Dvoráks Melodien blühen

Einen musikalischen Höhepunkt im Neunburger Konzertreigen bot das Karlsbader Sinfonie-Orchester mit seinem Dirigenten Anton Zapf beim Frühlingskonzert in der Schwarzachtalhalle. Bilder: weu (2)
Lokales
Neunburg vorm Wald
29.03.2015
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Beim Frühlingskonzert erlebten die Besucher in der Schwarzachtalhalle eine doppelte Premiere. Das Karlsbader Sinfonieorchester gab sein erstes Konzert in Neunburg und Dirigent Anton Zapf schwang den Taktstock für seine eigene Komposition.

Bekannte Werke des tschechischen Spätromantikers Antonin Dvorák standen im Mittelpunkt eines Konzert-Highlights der klassischen Musik. Wie Bürgermeister Martin Birner bei der Begrüßung ausführte, "bieten wir Neunburger seit Eröffnung der Schwarzachtalhalle der Orchestermusik einen festen Platz und leisten einen nicht gering zu schätzenden Beitrag zur Pflege dieses immateriellen Kulturerbes".

60 Musiker gefordert

Das Programm begann temperamentvoll mit der bekannten und beliebten Ouvertüre zur Oper "Die Hochzeit des Figaro" von W. A. Mozart. Daran schloss sich das melodisch blühende, höchst anspruchsvolle Konzert für Violine und Orchester a-moll op. 53 von Antonin Dvorák an, das den 60 Musikern einiges abverlangte und mit fulminantem Applaus honoriert wurde.

Den Glanzpunkt setzte dabei die junge Geigerin Markéta Janousková aus Prag. Sie gehört mit ihren 25 Jahren bereits zur Elite. Als Preisträgerin von Rundfunkwettbewerben zählt sie zu den profiliertesten Vertreterinnen der jungen tschechischen Geigergeneration. In Neunburg zog die Geigerin, die bereits mehr als 600 Konzerte gegeben hat, die Zuhörer vom ersten Takt an in ihren Bann. Markéta Janousková wurde bereits vor zehn Jahren entdeckt, als sie erstmals im Schlosssaal auftrat und seither regelmäßig zu Kammerkonzerten zurückkehrte.

Nach der Pause präsentierte Dirigent Anton Zapf seine sinfonischen Fragmente, die er mit "In memoriam Antonin" überschrieb. Das zehn Minuten dauernde Opus bildete das Vorspiel zu Dvoráks fünfter Sinfonie F-Dur op. 76. Anlässlich des 100. Todestages hatte es Zapf im Jahr 2004 als musikalische Hommage an den großen böhmischen Komponisten verfasst.

"Böhmische Pastorale"

Zapf stammt aus dem Fichtelgebirge, hat eine internationale Karriere gestartet und geht zur Zeit einem Lehrauftrag für Orchesterbegleitung an der Musikhochschule München nach. Er spannte einen facettenreichen Bogen, indem er darin Motive großer Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Gustaf Mahler und Richard Strauß zitierte, collagenartig einbaute und verfremdete. Leise beginnend steigerte sich das Stück zu einem Fortissimo-Finale und ging dann nahtlos in die als "Böhmische Pastorale" bezeichnete fünfte Sinfonie über. Diese glich einem Ausflug in die Natur des erwachenden Frühlings. Mit volkstümlicher Tanzweise und verträumter Stimmung wurde den Zuhörern pure Lebensfreude vermittelt.

Nach dem zweistündigen Konzertgenuss bedankten sich Bürgermeister Martin Birner und Kulturbeauftragter Karl Stumpfi bei Dirigent Anton Zapf und dem Orchester für die meisterliche Leistung. Das Publikum tat dies mit minutenlangem Applaus.
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