Barrieren im Dialog abbauen

Bürgermeister Martin Birner (rechts) und Buchbinder-Betriebsleiter Klaus Götze (links) stellten bei der Bürgerversammlung das Vorhaben zur Unterbringung von Asylbewerbern in der ehemaligen Kaserne vor. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.11.2014
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Die geplante Unterkunft für Asylbewerber auf dem Plattenberg bewegt die Neunburger: Knapp 100 Interessierte ließen sich bei der Bürgerversammlung aus erster Hand informieren. Bürgermeister Martin Birner sieht die Stadt für diese soziale Herausforderung "gut vorbereitet".

Im Gasthof Sporrer verdeutlichte Bürgermeister Birner, dass sich die Stadt vor den humanitären Notlagen in den Kriegs- und Krisengebieten der Welt nicht verschließen könne: "Wir leisten unseren Beitrag zur Linderung der Not." Er appellierte, den Neuankömmlingen mit Offenheit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft zu begegnen. Bisher seien im Stadtgebiet insgesamt 14 Asylbewerber in Privatunterkünften untergebracht.

Falsche Ängste fehl am Platz

Gleichzeitig gelte es, Befürchtungen in der Bevölkerung abzubauen. Birner störte sich daran, dass teilweise falsche Ängste geweckt würden und kritisierte in Internetforen aufgetauchte Schmähungen: "Mit Hetze kommen wir nicht weiter." Er appellierte, rechtzeitig auf die neuen Mitbürger zuzugehen und im Dialog Barrieren abzubauen.

Eine zentrale Unterbringung sah der Bürgermeister als gute Lösung. Nachdem grundsätzlich jeder Eigentümer Wohnraum für diesen Zweck vermieten könne, habe man für Neunburg steuernd eingreifen wollen. Mit einer Gemeinschaftsunterkunft für maximal 150 Personen sei es der Stadt möglich, ihren Hilfsauftrag zu erfüllen. Ohnehin würden die Asylbewerber nicht alle auf einmal, sondern in Etappen kommen.

Betreiber der Unterkunft werde die Regierung der Oberpfalz. Sie stelle Hausmeister und Verwalter, die Caritas sorge mit einem Mitarbeiter für die Sozialberatung. Ehrenamtliche Kräfte werden sich ebenfalls einbringen. So hätten viele Leute, Vereine und Schulen ihren Willen zur Mithilfe signalisiert, auch das Soziale Netzwerk werde einen Beitrag leisten. Zusätzlich soll ein Unterstützer-Netzwerk aus Hilfsorganisationen, kirchlichen, sozialen und gesellschaftlichen Einrichtungen geknüpft werden. Birner versicherte, dass Neunburg im Notfallplan des Landkreises nicht als Standort für eine weitere Unterkunft vorgesehen sei.

Für die Firma Buchbinder als Bauherr stellte Betriebsleiter Klaus Götze die Planungen vor. Für die Gemeinschaftsunterkunft werden das frühere Stabsgebäude und zwei Sanitätsgebäude der einstigen Kaserne umgebaut. "Hier gibt es große Räume, die für eine Unterbringung geeignet sind." Die drei Anwesen wurden unter anderem entkernt, haben eine neue Elektroverkabelung sowie Sanitäranlagen (24 Duschen) erhalten. Die Toranlage beim einstigen Wachgebäude wird entfernt, die neue Zufahrt zum Gewerbepark wird beim früheren Panzertor eingerichtet. Er sei gerne bereit, interessierte Gruppen vor Bezug durch die Asylbewerber durch die Gebäude zu führen.

Höchstzahl bei 150

Die Fertigstellung ist für Mitte Februar geplant, bereits ab Januar werde mit der Möblierung begonnen. Auch Götze versicherte, dass es bei einer Höchstzahl von 150 Asylanten für Neunburg bleiben werde: "Wir haben die feste Vereinbarung, dass es keine weiteren Unterbringungen geben wird." Abschließend bekräftigte der Bürgermeister, dass das Projekt ein "absolut vernünftiger Weg" sei. Die lediglich vereinzelten Fragen befassten sich unter anderem mit der Verpflegung und ärztlichen Versorgung der Neuankömmlinge.
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