"Dr. med. Hiob Prätorius" neues Stück des Ovigo-Theaters
Rätsel um Tod und Mikroben

Mit gewohnter Souveränität spielten die Darsteller Michael Eckl (Sherlock Holmes) und Dr. Florian Waldherr (Dr. Watson) ihre Rolle. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
24.09.2014
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Mit der Premiere des Stücks "Dr. med. Hiob Prätorius" präsentierte sich das Ovigo-Theater in der Schwarzachtalhalle. Das Ensemble sorgte damit für eine Bereicherung im Kunstherbst.

"Hast du eine Ahnung, wie viele Haare eine Frau hat?", wollte Sherlock Holmes (Michael Eckl) von Dr. Watson (Dr. Florian Waldherr) wissen. Gemütlich saßen die beiden Schauspieler, die ihre Rollen souverän präsentierten, am Kamin, lasen Zeitung und tranken Whisky. Diese Frage war der Einstieg in einen mysteriösen Verkehrsunfall, bei dem Doktor Prätorius und seine Frau ums Leben kamen.

"Prätorius war eine sagenumwobene Erscheinung unter uns Ärzten, der ständig auf der Suche nach der Mikrobe des menschlichen Übels war", stellte Dr. Watson im ersten Akt fest. Als große Hilfe zum Lösen des Falls erwies sich das ehemalige Faktotum von Prätorius, Herr Shunderson. In dieser Rolle hinkte Heino Hübbers, im grauen Frack und mit schwarzer Melone auf den langen zerzausten Haaren, auf die Bühne, um die letzten Lebensstationen des Frauenarztes Revue passieren zu lassen. In einem Rückblick entstand das Bild eines Menschen, der sich sehr engagiert für seine Patientinnen einsetzte.

Heiterkeit fehlt nicht

Auch wenn der Tod immer wieder thematisiert wurde, so gelang es Florian Wein alias Hiob Prätorius, eine gewisse Heiterkeit und Leichtigkeit zu erzeugen. Dies zeigte sich unter anderem, als er als Dirigent von Wagners "Walküre" auftrat oder die kleine Jacky Smith (Eva Schönberger) nach ihrer Operation aufheiterte. Julia Ruhland, die zunächst als Medizinstudentin Maria Violetta auftrat, glänzte später als Frau von Prätorius. Durch Mimik, Gestik und selbstsicheres Verhalten setzte sie Glanzpunkte, nicht zuletzt, als sie mit Professor Charlie Nack (Sebastian Reil), dem Schulfreund ihres Mannes, kokettierte. Die Lacher auf ihrer Seite hatten Martina Baumer als kranke Oma und die kleine Eva Schönberger, die die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte. Vor Gericht wurde Prätorius, der als Kurpfuscher angeklagt war, von Klaus Habl, Sebastian Reil und Erich Wein verhört. Auf die Bühne traten auch Magdalena Höcherl, Ulrike Schönberger, Susanne Hutzler, Eva Rost, Maria Wabra, Judith Höcherl, Ramona Krämer und Sophia Zimmermann.

Ob der Unfall aufgeklärt wurde, kann man am Sonntag, 28. September, um 19 Uhr im Pfarrheim Oberviechtach bei der zweiten Aufführung feststellen. Die "Mikrobe der menschlichen Dummheit" wurde jedenfalls nicht gefunden. Die Regie der Komödie von Curt Goetz lag in den Händen des ehemaligen Kunsterziehers und Leiters des Ortenburg-Ensembles, Wolfgang Pöhlmann. Für Technik und Bühnenbau waren Sandro Bauer, Manfred Beer und Erwin Zimmet zuständig, Daniela Uschold und Anita Niebauer für die Maske.
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