Ein "Zehner" für mehr Kaufkraft

So sieht der "Neunburger Zehner" im aktuellen Entwurf aus. Der neue Einkaufsgutschein soll Kaufkraft am Ort binden. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
06.02.2015
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Für den Einkauf vor der eigenen Haustür macht sich der Gewerbeverband "Die Selbständigen" heuer ganz besonders stark. Spätestens zur Jahresmitte soll eine neue "Währung" auf Gutscheinbasis etabliert werden.

Beim Neujahrsempfang des örtlichen Gewerbes stand die Vorstellung eines Kaufkraftbindungssystems besonders im Blickpunkt. Vorsitzende Regina von Wenz erwähnte die Vorarbeit sowie die Finanzierung durch die Stadtverwaltung, der Dank galt Bürgermeister Martin Birner und Verwaltungsleiter Peter Hartl. Von Wenz forderte ein gemeinsames Umdenken für den Einkauf vor Ort, um den inhabergeführten Einzelhandel in Neunburg stärken zu können.

Martin Schmid erläuterte das Projekt näher. Der künftige Einkaufsgutschein soll dem Kaufkraft-Schwund im Einzelhandel entgegenwirken. Der "Neunburger Zehner" (Wert 10 Euro) wird als "Gutschein für alle" konzipiert und soll dabei nicht nur auf einen Betrieb beschränkt sein - "er soll bei allen teilnehmenden Geschäften eingelöst werden können". Ziel ist es, eine große Bandbreite an Firmen - egal ob Handel oder Dienstleistungen - dafür zu gewinnen. Der Gutschein soll exklusiv inhabergeführten Geschäften zugute kommen, eben um eine nachhaltige Kaufkraftbindung vor Ort zu erreichen.

Einführung kostenlos

In Amberg oder Cham hätten die Unternehmen bereits gute Erfahrungen mit ähnlichen Systemen gemacht. Dank der Finanzierung durch die Stadt Neunburg sei die Einführung nicht mit Kosten verbunden. Lediglich beim Einlösen der Gutscheine falle eine geringe Bearbeitungsgebühr in Höhe von drei Prozent (Nichtmitglieder fünf Prozent) an. Zur Vermarktung seien unter anderem Aktionen auf Märkten und Messen sowie Marketing übers Internet angedacht. Die nachhaltige Kampagne "Umdenken - lokal einkaufen" solle das Vorhaben begleiten, so Schmidt weiter. Die Einführung des "Neunburger Zehner" ist für das erste Halbjahr geplant. Ziel ist es nun, bis 1. April 70 Geschäfte zu gewinnen, in denen der neue Gutschein akzeptiert wird. Bei genügend Resonanz sei der Start auch schon zur Schwarzachtalmesse (24./25. April) denkbar.

Regina von Wenz sah es als "ständige Herausforderung", die vorhandenen Einzelhandelsstrukturen am Ort zu erhalten. Für sie sei "echte und nachhaltige Kaufkraftbindung" nur möglich, wenn Neunburger auch bei Neunburgern einkaufen. Gerade kleinteilige und besondere Fachgeschäfte sah sie als Pluspunkt für die Stadt - "damit wird Neunburg auch zum Wohnen und Leben attraktiv".

Fachmärkte zwiespältig

Zuvor hatte Regina von Wenz auf ein "wechselvolles Jahr" im Gewerbeverband zurückgeblickt. Die Marktsonntage hätten regen Zuspruch gefunden, und beim Weihnachtsgewinnspiel war ein Rekord von 2500 teilnehmenden Losen verzeichnet worden. "Nicht so erfreulich" sei die jüngste Stadtratsentscheidung für das Fachmarktzentrum gewesen, mit der die Sortimente Textilien und Schuhe auch außerhalb des zentralen Versorgungsbereichs zugelassen wurden. Die möglichen Chancen und Risiken durch das geplante "Pfalzgrafencenter" wollen die "Selbständigen" demnächst in einer eigenen Sitzung erörtern.

In ihrem Ausblick rückte von Wenz den neuen verkaufsoffenen Sonntag am ersten Juli-Wochenende in den Blickpunkt. Nachdem dieser mit einem Kunst- und Handwerkermarkt verbunden werden soll, seien schon jetzt bei den Mitgliedern Ideen zur Belebung gefragt. In Kooperation mit den Selbständigen aus Schwarzenfeld ist für 23. Februar ein Vortrag über Mindestlohn und Minijobs geplant.
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