Büffeln fürs "grüne Abitur"

Bei der mündlichen Prüfung in Amberg mussten die Teilnehmer einheimische Wildtiere erkennen und ihre Lebensweise beschreiben. Bild: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
24.09.2015
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Bevor es auf die Pirsch gehen kann, ist ein Triathlon an Prüfungen zu überstehen. Angehende Weidmänner aus dem ganzen Landkreis stecken zur Zeit mitten in den staatlichen Prüfungen für den Jagdschein.

Für die Teilnehmer des Neunburger Ausbildungslehrganges unter Ausbildungsleiter Franz Sedlmeier ist damit die Stunde der Wahrheit gekommen. Die wegen ihres hohen Anspruches häufig auch als "grünes Abitur" bezeichnete Jägerprüfung gliedert sich in einen schriftlichen, einen mündlichen sowie einen praktischen Abschnitt.

Die erste Hürde, den schriftlichen Teil, haben alle Neunburger Kursteilnehmer mit Bravour genommen. Dabei waren 100 Fragen aus den Fächern "Waffenrecht und Waffenkunde", "Wildtierkunde", "Jagdrecht", "Hege und jagdliche Praxis", "Hundewesen" sowie "Land- und Waldbau, Wildschadensvermeidung und Wildbrethygiene" zu beantworten.

In diesen sechs Themenbereichen wurde den Jagdscheinaspiranten auch im mündlichen Prüfungsteil auf den Zahn gefühlt. Dabei wurde verstärkt ihr Wissen und Können "am Objekt" geprüft: Das Erkennen etwa von Präparaten einheimischer Wildtiere und die Beschreibung der Lebensweise dieser Kreaturen, die Benennung von Bäumen und Getreidearten anhand von Ästen oder Ähren oder auch das Bestimmen von Fraßbildern des Borkenkäfers sowie Spurenabdrücken des Wildes waren nur ein kleiner Ausschnitt aus den von den Prüfern verlangten Kenntnissen.

Auch aus diesem Prüfungsteil gingen wiederum alle jagdlichen "Azubis" des Neunburger Kurses mit dem Prädikat "bestanden" heraus - natürlich sehr zur Freude und Genugtuung von Kursleiter Franz Sedlmeier und seiner Mitausbilder. Wobei im Anschlussgespräch - nachdem der Prüfungsstress abgefallen war - den Prüfern am Staatlichen Standort Amberg ein überaus hohes Maß an Fairness und Korrektheit in einer von vielen als angenehm empfundenen Atmosphäre bescheinigt wurde.

Nun, quasi im Zieleinlauf, wird noch die sichere Handhabung der Jagdwaffen perfektioniert sowie das Schießen und sichere Treffen verstärkt geübt. Dass sie beides auch beherrschen, werden die künftigen Jäger demnächst beim dritten Teil der Prüfung zeigen müssen. Beides sind Dinge, die laut Sedlmeier nicht nur für das Bestehen der Prüfung absolut wichtig sind. Die Sicherheit im Umgang mit Waffen müsse auch im späteren Jägerleben absolute Priorität besitzen, weshalb die Jagdschüler darin regelrecht "gedrillt" werden.

"Diese äußerst intensive Ausbildung an den Jagdwaffen wird nicht nur von den Prüfern, sondern auch von der gesamten Öffentlichkeit erwarten", ist sich Sedlmeier sicher und fügt noch hinzu: "Davon werden die Teilnehmer unseres Lehrganges ihr ganzes Leben lang profitieren." Gleichzeitig hofft er, dass nach dem praktischen Teil - wie im Vorjahr - alle Kursteilnehmer ihr Prüfungszeugnis ausgehändigt bekommen.
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