Die "besten Jahre" gerne geteilt

Pfarrer Stefan Wagner (links) und Bürgermeister Martin Birner (rechts) verabschiedeten Pfarrvikar James Philip und Diakon Uli Wabra aus dem Kreis von Stadt- und Pfarrgemeinde. Bild: gjm
Lokales
Neunburg vorm Wald
10.08.2015
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Die Verabschiedung zweier hochgeschätzter Seelsorger stand am Sonntag im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens in der Pfarrei Sankt Josef: Während Pater James Philip nach Indien zurückkehrt, wird Diakon Uli Wabra ab September "Aufbauhilfe" in einer neuen Pfarreiengemeinschaft leisten.

Pater James wirkte hier seit 2012 als Pfarrvikar. Ab Ende August geht es für ihn wieder zurück in seine indische Heimat - ins Ordenshaus der Vinzentiner in Edathotty in Süd-Indien. Geografisch viel näher, aber trotzdem anspruchsvoll wird die neue Aufgabe für Uli Wabra nach 13 Jahren als ständiger Diakon in Neunburg: Er wird ab September in Regensburg tätig sein und in der neu zu gründenden Pfarreiengemeinschaft St.Ulrich/St.Emmeram Aufbauarbeit leisten müssen.

Die Verabschiedung der beiden Seelsorger wurde mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche eingeleitet. In der Predigt erläuterte Uli Wabra sein persönliches Gebetsmotto aus dem Römerbrief: "Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet." Humor helfe, sich selbst nicht allzu wichtig zu nehmen, er sei der "Schwimmreifen auf den Wassern des Lebens". Geduld, das Aushalten, gehöre zum Christsein und verhelfe zu einem langen Atem, weil erkannte Probleme eben nicht automatisch gelöste Probleme seien.

Die Beharrlichkeit im Gebet sei notwendig, um nicht vor lauter "Betrieb" das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Dieses Motto zu beherzigen, sei sein Abschiedswunsch an die Pfarrgemeinde. Mit den Worten "Ich vermute, dass waren meine besten Jahre, ich habe sie gerne mit euch geteilt" bedankte sich Wabra bei der Pfarrgemeinde für die Unterstützung, die er in 13 Jahren "bei einer Menge Gelegenheiten" erfahren durfte.

Vielfältige Aufgaben erfüllt

Pfarrer Stefan Wagner bedankte sich am Schluss des Gottesdienstes für die vielfältigen Aufgaben, die Uli Wabra in den vergangenen 13 Jahren in der Pfarrei erfüllt habe, natürlich mit der Verkündigung des Evangeliums an erster Stelle. Wagner erinnerte an die Gestaltung der Familiengottesdienste, die Firmvorbereitung, die Anleitung der Ministranten und "viele Kleinigkeiten". "Du hast Kranke besucht, Todgeweihte getröstet und Tote begraben."

Pater James habe der Pfarrei internationales Flair verliehen, die Pfarreiangehörigen und der Pfarrvikar hätten schnell zueinander gefunden. Besonders hob Wagner die Tätigkeit als Marienheim-Seelsorger und als Präses der Kolpingsfamilie hervor. Schließlich erhielten Diakon Wabra und Pater James je ein Gemälde der Pfarrkirche als Abschiedsgeschenke der Pfarrgemeinde.

Bei einem Festakt im Pfarrheim bedankten sich die aktiven Laien der Pfarrei bei den beiden Seelsorgern. Der Kirchenchor eröffnete die Feierstunde mit der Weise "Heißa Kathreinerle"; außerdem sorgte die Musikgruppe der Kontaktgruppe Behinderte-Nichtbehinderte für die musikalische Untermalung. Bürgermeister Martin Birner hob die vorzüglichen Predigten Uli Wabras hervor; Pfarrer Gerhard Beck von der evangelischen Kirchengemeinde bedankte sich bei Pater James und Wabra für die ökumenische Zusammenarbeit.

Erinnerungen als Kraftquelle

Abschließend kamen Pater James Philip und Uli Wabra selbst zu Wort. Sie bedankten sich für die Unterstützung durch das Pfarrei-Team, die sie in ihrer Wirkungszeit erfahren hatten. "Gott hat hier viele Engel an meine Seite gestellt" bedankte sich Pater James bei all den Helfern. Ohne sie wäre die "fruchtbare Arbeit - so Gott will" nicht möglich gewesen. Beide Seelsorger waren sich einig, dass die positive Erinnerung an das Wirken in Neunburg ihnen Energie für ihre neuen Aufgaben verleihen werde.

Seelsorger auf vielen Ebenen

"Schön, dass ihr da wart" bedankte sich Pfarrgemeinderatssprecher Michael Hellmuth bei Pfarrvikar James Philip und Diakon Uli Wabra. Er sei sich sicher, dass sie auch an ihren neuen Wirkungskreisen mit Elan und Kraft ihre Zeit gut gestalten werden.

Für die Theatergruppe der Kolpingsfamilie überreichte Maria Nutz Diakon Wabra ein Fotobuch. Sie erinnerte an die zahlreichen Theaterproduktionen - vom "Gespenst von Canterville" bis zu "Lottes lustigen Leichen", bei denen Wabra als Schauspieler und Regisseur mitgewirkt habe. Für die Kolpingfamilie, die katholischen Verbände und das Pfarrhaus-Team bedankte sich Gabi Reiml. Pater James habe als Präses und geistlicher Mittelpunkt der Kolpingfamilie gewirkt. "Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht. Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht" zitierte Reiml als Abschiedsgruß an den Präses.

Für die Kontaktgruppe Behinderte-Nichtbehinderte bedankte sich Richard Zeitler bei Uli Wabra und erinnerte an die Wochenenden in den Klöstern Benediktbeuren und Kostenz, die Wabra initiiert habe. Ein Gruppenfoto mit Familie Wabra im Kloster Kostenz war dementsprechend das Abschiedsgeschenk. Außerdem intonierten Martina Prechtl und Felix Maierhofer das Lied "Applaus Applaus" von den Sportfreunden Stiller als Danksagung zum Abschied. Für die Ministranten amüsierten Kathi Jonas und Tobias Böhm ihr Publikum mit Insiderinformationen hinter den Kulissen. Ein goldener Weihwasserpuschel war ihr Abschiedsgeschenk, mit dem sie Wabra für seine "grandiose Arbeit" dankten. Zusätzlich wird Wabra von allen 101 Ministranten Postkarten mit guten Wünschen an seinen neuen Wirkungsort gesendet bekommen.
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