Dürre setzt Mais unter Stress

Michael Huber (rechts), Pflanzenbauberater der Baywa AG München, erläuterte den interessierten Landwirten den Aufbau des Versuchsfeldes. Außerdem beleuchtete er die Auswirkungen der Trockenheit auf die Ernteerträge. Bild: pko
Lokales
Neunburg vorm Wald
09.09.2015
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Mickrige Kolben und gravierende Ernteeinbußen: Der trockene Sommer hat dem Mais erheblich zu schaffen gemacht. Vor diesem Hintergrund stand der Maisfeldtag der Baywa diesmal besonders im Fokus.

An die 60 interessierten Landwirte hatten sich auf dem Versuchsacker am Fürstenhof versammelt. Josef Drexler (Baywa Neunburg) dankte zunächst Betriebsleiter Peter Dirscherl und seiner Familie für die Bereitstellung des Ackers und die Anlage des Demonstrationsfeldes. An die 25 Maissorten der verschiedenen Züchterhäuser wurden dort unter Praxisbedingungen angebaut. Zusätzlich gab es einen Versuchsanbau mit Zwischenfruchtmischungen der Baywa-Eigenmarke "Planterra". Michael Huber, Pflanzenbauberater der Baywa AG München, ging in seinem Fachvortrag auf die eigentlich sehr guten Startbedingungen im Frühjahr ein. Doch die nachfolgende Trockenheit habe den Mais erheblich unter Stress gesetzt. Eine zum Teil sehr schlechte Kolbenausbildung und eine niedrige Restpflanzenleistung seien die Folgen gewesen.

Erträge deutlich reduziert

In Regionen, in denen die Mais-Ernte aktuell voll im Gange oder bereits abgeschlossen ist, habe die Trockenheit Minder-Erträge von 30 bis 50 Prozent verursacht. Etwaige Engpässe beim Futter könnten mit einem entsprechenden Futterbau-Management überbrückt werden. Der Experte empfahl hier eine Aussaat von Grünschnittroggen im Herbst, die Folgekultur im Frühjahr 2016 könnte dann Silomais sein.

Der richtige Anbau sei dafür entscheidend, wie die Pflanzen solche Trockenphasen überstehen. "Der Mais verzeiht keine Fehler in der Produktionstechnik", erklärte Michael Huber. Insbesondere müsse auf ein gutes Saatbeet und eine gleichmäßige Ablagetiefe von vier bis fünf Zentimetern geachtet werden. Unkraut sollte möglichst früh durch die Anwendung des richtigen Pflanzenschutzmittels bekämpft werden. Weil der Mais eine Pflanze sei, die ausreichend ernährt werden muss, könne auch nur ein optimal gedüngter Bestand guten Ertrag bringen.

Demo-Anlagen wie am Fürstenhof sollten den Landwirten eine Entscheidungshilfe für die Sortenwahl an die Hand geben. Bei nahezu 800 verschiedenen Maissorten sei die Wahl nicht immer einfach, so Huber weiter. Nicht jede neu zugelassene Sorte erfülle die Kriterien für eine bestimmte Anbauregion. Bei der Vorstellung des Versuchs fielen die Sorten "Jessy", "Geoxx" und "ES Eurojet" als besonders leistungsfähige Typen für diese Region auf.

Im Anschluss wurden die Themen "Zwischenfruchtanbau" und "Greening" noch näher besprochen. "Wellness für den Boden" war hier das Schlagwort. Eine gute Durchwurzelung des Bodens, der Erosionsschutz und die Speicherung des organischen Stickstoffs stünden hier im Vordergrund, erläuterte der Fachmann. Die Trockenheit im Sommer habe aber auch hier ihren Tribut gefordert. In der Folge seien die ausgesäten Mischungen auch nur sehr verhalten aufgegangen.

Auf Qualität achten

Michael Huber empfahl, beim Einkauf von Zwischenfruchtmischungen auf hohe Qualitätsstandards zu achten. Eingeschleppte Unkrautsamen aus Billigmischungen könnten den Landwirt vor große Probleme stellen, da es sich hier oft um nicht heimische Arten handle. Zum Abschluss des Maisfeldtages wurde unter den Landwirten eine Bodenuntersuchung, zwei Sack Saatgerste und ein Sack Zwischenfruchtmischung verlost.
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