Den Prognosen zum Trotz

Bürgermeister Martin Birner wartete in der Bürgerversammlung mit einer Vielzahl an Daten und Fakten rund um das Stadtgeschehen auf. Die Palette der künftigen "Baustellen" reichte von Stadtentwicklung bis Peterhäusl und von der Grundschulsanierung bis zum Einzelhandelskonzept. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
26.11.2015
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Die Stadt Neunburg straft die Demografie-Experten Lügen: Auf unter 8000 Bewohner hätte die Einwohnerzahl laut ihren Vorhersagen fallen sollen. Doch seit fünf Jahren wird ein Aufwärtstrend verzeichnet.

Bei der Bürgerversammlung im Gasthof Sporrer schrieb Bürgermeister Martin Birner die positive Bevölkerungsentwicklung den Weichenstellungen bei der Familienpolitik zu. Seit 2011 sei Neunburgs Einwohnerzahl von 8416 auf heuer 8706 (Stand 31. Oktober) gestiegen. Vor rund 60 Teilnehmern belegte Birner ein Plus bei den Geburten, gleichzeitig seien weniger Sterbefälle verzeichnet.

Nicht nur zum Leben, auch als Arbeitsort gewinne die Pfalzgrafenstadt weiter an Bedeutung: 3768 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sind nach jüngstem Stand registriert, "die Tendenz ist weiter steigend", blickte Birner voraus. Der Blick auf die Finanzsituation offenbarte ein Haushaltsvolumen von fast 25 Millionen Euro - das sei der bisher höchste Stadt-Etat. Erwartet werde eine positive Entwicklung der Gewerbesteuer: 7,6 Millionen Euro wurden im Haushaltsansatz prognostiziert, "mittlerweile gibt es erste Aussagen, dass das Aufkommen sogar noch besser werden könnte".

Mehr Kreisumlage zahlen

Allerdings lässt die gute finanzielle Ausstattung die Kreisumlage steigen. Obwohl der Hebesatz um einen Punkt gesenkt wurde, muss die Stadt heuer über 3,9 Millionen Euro an den Landkreis abführen. Im Vorjahr waren es noch knapp über 3 Millionen Euro. Den Schuldenstand von Stadt und Stadtwerken bezifferte Birner auf 9,14 Millionen Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung belaufe sich auf 1129 Euro (Landesschnitt 857 Euro). Werden die städtischen GmbHs (Freizeit und Strom) hinzugerechnet, summieren sich die Miesen auf 19,15 Millionen Euro.

Zum Thema Asyl informierte der Bürgermeister, dass es die Stadt bisher geschafft habe, steuernd einzugreifen. Maximal 140 Asylbewerber seien im Wohnheim auf dem Plattenberg untergebracht, in Privatunterkünften in Neunburg und Kemnath lebten weitere 30 Personen mit Migrationshintergrund. Bis auf weiteres seien keine weiteren Unterbringungen geplant, blickte Birner voraus. Er dankte den Ehrenamtlichen im "Café International" der Pfarrei, bei Sprachkursen und auch im Kleiderladen, die sich der neuen Mitbewohner annehmen.

Wie bereits berichtet, steht in der Unterkunft am Plattenberg ein Umbruch an: Fast 60 aus den Balkanländern stammende Bewohner erwarten ihre Abschiebung. "Da sind auch einige Familien darunter", wusste der Bürgermeister. Das bedeute auch einen Einschnitt für die Schulen und Kindergärten, die sich auf die Asylbewerber eingestellt und Kapazitäten geschaffen haben. Nun würden Flüchtlinge aus Syrien erwartet, "ob da auch Familien oder Einzelpersonen kommen, wissen wir noch nicht", gab Birner zu verstehen.

Raiffeisenbank wartet ab

Zusätzlich ging Birner auf künftige Schwerpunkte bei Stadtentwicklung und Altstadtsanierung ein. Unter anderem berichtete er, dass die Raiffeisenbank weiterhin Interesse an einer Ansiedlung in der Hauptstraße habe. Nachdem aber bei Grabungen im Bereich Stadtmauer ein Hohlraum lokalisiert worden war, wollte man erst weitere Untersuchungen abwarten, um das weitere Vorgehen denkmalschutzrechtlich abklären zu können. Für das von Michael Winderl geplante "Pfalzgrafenzentrum" soll voraussichtlich im Dezember das Bauleitplanungsverfahren abgeschlossen werden.


Rund um die Bürgerversammlung:

Einwohnerstatistik

Stand zu Jahresbeginn: 8531; Stand 31. Oktober: 8706. Geburten: 68 (Vorjahr 69); Zuzüge: 653 (537); Sterbefälle: 78 (96); Wegzüge: 468 (443). Ausländische Mitbürger: 868 (632), davon 166 Asylbewerber.

Kindergärten/Schulen

Kita-Plätze: 299; Grundschule: 69 Kinder eingeschult; Mittelschule: derzeit 305 Kinder, Gastschüler kommen aus Bodenwöhr, Nittenau und Stamsried; Städtische Musikschule: 368 Schüler angemeldet.

Weitere Themen

Sanierung Peterhäusl, Parkplätze beim Forstamt, Umgestaltung des Schrannenplatzes zum Stadtplatz, Sanierung Fronfeste, Leerstände, Ausbau Breitbandnetz, WLAN-Hotspots, Sanierung Grundschule, Einteilung Notarzt-Bezirke.

Außerdem wurde über aktuelle Bauvorhaben, die Sanierung Schloss-/Burganlage und den geplanten Ausbau der Staatsstraße im Bereich Kemnath informiert. Für die 1000-Jahr-Feier 2017 bat der Bürgermeister um Ideen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mittelschule (11033)November 2015 (9608)
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