Bei Integrationskurs Kultur und Sprache kennengelernt
"Einzigartiges Projekt"

Bürgermeister Martin Birner übergab Rabiye Akdogan das Zertifikat für die erfolgreiche Kursteilnahme. Die türkischstämmige Mitbürgerin hatte die Initiative für den Integrationskurs ergriffen. Bild: rid
Lokales
Neunburg vorm Wald
26.09.2014
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Rabiye Akdogan lebt mit ihrer türkischen Familie zwar schon seit 25 Jahren in der Stadt, hat aber die deutsche Sprache nie richtig erlernt. Deshalb wandte sie sich eines Tages an Bürgermeister Martin Birner und schlug ihm vor, einen Integrationskurs für ausländische Eltern zu organisieren.

Der Rathauschef schaltete das Bundesamt für Migration ein und holte die Pfarrei, das Kolping Bildungswerk sowie die Leiter der ortsansässigen Schulen mit ins Boot. In einem 18-monatigen Kurs erreichten 14 Frauen und 1 Mann die Sprachniveaustufe B1 und bekamen bei der Abschlussveranstaltung im Kolpingzimmer der Pfarrei die Zertifikate ausgehändigt. Die Teilnehmer stammen aus der Türkei, dem Kosovo, den Philippinen, Chile, Griechenland, Tschechien, Polen, Weißrussland und Sri Lanka.

Viktoria Droll ist Dozentin für Deutsch als Zweitsprache und vermittelte den ausländischen Mitbürgern in einem Vor- und einem Nachmittagskurs in insgesamt 960 Stunden nicht nur die Grundkenntnisse der deutschen Sprache, sondern brachte ihnen auch die deutsche Kultur und das politische System näher. "Die Leute kommen jetzt alleine zurecht und können am täglichen Leben teilhaben", ist Viktoria Droll überzeugt. Sie arbeitete "mit Händen und Füßen" und mit internationalen Symbolen und Bildern, um den Migranten die deutschen Begriffe beizubringen. "Die Teilnehmer haben sich auch immer wieder gegenseitig geholfen", lobte die Lehrerin den Eifer ihrer Schüler.

Bei der Urkundenüberreichung sprach Bürgermeister Martin Birner von einem "einzigartigen Projekt". Dies bestätigte auch der Regionalkoordinator des Bundesamtes für Migration, Erwin Röhrer, der sich vor allem freute, "dass die Initiative von den Beteiligten selbst ausging". Bei Bedarf lasse sich ein weiterer Kurs organisieren, die Kosten trage weitgehend das Bundesamt. Die Zusammenarbeit von Pfarrei, Stadt, Behörde, Schulen und dem Kolping-Bildungswerk beschrieb Erwin Röhrer als vorbildlich.

In dieser Kooperation sehen auch Zentrumsleiter Karl Ziegler und die Maßnahmeleiterin des Kolping-Bildungswerkes, Beatrix Wirth, ein Alleinstellungsmerkmal für diese spezielle Maßnahme. Ihr Dank galt der Pfarrei und den Schulen für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.
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