Durch grüne Sauerstoff-Fabrik

Lokales
Neunburg vorm Wald
16.05.2015
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Bereits zum 15. Mal waren die Berufsschule Neunburg und der Naturparkverein Oberpfälzer Wald bei der Bayern Tour Natur mit im Boot. Bei der Exkursion erfuhren die Teilnehmer, wie viele Menschen eine Buche mit Sauerstoff versorgen kann.

Unter dem Motto "Natur pur und Landschafts- und Heimatgeschichte live" stand die geführte Wanderung zum Hirschberg-Aussichtsturm. Unter der Führung von Armin Wild (Berufsschule Neunburg) machten sich 16 Naturinteressierte auf den Weg. Am Ausgangspunkt in Taxöldern eröffnete ihnen Wild, dass der Ort nach dem Dachs benannt ist, der hier wohl früher noch häufiger vorkam als heute. Selbst das mittelalterliche Rittergeschlecht und die Einwohner seien als die, die "bei den Dachshöhlen" wohnten, bezeichnet worden.

Im Forst erfuhren die erstaunten Teilnehmer, dass der Landkreis Schwandorf mit rund 66 000 Hektar der zweitwaldreichste Landkreis Bayerns ist. "Der Wald ist unser wichtigster Kohlendioxid-Speicher", informierte Wild. So besitze eine Buche eine Blattoberfläche von 1600 Quadratmetern und verbrauche pro Stunde rund 2,5 Kilo klimaschädliches Kohlendioxid. Außerdem würden quasi als "Abfallprodukt" etwa 1,7 Kilo Sauerstoff frei, was dem Bedarf von zehn Menschen entspreche.

An einem für die Wanderung aufgebauten kleinen Lehrpfad stellte Wild den Habicht, den Vogel des Jahres 2015 vor. Eine größere Besonderheit in der Region sei der Feldahorn als Baum des Jahres. Dieser schätzt besonders wärmebegünstigte Lagen und kommt hier deshalb meist eher am Waldrand vor. Früher seien seine Blätter als Sauerkrautersatz verzehrt worden. Über das markante Taxölderner Grundloch mit den gebankten Sandsteinen aus der Erdzeit des Oberen Turons, führte der Weg weiter zu den wohl unbekanntesten Ecken des Neunburger Stadtgebietes, hinein ins Naturschutzgebiet Hirschberg/Pfahl, dem ältesten Naturschutzgebiet des Landkreises.

Wie Armin Wild herausstellte, ist der steile Pfahlgrat eine geologische Besonderheit, die sich bis in den Bayerischen Wald hinzieht und bei Fuhrn noch einmal mit seinen westlichen oberirdischen Ausläufern aus der Landschaft heraus ragt. Im Naturschutzgebiet betreibt eine Klasse der Berufsschule Neunburg schon seit vielen Jahren Landschaftspflegearbeiten. Laut Wild wird der Bereich um den Hirschbergturm in einem Turnus von etwa drei bis vier Jahren frei geschnitten, um die Aussicht zu erhalten. Mit den Entbuschungsmaßnahmen wird aber auch seltenen und geschützten Tierarten wie der Blauflügeligen Ödlandschrecke und dem Ziegenmelker, einer scheuen nachtaktiven Vogelart, geholfen.
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