Ensemble "Pura Crema" begeistert mit außergewöhnlicher Glasmusik - Zuschauer im Schloss in ...
Wenn ein Chemielabor ins Klingen gerät

Das Ensemble "Pura Crema" begeisterte die Zuhörer im Schlosssaal mit ihrem einzigartigen Glaskunstkonzert. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
18.11.2014
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In völlig neue Klangwelten entführten die drei Musiker von "Pura Crema" das Publikum im Schlosssaal. Gläserne Instrumente bescherten ein noch nicht dagewesenes Hör- und Klangerlebnis.

"Jedes Konzert ist ein eigenständiges Kunstwerk und einzigartig." Mit dieser Ankündigung versprach Stefan Ebeling nicht zuviel. Das Glaskunst-Konzert wurde im Jahresthema "Glas" angeboten, das die Akademie für Natur und Industriekultur für heuer ausgewählt hatte. Ebeling begrüßte besonders den Vorsitzenden Dr. Peter Deml und bedankte sich bei Musikschulleiterin Barbara Nutz und ihrem Team für die Bewirtung während der Pause.

Glich die Bühne anfangs eher einem Chemielabor mit gläsernen Röhren und Glasgefäßen, so wurden nach und nach Töne und Melodien aus den Glasinstrumenten hörbar, die verblüfften. Auf seinem "Karaffenschlappophon" brillierte Heinz Grobmeier bei dem flotten "Jubilee-Blues". Manche Töne aus dem Glasrüssel erinnerten an das Röhren der Hirsche zur Brunftzeit, wurden aber blitzschnell von harmonischen Melodien abgelöst, bei denen besonders die Glasklarinette hervorstach. Spielwitz und Spielfreude waren dem Trio anzusehen, als das Plätschern von Wasser in die Musikstücke eingebaut wurde oder das Didgeridoo zum Einsatz kam. Frank Wendeberg beherrschte sein Schlagzeug perfekt, als Becken diente ihm eine Glaskugel. Auch Glasschlägel verwendete er zur Abwechslung.

Bisweilen erinnerte die Musik an einen orientalischen Basar, dann wurden wieder Stücke aus der Renaissance arrangiert. Glasröhren wurden wie Xylofone angeschlagen und gaben je nach Durchmesser und Länge der Röhren unterschiedliche Töne. Besondere Akzente setzte Heinz Grobmeier mit dem Geigenbogen, den er an Glasrändern strich.

Gitarrist Peter Knoll, der diverse Röhrenklaviere exzellent beherrscht, stellte ein besonderes Instrument vor, das er "Mongolische Obertongeige" nannte. Immer wieder stellten die Ausnahmemusiker Spontaneität und stilistische Vielfalt unter Beweis.

Ihre Instrumente entwickeln und bauen die Drei von "Pura Crema" mit immer neuem Ideenreichtum, auch erfinden sie neue Melodien. Die große Bandbreite ihrer Musik und die hohe Professionalität brachten ihnen bereits Preise ein. Bei Auftritten im Fernsehen, bei Glasfestspielen im Bayerischen Wald und bei Gastspielen in großen Städten begeisterten sie eine breite Zuhörerschaft. Nach einem "verjazzten" Landler als Zugabe zogen sie unter dem großem Applaus des Publikums musizierend aus dem Saal hinaus.
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