Ein Ja mit Bauchschmerzen

Im zweiten Anlauf glückte die Neuwahl beim 1. FC Neunburg: Hans-Werner Habel (Mitte) übernimmt erneut das Vorsitzenden-Amt, seine beiden Stellvertreter sind Bruno Spitzhirn (Fünfter von rechts) und Markus Klier (Fünfter von links). Bürgermeister Martin Birner und Sportbeauftragter Herbert Wartha (von rechts) wünschten dem Führungsgremium eine glückliche Hand. Bild: agr
Lokales
Neunburg vorm Wald
23.11.2015
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Hans-Werner Habel bleibt für weitere zwei Jahre Vorsitzender des 1. FC Neunburg. Nachdem sich bei der außerordentlichen Versammlung am Sonntag erneut kein Nachfolger fand, sprang Habel nochmals in die Bresche. Sein Antrieb: "Der FC soll nicht zum Gespött werden."

Bereits am 2. November hatte eine Sitzung des Vereinsausschusses, die eigentlich die Weichen für die Neuwahl hätte stellen sollen, ohne Ergebnis geendet. Das musste Habel eingangs der außerordentlichen Versammlung im FC-Heim einräumen. Unter der Aktennotiz "Teamgeist" führte der seit 14 Jahren amtierende FC-Boss den Mitgliedern die Tätigkeiten des Gesamtvorsitzenden samt Vertretungsaufgaben vor Augen.

Nicht um seine Aufgabe zu beneiden war der Wahlausschuss unter der Führung von Bürgermeister Martin Birner. Schweigen herrschte im FC-Heim, nachdem Birner gefragt hatte, wer sich für den Posten des ersten Vorsitzenden zur Verfügung stellt. Stille herrschte auch bei der Frage nach dem Stellvertreter.

Kritik an Abteilungsleitern

Auf Antrag von Hans-Werner Habel gab es eine Unterbrechung der Wahl, die für eine zehnminütige Besprechung mehrerer vorgeschlagener Kandidaten für die Spitzenämter genutzt wurde. Im Anschluss verlas Bürgermeister Birner eine Stellungnahme des bisherigen FC-Vorsitzenden: Es sei für ihn "unverständlich", so schrieb Hans-Werner Habel darin, dass bei sieben Abteilungen mit über 1200 Mitgliedern keiner bereit sei, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen. Er monierte, dass die Abteilungsleiter sich nicht genügend um einen Nachfolger bemüht hätten. Dieses Verhalten und auch die Gleichgültigkeit gegenüber den Mitgliedern gehe ihm sehr zu Herzen - "mich belastet die jetzige Situation sehr", bekannte Habel.

Letztendlich habe Ehefrau Rosemarie den 67-Jährigen zu einer erneuten Verlängerung der Amtszeit überzeugt. Zum Wohle des FC, "aber auch aus moralischen Gründen und aus Verantwortung, vor allem gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen" werde er sich letztmals zur Wahl stellen. Außerdem solle der FC nicht zum Gespött in der Region werden. Habel kündigte an, den Schwerpunkt seiner Arbeit künftig in der Vereinsverwaltung zu sehen, und nicht beim Besuch von Veranstaltungen und Versammlungen.

Rücktritt in zwei Jahren

Zum Abschluss seiner Erklärung äußerte Hans-Werner Habel die Hoffnung, dass in der nun zweijährigen Frist ein Nachfolger für ihn an der FC-Spitze gefunden werden kann. Er sei bereit, diesen einzuarbeiten und kündigte gleichzeitig an, bei der Mitgliederversammlung 2017 "auf jeden Fall" als erster Vorsitzender zurückzutreten. Habel bekam schließlich erneut das Vertrauen der Versammlung ausgesprochen, zu seinen Stellvertretern wurden Bruno Spitzhirn und Markus Klier bestimmt.
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