Bühnen-Schlacht ist geschlagen

Es ist zu einem festen Ritual geworden, dass sich die Mannsbilder unter den Festspielern nach der letzten Aufführung rasieren. Auch Andreas Vitzthum ließ seinen Bart fallen. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
09.08.2015
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Vom Mundraub hinter den Kulissen bis hin zum in der Hitze verdunsteten Hussiten-Schnaps: Die "Wagenburgspatzen" - Christian Voith, Norbert Jonas, Bruno Spitzhirn und Philipp Mardanow (von rechts)- nahmen Anekdoten und Begebenheiten aus dem Festspielsommer gesanglich aufs Korn.

Für das Festspiel "Vom Hussenkrieg" ist der Vorhang für heuer gefallen. Mit Bravo-Rufen und minutenlangem Applaus hat das Publikum die Darsteller in die Theaterpause verabschiedet. Im nächsten Jahr hofft das Ensemble auf ein Comeback seines größten Requisits.

"Die Saison im Jahr zwei nach Fehlen des Tribünendachs ist vorbei", hatte Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, die Abschlussfeier eingeläutet. Die Spielzeit sei insgesamt gut über die Bühne gebracht worden. Die neu in die Handlung eingefügten Figuren, Margarethe von Lothringen und Margarete von Cilli, habe das Publikum recht gut angenommen. Ebenso den szenischen Einschnitt im vierten Bild, mit dem sich das Ensemble klar gegen extremistische Gewalt positionierte.

Leidenschaft und Herzblut

Das Ende des Festspielsommers nutzte Mardanow, um allen Unterstützern des "Hussenkrieg" zu danken, allen voran der Stadtverwaltung und dem Bauhof. Ein Präsent überreichte er an die Vereinswirte Hans und Marianne Vetter. Für die Stadt Neunburg als Veranstalter des Festspiels ergriff CSU-Stadtrat Dr. Christoph von Wenz das Wort, nachdem Bürgermeister Martin Birner aus privaten Gründen verhindert war. Er würdigte die hervorragende Leistung, die das Ensemble das ganze Jahr auf die Bühne bringt. Durch seine Tochter Amelie, die seit zwei Jahren bei der Hofmusik mitspielt, wisse er, wie viel Leidenschaft und Herzblut dahinter stecke.

Von Wenz stellte die meisterhafte Qualität der Aufführungen heraus. Er berichtete, dass Bekannte von ihm aus Regensburg am Freitag den "Hussenkrieg" verfolgt und von der "professionellen Inszenierung" begeistert waren. Gäste aus Straubing hätten sogar anerkannt, dass ihre Agnes-Bernauer-Spiele im Vergleich zum Neunburger Stück "nicht mal im Ansatz" mithalten könnten. Für den Stadtrat stand daher fest: "Der Hussenkrieg ist der kulturelle Höhepunkt in Neunburg." Unter der Regie von Nikol Putz sei das Stück in der Oberpfalz und Bayern zu einem Aushängeschild für Laientheater geworden. Er appellierte dazu, rechtzeitig die Planungen für das "Festspiel 2017 plus" anzustoßen - in diesem Jahr feiert die Stadt 1000. Geburtstag und die 35. Festspiel-Saison. "Der Hussenkrieg soll darüberhinaus ein Aushängeschild bleiben", so von Wenz.

Für die nächste Spielzeit wünschte der Stadtrat dem Theater "auf jeden Fall eine Überdachung". Durch die dann neugewonnene "Wettersicherheit" versprach er sich einen Anstieg der Vorverkaufszahlen. Auch Regisseur Nikol Putz hoffte, dass das bereits im Vorjahr versprochene Dach im Jahr 2016 verwirklicht wird - "wir brauchen es auch als Akustiksegel", stellte er heraus. An die Adresse der Stadt appellierte er, "alles Mögliche zu checken, damit wir ein gutes Dach bekommen".

"Ihr seid ein wunderbares Team", stellte der Regisseur seinem Ensemble ein herausragendes Zeugnis aus. Er betonte die gute Stimmung und den Zusammenhalt untereinander - "nur so kann Theaterarbeit gelingen". Sein Dank galt Regieassistentin Anita Luft, "Intendant" Helmut Mardanow und Spielleiter Hans-Werner Habel für ihre Zusammenarbeit. Anerkennende Worte richtete Putz an Agnes Jonas, Darstellerin der Margarethe von Lothringen. Nach anstrengenden Proben habe man sich bei den Aufführungen über ein "sehr, sehr gutes Ergebnis freuen dürfen". Der Regisseur betonte, einfach froh zu sein, mit einem wunderbaren Ensemble arbeiten zu dürfen.

Mit Predigt und Anekdoten

Im weiteren Verlauf der Feier spielte das fehlende Tribünendach auch in der Ansprache von "Abschlussprediger" Philipp Mardanow eine Rolle; dazu las er unter anderem aus dem "Buch der Pleiten und der Pannen". Später nahmen die "Wagenburgspatzen" zur Melodie der "alten Rittersleut'" noch verschiedene Vorgänge hinter den Kulissen aufs Korn.
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