicht, dass die Einzelhandel-Fokussierung auf die Altstadt am Trend und an den Kundenwünschen vorbeigeht. "Wir können es uns nicht leisten, im Wettbewerb mit anderen Städten abgehängt zu werden", unterstreicht der Bürgermeister. Er glaubt, dass das Fachmarktzentrum einen Zuwachs der örtlich gebundenen Kaufkraft ermöglicht. Der Bebauungsplanentwurf werde aktuell gemeinsam mit dem Investor erarbeitet, die neuen Pläne sollen dem Stadtrat im Januar vorgelegt werden. Läuft alles glatt, rechnet Winderl 2016 mit der Fertigstellung.

Hoffen auf weitere Impulse

"Wir glauben, dass es möglich ist, sowohl die Altstadt, als auch das Fachmarktzentrum zu entwickeln", so Birners zentrale Botschaft. Für Investor Winderl besitzen beide Lagen "ergänzende Wirkung". Die Stadt und er seien "in der Pflicht, etwas für die Bürger voranzubringen". Winderl hofft, dass sein Beispiel in der Altstadt Schule macht und Impulse bei Eigentümern und Geschäftsleuten zu Investitionen auslöst.
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