Diakon Uli Wabra: "Heilige Nacht damals gar nicht so friedlich" - Pfarrei Sankt Josef feiert ...
Ein Heimatloser gibt Heimat

Ein Seiteneingang der Stadtpfarrkirche wird jährlich zu einer Krippenlandschaft umgestaltet. Die Darstellung von Christi Geburt vermittle aber in gewisser Weise ein falsches Bild, verdeutlichte Diakon Uli Wabra bei seiner Predigt in der Christmette. Denn ganz so ruhig und friedlich sei das Geschehen in der Heiligen Nacht für die Beteiligten nicht abgelaufen. Bild: sns
Lokales
Neunburg vorm Wald
27.12.2014
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Es ist ein vertrautes Bild: Das Kind liegt in der Krippe, ringsum sind Josef, Maria und die Hirten versammelt. "Doch ganz so ruhig und friedlich war das Geschehen in der Heiligen Nacht damals sicher nicht", führte Diakon Uli Wabra in seiner Predigt zur Christmette aus.

Zahlreiche Gläubige hatten sich zum Auftakt der Feierlichkeiten zum Weihnachtsfest in der Stadtpfarrkirche Sankt Josef versammelt. Bereits vor dem Gottesdienst stimmten Musiker der Stadtkapelle unter der Leitung von Verena Sinzger mit weihnachtlichen Bläsersätzen die Besucher auf den festlichen Anlass ein.

Stadtpfarrer Stefan Wagner und Diakon Uli Wabra zelebrierten den Gottesdienst. In seiner Predigt ging der Diakon auf das Christkind als "Heimatlosen, der allen Heimat gibt", ein. Er nahm dabei auch Bezug auf die Krippe in der Stadtpfarrkirche: Sobald sie aufgebaut, die Figuren gestellt sind, ergebe sich ein vertrautes und stimmiges Bild. Darin habe alles seinen Platz: Der heilige Josef, Maria und das Jesuskind, Ochs, Esel und die Schafe. Doch ganz so friedlich, wie das in den Wohnzimmern immer dargestellt wird, sei die Heilige Nacht damals nicht gewesen. So mussten Maria und Josef lange nach einer Unterkunft fragen, die Hirten, die sich nichts mehr wünschten als eine ruhige Nacht, wurden von ihren Herden weggeschickt und waren im Dunkeln auf der Suche. Auch die Engel durften nicht in ihrem schönen warmen Himmel bleiben sondern mussten hinunter auf die Erde zum musikalischen Einsatz.

"Alle sind zunächst einmal unterwegs", stellte Uli Wabra fest. Es dauere lang, bis jeder seinen Platz hat, den er dann an der Krippe des Neugeborenen findet. "Der Heimatlose, der den keiner haben will, wird am Heiligen Abend allen anderen zur Heimat." In der kalten und schnellen Winternacht öffne er eine Tür nach innen.

Die Christmette gestalteten Chor und Bläserensemble unter Leitung von Kirchenmusikerin Sonja Steinkirchner. Bereits am Nachmittag in der Kindermette fand für die Kleinen in der Pfarrkirche ein Krippenspiel statt, bei dem die Geburt Christi sinngemäß erzählt wurde.
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