"Ein wunderbarer Brauch"

Hussiten-Beauftragter Wolfgang Bayerl, Bürgermeister Martin Birner (von links) und Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, trugen Regierungspräsident Axel Bartelt die Schirmherrschaft für die 33. Burgfestspiele an. Bild: Hinterberger
Lokales
Neunburg vorm Wald
19.04.2015
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Er fürchtet weder Schabernack noch schlechtes Wetter. Regierungspräsident Axel Bartelt ließ sich von den 30 Abgesandten aus Neunburg schnell bekehren, die Schirmherrschaft für das Schauspiel vom Hussenkrieg zu übernehmen. Und er sparte dabei nicht mit Komplimenten.

"Sie alle tragen zusammen mit den temperamentvollen Rössern dazu bei, dass das Schauspiel vom Hussenkrieg weit über die Region hinaus bekannt ist und bekannt bleiben wird." Mit diesen Worten begrüßte Regierungspräsident Axel Bartelt eine 30-köpfige Delegation aus Neunburger Festspiel- und Stadtvertretern in der "guten Stube" der Regierung der Oberpfalz, dem Spiegelsaal.

Viele Vorgänger

In vollständiger Gewandung war die Gruppe nach Regensburg gereist, um Bartelt die Schirmherrschaft für die 33. Burgfestspiele anzutragen - und das mit Erfolg: "Ich freue mich, die illustre Runde der Schirmherren fortsetzen zu dürfen", bedankte dieser sich für das Vertrauen. Nach Karl Krampol, Wilhelm Weidinger, Wolfgang Kunert und Brigitta Brunner sei Bartelt bereits der fünfte Oberpfälzer Regierungspräsident in der Reihe der Schirmherren und -frauen, erklärte Helmut Mardanow, der Vorsitzende des Festspielvereins. Musikalisch umrahmt von der sechsköpfigen Kombo "Der Kelch" trug Neunburgs Bürgermeister Martin Birner zusammen mit Mardanow sowie dem städtischen Hussiten-Beauftragten Wolfgang Bayerl sein Anliegen vor.

In seiner offiziellen Bitte zur Übernahme des Patronats verdeutlichte Birner, dass es sich dabei um eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe handle. "Das heißt konkret, Sie sind in allererster Linie für das richtige Festspielwetter und somit auch für einen guten Besuch der Aufführungen zuständig", merkte er in Hinblick auf das fehlende Dach der Zuschauertribüne an. Ferner gehöre es zu Bartelts Pflichten, mindestens eine Aufführung zu besuchen, mit den Spielern zu feiern, die Festspiel-Jubilare bei einem Festakt auszuzeichnen und dem hussitischen Heerlager seine Aufwartung zu machen, wobei er dort so manchen Schabernack zu dulden habe.

Nicht abgeschreckt

Bartelt ließ sich von all diesen Forderungen nicht abschrecken. Er habe sich den Premierentermin bereits vorgemerkt und komme sehr gerne, betonte er. Seinen Pflichten in Sachen Wetter sieht der Regierungspräsident, für den es nach dem Amberger Welttheater im Vorjahr bereits die zweite Schirmherrschaft in seiner Amtszeit ist, optimistisch entgegen: "Letztes Jahr in Amberg gab es keine Beschwerden. Es gab während der ganzen Spielzeit gutes Wetter."

Bartelt betonte, für ihn sei die Übernahme des Patronats für den Neunburger Theatersommer in mehrerlei Hinsicht etwas Besonderes. "Das ist mit das Schönste, was ein Regierungspräsident erleben kann", habe ihm sein Pressesprecher Joseph Karl bereits im Vorfeld über die Antragung erzählt. Während seiner Zeit als persönlicher Referent des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sowie als Protokollchef in der Bayerischen Staatskanzlei sei die Ehre einer Schirmherrschaft immer nur seinen Chefs vorbehalten gewesen, berichtete Bartelt. Deswegen freue er sich nun umso mehr über diese Anfrage: "Das ist ein wunderbarer Brauch. Es ist mir eine große Freude, dass Sie mit so festlich geschmückten Kostümen den Weg von Neunburg nach Regensburg auf sich genommen haben."

Bevor Bartelt die Gesandtschaft schließlich zu bayerischen Brotzeit mit Würsteln und Kartoffelsalat einlud, dankte er allen Beteiligten: "Ich finde es wunderschön, dass die Oberpfalz solche Verwurzelungen in die Geschichte und alte Traditionen hat und dass Sie das fortführen."
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