Botschaft gegen Terror und Gewalt

Festspiel-Vorsitzender Helmut Mardanow (rechts), Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl und stellvertretender Vorsitzender Horst Palmer (von links) hießen neue Mitwirkende auf der "Hussenkrieg"-Bühne willkommen. Bild: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
14.04.2015
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Seit seiner Uraufführung 1983 ist das Festspiel "Vom Hussenkrieg" als Antikriegsstück konzipiert. Im 33. Theaterjahr möchte Regisseur Nikol Putz bei der Neuinszenierung auch ein Zeichen gegen islamistischen Terror setzen. Zudem treten zwei weitere historische Figuren auf.

"Der Stamm des Ensembles ist zusammengeblieben", betonte Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, bei der ersten Zusammenkunft. Er freute sich, dass sich einige ehemalige Mitwirkende zu einem Bühnen-Comeback entschlossen haben. Dass es mit einem Tribünendach heuer wohl nichts werde sei "bedauerlich", so Mardanow, doch der Spielfreude der Mitwirkenden werde das keinen Abbruch tun, versprach er.

Für die Stadt Neunburg als Veranstalter des Festspiels dankte Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl dem Verein für die Organisation sowie den Mitwirkenden für ihr Engagement. "Der gesamte Stadtrat steht hinter dem Festspiel", versicherte sie, es sei wichtig, dass der "Hussenkrieg" weiterhin Bestand habe. "Neunburg möchte Festspielstadt bleiben", betonte Reichl, auch über das Stadtjubiläum 2017 hinaus.

Großer Rückhalt

"Ich freue mich außerordentlich, wieder vor euch stehen zu dürfen", bekannte Regisseur Nikol Putz. Er bedankte sich für den großen Rückhalt im Ensemble, der wohl auch zu seiner Vertragsverlängerung bis 2017 beigetragen habe. Putz versprach, wieder mit viel Spaß, Eifer und dem nötigen Ernst an die Probenarbeit heranzugehen - "wir wollen das was wir können, so gut wie möglich tun".

Mit Blick auf die neue Inszenierung kündigte Putz die Änderung einer markanten Szene an, die "von der Realität überholt wurde". Die Darstellung der Exekution eines Hussiten im vierten Bild sei - wenn auch historisch verbürgt - mittlerweile nicht mehr darstellbar. Für Putz ähnelt diese zu sehr den Gräueltaten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), die unter anderem im Nahen Osten mehrfach Christen enthauptet hat. Vorerst geplant ist ein szenischer Einschub, im dem der Erzähler erklärt, dass sich das Neunburger Spiel entschieden gegen jede Form extremistischer Gewalt ausspricht.

Zusätzlich treten zwei historische Frauengestalten erstmals auf die Burghofbühne, beide heißen Margarete: Die Ältere ist die Schwester des Pfalzgrafen Johann, mehr als zehn Jahre älter als er und laut ihrer Biografie im Jahr 1434 verstorben. Die Jüngere ist eine Tochter der Pfalzgräfin Beatrix aus ihrer ersten Ehe. Für die Bühnenhandlung plant Regisseur Putz unter anderem, dass die jüngere Margarete den Text der bisherigen Hofdame übernimmt, in der "Kapellenszene", wenn das Pfalzgrafenpaar um den Sieg betet, sollen beide ergänzend auftreten. Die Rollen sind bereits mit Teresa Wurmstein und Agnes Jonas besetzt.

Schirmherrnbitten

Stellvertretender Vorsitzender Horst Palmer warf einen Blick in die Besetzungsliste, darauf sind die Rollen des Ritters Satzenhöfer und des Stadtrats Preu noch vakant. Als Pfalzgrafensohn Christoph wird heuer Fabian Schmid auf der Bühne stehen. Als nächste Termine für das Ensemble kündigte er am 17. April das Schirmherrnbitten bei Regierungspräsident Axel Bartelt, am 25./26. April die Schwarzachtalmesse und eine Fahrt zur Aktion "Blumen für Pilsen" in die Kulturhauptstadt an.

Nach dem Theatertag im Freilandmuseum Neusath-Perschen (3. Mai) steht am 8./9. Mai das erste Proben-Wochenende vor der Tür.
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