"Ein Meilenstein fürs Museum"

Bei einem ersten Rundgang durch die neue Abteilung "Stadtgeschichte" präsentiert Museumsleiter Theo Männer hier den Themenbereich, der sich dem Wirken der Wittelsbacher in Neunburg widmet. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.05.2015
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Höchstwahrscheinlich aus dem Jahr 1725 stammt diese Holzfigur des heiligen Franziskus. Sie gehörte zum Bestand des ehemaligen Franziskanerklosters. Bild: Mardanow

Der Besucher begegnet gekrönten Häuptern, kann in die Zeit des Altlandkreises zurückreisen und Kirchengeschichte erfahren. Ab 17. Mai ermöglicht das Schwarzachtaler Heimatmuseum einen neuen Blick auf die Vergangenheit - die Abteilung "Stadtgeschichte" öffnet.

Mühevolle Monate liegen hinter Museumsleiter Theo Männer und seinen Mitstreitern vom Arbeitskreis Museum. Exponate mussten ausgewählt, Stellproben vorgenommen, Tableaus und Beschriftungen produziert werden. Um die Stadtgeschichte räumlich kompakt präsentieren zu können, sind einige der provisorisch eingebauten Zwischenwände in den Ausstellungsräumen entfernt worden.

Bei einer Führung erläutert Theo Männer den Aufbau der neuen Abteilung. Den Einstieg bildet das Wirken der Wittelsbacher in Neunburg: Gegenüber den Wappensteinen, die einst den Wartturm des Schlosses zierten, wird an drei bedeutende Vertreter dieser Adelsfamilie erinnert. Neben König Rupprecht III. (Stifter des Neunburger Spitals), sind das Hussiten-Bezwinger Pfalzgraf Johann sowie sein Sohn Christoph, später König von Schweden, Dänemark und Norwegen. Porträts aus dem Wittelsbacher-Stammbaum, Abbildungen von Burg und Residenz zeigen Schlaglichter ihres Lebens.

Mit "Neunburger Rathaus" ist der nächste Teil überschrieben. Dafür wurden Porträts der früheren Bürgermeister Wifling und Wellenhofer, eine Collage aus Zeichnungen, Ansichtskarten und Fotos sowie alte Gebäudepläne zusammengetragen. Besondere Hingucker sind ein Nachtwächter-Spieß und eine Schützenscheibe mit dem Stadtwappen.

Das Umland in den Blickpunkt rückt der Ausstellungsteil "Altlandkreis und Gemeinden". Der Besucher entdeckt hier unter anderem Ortsansichten aus dem "Sulzbacher Kalender", eine Landkarte des Bezirksamtes Neunburg von 1896, Gemeindewappen und ein Porträt eines Freiherrn von Horneck: Dieser Familie gehörte einst die Herrschaft Dieterskirchen. Der nächste Abschnitt befasst sich mit "Kirche und Orden". Hier lebt die Erinnerung an das frühere Franziskanerkloster auf, natürlich spielt auch der in Neunburg gegründete Orden der Armen Schulschwestern eine Rolle. Auch die beiden von hier stammenden Bischöfe Gregor von Scherr und Josef Weigl sind nicht vergessen. Den Schlusspunkt markiert das Thema "Ämter und Behörden". Massive Grenztafeln aus Bodenwöhrer Guss oder ein Schild der Gendarmeriestation gewähren einen Blick in die Verwaltung anno dazumal.

Als "Meilenstein und zugleich wichtige Zäsur für das Heimatmuseum", stuft Theo Männer die bevorstehende Freigabe der neuen Abteilung ein. "Zumindest für den Bereich im alten Schloss ist die Neuausstattung und -einrichtung des Museums damit zu Ende." Wie die Entwicklung nach einer eventuellen Sanierung des alten Landratsamtes weitergeht, sei noch Zukunftsmusik.

Themenbereich komplett

Die neuen Ausstellungsabschnitte ergänzen sich mit den vorhandenen Exponaten zu einem kompletten Themenbereich: Bereits seit 2012 kann auf der "Neunburger Verkehrsachse" der Vergangenheit von Straße, Post und Bahn nachgespürt werden. Seit 2013 haben mit den Themen Drittes Reich, Todesmärsche und Besatzungszeit auch finstere Kapitel der Ortsgeschichte Eingang ins Museum gefunden. "Vor allem die Auseinandersetzung mit diesen Themen hat uns viel Zuspruch eingebracht", berichtet der Museumsleiter. Der Komplex "Stadtgeschichte" soll im Jahreslauf noch um den Aspekt "Stadtentwicklung" ergänzt werden.
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