Botschaft aus Farbe und Licht

Der Chor "Contigo" und sechs exzellente Musiker bereiteten den Zuhörern beim Meditationskonzert "LichtMomente" einen besinnlichen Abend. Augen, Ohren, Herz und Seele wurden mit Texten und Liedern angesprochen. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
13.11.2014
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Die farbigen Fenster der Pfarrkirche standen im Mittelpunkt des Meditations-Konzerts "LichtMomente". Der Chor "Contigo" setzte die Schönheit und Ausdruckskraft der Mosaike in Lieder und Gesänge um.

Der Altarraum war in rotes Licht getaucht, als zunächst zwei Chormitglieder in die Thematik einführten. "Bilder bewegen sich nur, wenn sie von Suchenden betrachtet werden", war zu hören. Bei flüchtiger Begegnung wirkten die sieben angestrahlten großen Fenster teils wie naive Kunst, die Perspektive und natürliche Ausrichtung seien verschoben. Der aus Eggisried bei Ottobeuern stammende und heuer verstorbene Künstler Erich Schickling hatte diese eindrucksvollen Kunstwerke verschiedenen Themen gewidmet. Um die Schönheit und Ausdruckskraft der Fenster, aber auch den Wert und die Symbolkraft herauszustellen, hat "Contigo" dieses Meditationskonzert veranstaltet.

Wenn Bilder klingen

Mit dem Verlesen der Schöpfungsgeschichte wurde das erste Fenster vorgestellt, auf dem Tiere, die Sonne, Wasser, Erde und Himmel abgebildet sind. "Eine Handvoll Erde" sang der Chor, der von sechs Musikern begleitet wurde. Der Mensch, die "Krönung der Schöpfung", habe die Herrschaft über die Erde übernommen. Er könne die hergestellten Werkzeuge zum Gestalten der Erde verwenden oder sie als Waffen benutzen. Diese Trennungslinie zwischen Gut und Böse gehe seitdem durch jeden Menschen hindurch. Mit der Vertreibung aus dem Paradies auf dem zweiten Fenster und dem Lied "Selig seid ihr" wurde dies dargestellt. Das dritte Fenster zeigt Szenen aus dem Alten Testament wie "Arche Noah", "Kain und Abel" sowie Abraham und Mose. Begleitet wurde es mit den Liedern "Jahwe, du mein Gott" und "Gottes Geist weht wo er will".

Die Motive auf den Fenstern gaben auch Anlass, über Alltägliches zu meditieren. Die Mahnung von Johannes dem Täufer zur Umkehr betreffe auch heutige Probleme wie Machtstreben, Umweltverschmutzung, Schmiergeldaffäre, Doping, Betrug, Lügen. Der Satan, auf einem Kirchenfenster dargestellt, zeige, wozu der Mensch fähig sei, wenn er nicht mehr an Gott glaubt. "Du bist der Weg" und "Wo Menschen sich vergessen" waren die Lieder dazu. Die letzten beiden Fenster stellen die sieben Sakramente dar.

Andacht und Einkehr

Dem ökumenisch zusammengesetzten Chor "Contigo" unter Leiter Jürgen Zach ist es gelungen, das Publikum in gut einer Stunde zum Nachdenken zu bringen und den Menschen eine Zeit der Andacht und inneren Einkehr zu schenken. Die Zuhörer honorierten das Konzert mit viel Beifall. Zach dankte abschließend dem Hausherrn Pfarrer Stefan Wagner und Otto Reimer sowie Pfarrer Andreas Hanauer für Texte und Hintergründe.
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