Baum "schreit" Wünsche heraus

Die Lehrer steckten die kleinen Zettel mit den Wünschen in die gebohrten Löcher und verschlossen sie mit einem bunten Holzstab.
Lokales
Neunburg vorm Wald
10.05.2015
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Zwei Hälften einer Birke ragten am Donnerstag bei der "Aktion Wunschbaum" an der Mittelschule in den Himmel. Zusammengehalten durch ein Metallstück, das die Grenze symbolisieren sollte. Ein Wunsch war bereits in Erfüllung gegangen, noch bevor er in den Stamm geschlagen worden war.

Bei der "Aktion Wunschbaum" konnte die Schulfamilie der Mittelschule zum ersten Mal die Rektorin, eine Lehrerin und viele Schüler der tschechischen Partnerschule Základní skola Horaždovice persönlich treffen. Rektorin Irene Träxler begrüßte sie neben vielen Ehrengästen im Schulhof und Regina Schießl übersetzte ins Tschechische.

300 Löcher "gefüllt"

Die beiden Künstler und Initiatoren des Projektes, Andi Dünne und Philipp Klein von der Kunstschule Cham, erklärten dazu, dass Bayern und Böhmen schon immer durch Bäume und Wald verbunden sind. "Zum Glück sind die waagrechten Grenzbäume verschwunden", sagte Dünne. Er interpretierte die beiden Baumhälften als die zwei Kulturbereiche deutsch und tschechisch, die wieder zu einem ganzen Baum zusammengefügt würden. "Die Schüler werden jetzt zu Bildhauern und entscheiden, wie der Wunschbaum aussehen soll", erklärte Klein. In 300 vorgebohrte Löcher steckten Schüler und Gäste kleine Zettel mit ihren Wünschen und die Lehrer verschlossen sie dann mit ganz individuellen, bunt bemalten Holzstäben.

Freundschaft statt Krieg

"Die Wünsche werden nicht sehr unterschiedlich sein", vermutete der Künstler, denn das Leben habe Wünsche, denen wir gehorchen müssten. "Das Leben will leben, tun, gesundbleiben, geliebt werden und Anerkennung erfahren", war sich Klein sicher. "Die Gesamtheit des Baumes wirkt und schreit die Wünsche heraus", beschrieb er das Kunstwerk. Der Wunsch von stellvertretendem Landrat Jakob Scharf lautete "nie wieder Krieg zwischen Bayern und Böhmen, sondern ewige Freundschaft". Er gratulierte zu der tollen Idee "Wunschbaum" und der Partnerschaft zwischen den beiden Schulen. "Das tut auch dem Landkreis gut", war Scharf überzeugt.

Mit einem Spezialitätenkorb aus Neunburg begrüßte Bürgermeister Martin Birner die tschechischen Gäste und wünschte, dass die Freundschaft weiter wachse. "Unsere Stadt leistet mit dem Festspiel ,Vom Hussenkrieg' einen großen Beitrag zur Verständigung mit Tschechien", erklärte der Bürgermeister. Begeistert vom Engagement, der Unterstützung und der Individualität des Wunschbaumes an der Mittelschule zeigten sich Hans Eibauer und Maika Victor-Ustohal vom Centrum Bavaria Bohemia aus Schönsee. "Neunburg ist eine reiche Stadt, deshalb ist der Wunschbaum hier auch größer ausgefallen", lobte Eibauer. Seine Kollegin dankte den Initiatoren und stellte das Projekt Wunschbaum vor, dessen Betreuung sie innehat. In Neunburg sei der vierte und bisher größte Baum aufgestellt worden, vier sollen noch folgen.

Die Wunschbäume gehören zum Begleitprogramm "Kulturhauptstadt 2015" und finden in Bayern und Tschechien Standorte. Die tschechischen Gäste hatten eine Collage mit vielen tschechischen Wahrzeichen und zwei Lieder mitgebracht.

Einladung nach Tschechien

Rektorin Simková bestätigte, dass sie sich mit ihren Schülern in Neunburg sehr wohl und gut aufgenommen fühle und lud die Mittelschule zu einem Gegenbesuch nach Horaždovice ein. Diese Reise werden die Kooperationsklassen M7 und die achte Klasse der Ganztagsschule gerne antreten.
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