Bedeutung des Frauenfußballs nimmt zu

Johannes Ays sorgte als Moderator dafür, dass die Teilnehmer konstruktiv über Probleme, aber auch fortschrittliche Ideen des Frauenfußballs diskutierten konnten. Bild: zth
Lokales
Neunburg vorm Wald
13.11.2015
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Der Mädchen- und Damenfußball gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bei einer Zusammenkunft, zu der der Bayerische Fußball-Verband eingeladen hatte, tauschten sich die Vereine über Chancen und Probleme aus.

(zth) Im Panorama-Hotel am See fand ein Runder Tisch des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) zum Thema "Frauen- und Mädchenfußball - ein wichtiges Standbein für alle Vereine" statt. Moderator Johannes Ays begrüßte 14 Teilnehmer, die ihre Erfahrungen und Meinungen frei äußern konnten. Die Anwesenheit von sämtlichen Funktionären des BFV, beispielsweise Kreisvorsitzendem Josef Wocheslander, Bezirksvorsitzendem Max Karl oder der Spielleiterin auf Kreisebene, Kerstin Ernst, untermauerten die steigende Bedeutung des Frauenfußballs.

Die Bezirksvorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses, Gisela Raml, stellte zunächst einige Aktionen des BFV vor, die auch für umliegende Vereine interessant sind. Beim Projekt "Ballbina kickt" bietet der BFV vereinslosen Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren zweimal pro Monat die Möglichkeit, in der Gemeinschaft zu trainieren. Dabei soll dem Nachwuchs der Spaß mit dem runden Leder vermittelt werden. Für die Organisation erhalten Vereine eine Aufwandspauschale vom Bayerischen Fußballverband, der auch die Trainingsutensilien bereitstellt. Um bei den Mädchen überhaupt das Interesse zu wecken, ist ein "Tag des Mädchenfußballs" eine hervorragende Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen. Dies kann beispielsweise auch in Zusammenarbeit mit Schulen stattfinden, wodurch eine Vielzahl von Mädchen angesprochen werden kann. Auch eine solche Aktion wird vom BFV finanziell unterstützt. Positive Rückmeldungen kamen hierzu beispielsweise von den Vertreter der DJK Dürnsricht-Wolfring und des SV Wilting, die eine solche Aktion bereits in der Vergangenheit organisiert haben. Durch den Tag des Mädchenfußballs konnten einige Spielerinnen im Jugendbereich gewonnen werden, die den Vereinen bis heute treu geblieben sind.

Gisela Raml informierte darüber hinaus, dass mittlerweile auch eine Talentsichtung für Mädchen - analog wie im männlichen Nachwuchsbereich - stattfindet. In diesem Jahr wurden 674 Mädchen gesichtet, 91 schafften es in die jeweiligen Stützpunkte (eine in Cham, drei in Schwarzenfeld). Eine solche Sichtung findet auch im kommenden Jahr für den Jahrgang 2005 wieder statt, und zwar am 20. Juni. Hierzu werden alle betreffenden Mädchen, die bereits einen Spielerpass besitzen, schriftlich eingeladen. Dass der Fußballsport allerdings vermehrt von Männern betrieben wird, zeigen die aktuellen Zahlen, denn von 145 Vereinen im Kreis Cham/Schwandorf sind 18,6 Prozent weibliche Mannschaften; im Nachwuchsbereich ist die Quote mit 12,4 Prozent noch etwas niedriger.

Dies zu verbessern, ist unter anderem die Intention des SV Schwarzhofen. Deren Vertreter Eugen Setilin und "Urgestein" Johann Dammer nahmen daher Tipps wie "Ballbina kickt" oder den "Tag des Mädchenfußballs" interessiert auf. Auch eine persönliche Ansprache bei den Mädchen bzw. deren Eltern könne erfolgversprechend sein, um Spielerinnen zu gewinnen. Erfahrene Vereine wie der FC Ovi-Teunz berichteten, dass deren Aktive selbst Spielerinnen aus dem Freundeskreis akquirierten. Damit die Damen den Vereinen aber auch erhalten bleiben, ist es nach übereinstimmender Meinung der Teilnehmer wichtig, dass der Damenfußball fest im Verein integriert ist. Dies könne beispielsweise durch eine aktive Einbindung innerhalb des Vorstands erfolgen oder durch die Tatsache, dass die Herrenmannschaften die Spiele der Damen verfolgen und umgekehrt; dies fördere die Gemeinschaft und die Akzeptanz untereinander.

Trainerfindung schwierig

Noch entscheidender, um die Frauen "bei der Stange zu halten", sei allerdings ein gut ausgebildeter Trainer, der auch menschlich mit den Spielerinnen umgehen und diese motivieren kann. "Mit einem guten Trainer oder einer guten Trainerin steht und fällt eine Mannschaft", so der Tenor. Allerdings sei es schwierig, überhaupt jemanden im Verein zu finden, solche Tätigkeiten zu übernehmen. Wenn solch eine Suche erfolgreich war, entscheidet sich ein potenzieller Trainer oftmals dafür, eine männliche Nachwuchsmannschaft zu trainieren.

Erster Ansatzpunkt wäre zum Beispiel, ehemalige Spielerinnen zu fragen; hier wäre gewährleistet, dass die Kinder auch qualifizierte Anleitungen erhalten. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Eltern von Spielerinnen anzusprechen. Auch wenn diese nicht "vom Fach" seien, könnten diese den Trainern hinsichtlich der Organisation unter die Arme greifen - damit wäre dem Verein auch schon geholfen. Außerdem wurde die Möglichkeit diskutiert, jemanden für solch eine Aufgabe einzustellen, der ein freiwilliges soziales Jahr absolviert.

Kritik an Freizeitliga

Weiterhin wurde über den Sinn der Freizeitliga diskutiert. Teilweise war diesbezüglich Kritik zu hören wie "hier ist der Name Programm". Hier wurde es zeitweise von Vereinen ausgenutzt, die eine 2. Mannschaft in der Freizeitliga gemeldet haben, dort dann allerdings mit der "Ersten" angetreten sind. Andere Teams nahmen den Spielbetrieb nicht wirklich ernst, wodurch man mit Spielabsagen zu kämpfen hatte.

Hier liege es in der Verantwortung der einzelnen Vereine, für einen geregelten Spielbetrieb zu sorgen. Dann wäre eine Mannschaftsmeldung in der Freizeitliga eine hervorragende Möglichkeit, Spielerinnen mit 14 oder 15 Jahren zu halten, da diese dort spielberechtigt seien. Andernfalls wandern diese Damen an benachbarte Vereine ab, wo sie in der Regel auch verbleiben, sofern dort die Gemeinschaft intakt ist.
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