Denkmalschutz schafft Probleme

Kreisvorsitzender Martin Birner
Lokales
Neunburg vorm Wald
10.01.2015
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Es ging um das Spannungsfeld zwischen Stadtentwicklung und Denkmalschutz, als sich die Bürgermeister des Landkreises Schwandorf zur Jahresversammlung trafen.

Der Rahmen für die Diskussion war die Sitzung des Kreisverbands des Bayerischen Gemeindetages in Neunburg vorm Wald, die Martin Birner, der Bürgermeister der Stadt Neunburg vorm Wald, als Kreisvorsitzender der Vereinigung leitete. Gekommen waren auch der Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Mathias Pfeil, und der örtliche Gebietsreferent Raimund Karl. Sie standen den Bürgermeistern und den Vertretern aus den Verwaltungen ebenso Rede und Antwort wie das der Leitende Baudirektor Rudolf Fröschl vom Sachgebiet Städtebau der Regierung der Oberpfalz tat.

Mathias Pfeil stellte zunächst die Aufgaben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege dar. Anschließend wurde anhand von konkreten Beispielen aus den verschiedenen Kommunen Probleme zwischen der Revitalisierung und Entwicklung von denkmalgeschützten Immobilien einerseits und dem Denkmalschutz andererseits besprochen.

Aus den Reihen der Bürgermeister wurde dabei teilweise die richtige Portion Fingerspitzengefühl seitens des Landesamtes vermisst, was nicht selten dazu führt, dass potenzielle Interessen die Finger von solchen Objekten lassen. Alle Beteiligten müssen sich deshalb die Frage stellen, wie sowohl der Städtebauförderung, der Stadtentwicklung aber auch dem Denkmalschutz gerecht werden kann. Stattdessen entsteht vor Ort häufig der Eindruck, dass der Blick häufig zu 100 Prozent nur auf den Denkmalschutz gelegt wird, anstatt abzuwägen, ob ein gewisses Nachgeben sowohl der Stadtentwicklung als auch dem Denkmalschutz mehr dienlich wäre. Mit mehr Kompromissbereitschaft würde auch mehr Akzeptanz der denkmalschutzfachlichen Belange beim Bauherrn oder beim Investor geschaffen.

"Verfallen lassen"?

In Einzelfällen scheint es, dass billigend ein "Verfallen lassen" eines Gebäudes in Kauf genommen, anstatt Kompromisse zu machen. Nicht jedes Gebäude und jedes Denkmal muss oder kann um jeden Preis erhalten werden. Wichtig wäre eine gerechte Abwägung zwischen Denkmalschutz - Stadtsanierung - Stadtentwicklung, anstatt dass jeder nur die Maximalforderungen in seinem Bereich durchsetzen will.

Hierzu informierte Mathias Pfeil nicht nur über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, sondern kündigte auch eine Art "Roadmap Denkmalschutz" an. Über diese Roadmap können die Kommunen gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege und die Untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt schon vorzeitig ein Denkmalschutzkonzept erstellen, in dem die wichtigsten Denkmäler denkmalschutzfachlich behandelt und auch Sanierungen bzw. Nutzungen aufgezeigt werden. Auf diese Schwerpunkte sollte sich künftig dann auch der Denkmalschutz in den Kommunen konzentrieren.

Rudolf Fröschl von der Regierung der Oberpfalz begrüßte eine solche "Roadmap Denkmalschutz" und sicherte die Unterstützung der Regierung der Oberpfalz im Rahmen von Städtebaufördermitteln zu. Er appellierte aber auch daran, dass sich dann aber auch alle Beteiligten an dieses Konzept verbindlich halten müssten.

Nach der Diskussion einzelner Problemlage sicherte Mathias Pfeil für das Landesamt für Denkmalpflege abschließend jedwede Gesprächsbereitschaft zu und bat darum, sich frühzeitig an sein Amt zu wenden.

In einem zweiten Tagesordnungspunkt stellte schließlich Frank Kasch vom Landestheater Oberpfalz (LTO) das staatlich subventionierte Landestheater und dessen Palette vor und informierte über die Möglichkeiten, das Landestheater in die einzelnen Kommunen zu holen.
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