Bereit, Flüchtlingen zu helfen

Pfarrer Stefan Wagner (Mitte) begrüßte die zahlreichen Teilnehmer zur Veranstaltung "Flüchtlinge begleiten und unterstützen". Die Sozialpädagogen Wolfgang Seiferth und Laura Kleehaupt (von links) gaben umfassende Informationen. Eva Bräuer übernahm die Vorbereitung der Veranstaltung, Hartmut Meyer die Moderation. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
24.02.2015
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"Als Christen ist es nicht unsere Aufgabe, politische Fehler anzuklagen oder über Menschen zu urteilen, sondern Verantwortung zu übernehmen und zu helfen": Das ist die klare Aussage von Pfarrer Stefan Wagner zur Flüchtlingsproblematik.

Groß war das Interesse an der Veranstaltung "Flüchtlinge begleiten und unterstützen", die von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Zusammenarbeit mit der Caritas Schwandorf und der Pfarrei St. Josef am Samstagvormittag im Pfarrheim organisiert wurde.

Pfarrer Stefan Wagner begrüßte neben zahlreichen Interessierten besonders Bürgermeister Martin Birner mit Stadträten sowie Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde, von Schulen, Vereinen und Gruppierungen. Unter der Moderation von Hartmut Meyer, dem geschäftsführenden Bildungsreferenten der KEB, gaben die Sozialpädagogen Laura Kleehaupt von der Asylsozialberatungsstelle und Wolfgang Seiferth von der Migrationsberatung der Caritas Schwandorf umfassende Informationen zu Flüchtlingen. Zudem stellten sie die Aufgaben der Beratungsstelle für Asylbewerber und Flüchtlinge vor.

Viele Gründe zur Flucht

Als Gründe für die Flucht aus dem Heimatland nannte Kleehaupt Verfolgung, Folter, Vergewaltigung, Krieg, drohende Todesstrafen und Zerstörung von Existenzgrundlagen. Pakistan, Libanon, Iran und die Türkei zählen zu den aufnehmenden Ländern, in Europa nimmt Schweden die meisten Flüchtlinge pro 1000 Einwohner auf. Seit 2013 konnte man einen immensen Anstieg der Asylanträge feststellen, wobei 25 Prozent der Flüchtlinge aus Syrien kommen, das zu früheren Zeiten Flüchtlinge aufgenommen hat. 21 679 Erstanträge wurden im Januar 2015 in Deutschland gestellt. Im Landkreis Schwandorf sind derzeit 534 Personen dezentral und 117 Personen zentral untergebracht. Die Grundzüge des Aufenthaltsgesetzes stellte Wolfgang Seiferth ausführlich dar. Nach der Pause, in der sich die Gäste mit Kaffee, Kuchen, Brezen und Getränken stärken konnten, ging es um Unterstützungsmöglichkeiten durch Ehrenamtliche. Wolfgang Seiferth verwies zunächst auf die Hilfsangebote der Beratungsstelle sowie Möglichkeiten, wie Flüchtlinge integriert werden können.

Pionierarbeit leisten hier auch Sportvereine, bei denen man sich auch ohne viele Worte versteht. Auf zwei Plakate wurde aufnotiert, was in Neunburg bereits umgesetzt wird und welche Möglichkeiten es für Ehrenamtliche noch gibt, Flüchtlinge zu unterstützen. Sehr deutlich wurde dabei, dass "Sprache der Schlüssel in ein neues Leben ist". Das Projekt "Sprachpaten" bietet den Migranten die Möglichkeit, sich einen deutschen Wortschatz aufzubauen. Daneben entstehen aber auch wertvolle persönliche Kontakte. Beim gemeinsamen Einkauf wird der Umgang mit Geld erlernt, Feiertage und Bräuche werden vermittelt und sorgen für Verständnis für den jeweils anderen. Die Zuhörer waren sich einig, dass eine Koordinationsstelle für ehrenamtliche Tätigkeit hilfreich wäre. In den Beiträgen der Gäste fanden sich auch Anregungen, die als Beispiele dienen können.

In Kontakt kommen

Angelika Vogl und Rita Biegerl trugen das Modell der katholischen Pfarrgemeinde Oberviechtach vor, bei dem die ausländischen Mitbürger jeden Freitagnachmittag in das Pfarrheim eingeladen sind, um miteinander Kaffee zu trinken, Spiele zu machen und so in Kontakt zu kommen. Das Fazit dieses Samstagvormittages war positiv. Vieles wird bereits getan und eine große Zahl von Mitbürgern ist bereit, die Flüchtlinge zu unterstützen. Dies ist eine gute Basis, um auch die immer wieder auftretenden Probleme und Herausforderungen bewältigen zu können.
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