Edles Gestein und Fossilien

Ausgerüstet mit Helm und Lampe wagt sich die Gruppe in den Stollen und wird mit der Aussicht auf bunt gebänderte Fluoritgänge belohnt. Bilder: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
21.08.2015
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Eintauchen in 600 Millionen Jahre Erdgeschichte auf 300 Metern Fußweg, und das alles innerhalb von zehn Minuten: Die Akademie für Natur und Industriekultur in Neunburg macht es möglich.

Ein Schmucksteinbergwerk und den geologischen und fossilen Untergrund der Oberpfalz konnten die Teilnehmer der jüngsten Exkursion zum Jahresthema "Steine" der Akademie für Natur und Industriekultur kennenlernen. Hans-Peter Burdack von der Regensburger Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie begleitete die Gruppe zunächst zum geologischen Triangulationspunkt am Eingang zur Tegernheimer Schlucht östlich von Regensburg.

Bewuchs als Hinweis

Der Jura mit seinem Kalkgestein, der Bayerische Wald mit Gneisen und Graniten sowie das Schwemmland der Donauebene treffen hier sichtbar zusammen. Auf dem kurzen Anstieg zum ausgeschilderten Geopfad konnten die offenliegenden Gesteinsschichten aus 600 Millionen Jahren Erdgeschichte beobachtet werden. Auch durch unterschiedlichen Bewuchs rechts und links der Schlucht zeichnete sich der geologische Untergrund deutlich ab.

Während der Weiterfahrt machte Burdack auf weitere markante geologische Formationen entlang des Donaurandbruchs aufmerksam, auf dem auch die Walhalla steht. Und der Fachmann lieferte auch die Erklärung für deren Entstehung.

Im Schmucksteinbergwerk Kittenrain bei Bach an der Donau führte der Weg dann ins Erdinnere. Mittels einer Bilderschau informierte Besitzer Thomas Obermüller über die Geschichte und die Bedeutung seines Bergwerks. Bereits seit 1500 ließen die bayerischen Herzöge und später die Fürsten von Thurn und Taxis hier Fluoritgestein abbauen. Das "schönfärbige" Gestein wurde häufig zu verschiedenen Schmuckgegenständen verarbeitet, vor allem zu kunstfertig gestalteten Tischplatten. Der gewonnene Spat wurde selbstverständlich auch industriell genutzt, beispielsweise bei der Eisenschmelze.

Mit Helm und Lampe ausgerüstet machte sich dann die Gruppe auf in den begehbaren Stollen, etwa 200 Meter lang und bis zu 30 Meter hoch. Die Temperatur beträgt zwar nur acht Grad, und Wasser tropft von den Wänden, aber die bunt gebänderten Fluoritgänge im Deckgestein und sogar die Begegnung mit einem echten Feuersalamander lassen die äußeren Unannehmlichkeiten vergessen.

Zurück am Tageslicht durfte eine Einkehr in einer Weinstube in Kruckenberg nicht fehlen, wo der dort angebaute Wein verkostet wurde. Mit humorvollen Anekdoten würzte Burdack seine Ausführungen zur Geschichte des Weinbaus in dieser Gegend.

Warmes Jurameer

Ein geologisches Highlight erwartete die Fahrtteilnehmer nachmittags im Naturkundemuseum Ostbayern neben dem idyllischen Herzogspark in Regensburg. Anhand eindrucksvoller Mineralien und Fossilien ließen Museumsleiter Dr. Hans-Jörg Wunderer und Fachmann Burdack die Geschichte des Naturraums Ostbayern in Vergangenheit und Gegenwart lebendig werden. "Im Jurameer hätte man in 25 Grad warmem Wasser beispielsweise in der Regensburger oder Kallmünzer Bucht wunderbar baden können", so Dr. Wunderer vor den ausgestellten Fossilien und Kalkplatten mit Versteinerungen.

Einhelliges Resumee der Teilnehmer zu den drei Stationen der Exkursion: Es lohnt sich, unbedingt nochmals hierher zu kommen.

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Weitere Infos und Fotos im Internet:

www.akademie-neunburg.de
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